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Sieger im Duell mit Ridle Baku (r.): der Fürther Julian Green.

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Ex-FCB-Talent Julian Green fordert mit Fürth den FC Bayern

Wiedersehen mit dem Ausbildungsklub: Der beim FC Bayern groß gewordene Julian Green ist über Umwege und mit der SpVgg Greuther Fürth in der Bundesliga angekommen. Gemeinsam mit drei weiteren Ex-Münchnern will er den Rekordmeister am Freitag ärgern.

Von
Johannes KirchmeierJohannes Kirchmeier
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Es war ein heißer Sommertag damals in Charlotte. Der FC Bayern München feierte Ende Juli 2016 ein kleines Fußballfest auf seiner Amerikareise in der Vorbereitung auf die neue Saison: 4:1 besiegte das Team von Trainer Carlo Ancelotti den italienischen Großklub Inter Mailand. Der Chilene Arturo Vidal rackerte im Mittelfeld, der Franzose Franck Ribéry schoss ein Tor. So weit, so normal. Doch die anderen drei Münchner Treffer erzielte allesamt: der 21-jährige Julian Green. Es war die erhoffte, aber keinesfalls erwartete furiose Show des jungen US-Amerikaners vor US-Publikum.

Mittlerweile ist der in Miesbach in Oberbayern aufgewachsene Green jedoch schon lange nicht mehr in München. Ancelotti sprach nach Greens Toren zwar davon, dass der Stürmer noch wichtig werde für den Rekordmeister. In Wahrheit war es aber schon damals so, dass der Angreifer Robert Lewandowski möglichst immer spielen wollte - und durfte. Ein Bundesligaspiel hat Green nicht für den FCB bestritten, im Januar 2017 wechselte er zum VfB Stuttgart, ein halbes Jahr später zur SpVgg Greuther Fürth.

Acht Jahre in der Jugend des FC Bayern München

Und weil er mit den Mittelfranken die Rückkehr in die Bundesliga geschafft hat, freut er sich nun auf ein ganz besonderes Date: Am Freitagabend (20.30 Uhr/Radio-Livereportage bei BR24 Sport) trifft Julian Green nämlich wieder auf einen Großklub: auf den Tabellenführer FC Bayern München im altehrwürdigen Sportpark Ronhof. "Ich war knapp acht Jahre bei Bayern, hab da meine ganze Jugend verbracht. Deswegen ist es schon ein spezielles Spiel", sagt der 26-Jährige im BR-Interview: "Es war eine schöne Zeit da, die immer in meinem Herzen bleiben wird."

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Wiedersehen mit dem Ausbildungsklub: Am Freitag trifft Julian Green nach dem Bundesliga-Aufstieg mit Fürth auf den FC Bayern München.

Auch Trainer Leitl, Fein und Tillman haben Vergangenheit beim Rekordmeister

Er ist nicht der Einzige beim Kleeblatt, für den es ein besonderes Spiel wird. Auch der aktuell vom FCB an Fürth verliehene Adrian Fein und der im Januar 2020 ins Frankenland gewechselte Timothy Tillman haben Münchner Vergangenheit. Anders als Green spielen die beiden in dieser Saison jedoch noch keine größere Rolle im Team von Trainer Stefan Leitl, das in fünf Spielen erst einen Punkt erwirtschaften konnte und damit auf dem letzten Tabellenplatz steht.

"Kein Tor kassieren und eines schießen, das wäre das einfachste." Fürths Julian Green vor dem Duell mit dem FC Bayern

Gerade bei Fein erhoffe sich der Coach, der in den 1990er Jahren selbst beim FCB ausgebildet wurde und unter Giovanni Trapattoni trainierte, mehr Fokus auf die defensiven Aufgaben im Mittelfeld. In der zweiten Liga konnte Leitl ja mit seiner Mannschaft wie die Bayern in der Bundesliga noch das Spiel bestimmen. Nun geht es eher darum, sich auch mal einzuigeln gegen die Großen.

Green steht in einer Liste nur knapp hinter Lionel Messi

"Kein Tor kassieren und eines schießen, das wäre das einfachste", sagt auch Green vor der Partie gegen die Bayern. "Aber so einfach wird es nicht werden. Bei denen ist überall Qualität, egal ob es jetzt vorne ist oder in der Abwehr."

Green ist Stammspieler bei den Mittelfranken. Er hat mittlerweile 110 Partien für die Spielvereinigung gemacht. Lediglich zuletzt beim 1:2 in Berlin erhielt er eine Pause von Leitl. Unter dem Oberbayer, der den 26-Jährigen inzwischen am längsten trainiert, fand Green zurück in die Spur.

Lange haftete ihm schließlich der zweifelhafte Ruf des ewigen Talents an, zwischendurch beim Hamburger SV und danach in Stuttgart vermochte er es nicht, sich durchzusetzen. In Hamburg sollte er sogar in der zweiten Mannschaft mittrainieren. Er weigerte sich und wurde nicht mehr berücksichtigt.

Unzweifelhaft ist allerdings, dass Green über ein feines Gespür als Fußballer verfügt. 15 Mal hat der in Tampa, Florida, geborene Green für das US-Nationalteam gespielt; sein Vater kommt aus den USA, seine Mutter ist Deutsche. Und er hat es im Nationaltrikot sogar zu einer seltenen Ehre gebracht: Er taucht in einer Liste nur einen Platz hinter Lionel Messi auf: unter den jüngsten WM-Torschützen. 2014 traf Green im Alter von 19 Jahren und 25 Tagen gegen Belgien, damit ist er siebtjüngster Schütze.

Aus dem Außenstürmertalent wurde ein zentraler Mittelfeldspieler

Nicht nur aufgrund des übermächtigen Gegners aus dem Süden sind diesmal aber eher nicht drei Tore wie bei der Münchner USA-Reise vor fünf Jahren von Green zu erwarten. Es liegt auch daran, dass aus dem einstigen flinken Außenstürmertalent in Fürth mittlerweile ein umsichtiger, zentraler Mittelfeldspieler wurde. Allerdings einer, der sich den Drang zum Torschuss erhalten hat: In der Aufstiegssaison 2020/21 traf Green neun Mal, zwei weitere Tore legte er auf.

Vielleicht dachte er daher auch ein wenig an den Sommertag in Charlotte 2016, als er nun ins BR-Mikrofon sagte: "Man weiß nie, was der Fußball für Geschichten schreiben kann. Aber es wird sehr, sehr, sehr schwer."

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