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ERC Ingolstadt: Mit umgebauter Offensive in die neue Saison | BR24

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Der ERC Ingolstadt könnte in der neuen Saison der Deutschen Eishockey Liga wieder oben mitspielen - wenn der Offensiv-Umbruch gelingt. Im Sturm mussten sich die Oberbayern fast komplett neu aufstellen.

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ERC Ingolstadt: Mit umgebauter Offensive in die neue Saison

Der ERC Ingolstadt könnte in der neuen Saison der Deutschen Eishockey Liga wieder oben mitspielen - wenn der Offensiv-Umbruch gelingt. Im Sturm mussten sich die Oberbayern fast komplett neu aufstellen. Trainer Shedden traut dem Team Platz drei zu.

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So lief die vergangene Saison

Was die Engländer im Fußball "Kick and Rush" nennen, das war in der vergangenen Saison das Markenzeichen der Oberbayern. Druckvoll, dynamisch, überraschend - so präsentierte sich der ERC über weite Strecken der Saison. Nur im Spätherbst gab's ein kleines Leistungstief.

Am Ende blieb nach Ende der Hauptrunde Platz fünf, sogar die Teilnahme an der Champions Hockey League war in absoluter Reichweite. Was aber dann passierte schmerzt noch immer: Trotz 3:1-Serienführung im DEL-Viertelfinale gegen die Kölner Haie schieden die Ingolstadt Panther noch aus.

Wer kommt, wer geht

Der, der eigentlich nicht zu ersetzen ist, der ist weg. Thomas Greilinger, Edeltechniker, Publikumsliebling und dritterfolgreichster Torschütze der DEL-Historie will mehr Zeit für die Familie und spielt nun in der Oberliga daheim in Deggendorf. Auch Wirbelwind Tyler Kelleher, der vor allem in der ersten Saisonhälfte die Liga verzauberte, ist weg. Ihn zog es nach Schweden.

Überhaupt: Im Angriff gibt es die meisten Abgänge zu verzeichnen. Neben Greilinger und Kelleher haben auch Ryan Garbutt, Laurin Braun, Joachim Ramoser und Patrick Cannone die Panther verlassen. Verteidiger Benedikt Kohl, zuletzt schwer von Verletzungen gebeutelt, zog es nach Straubing.

Die Lücken schließen sollen vor allem zwei Kontingentspieler. Der lange verletzte Techniker Kris Fourcault kam aus Wolfsburg. Ein Mann mit absolutem Torriecher und am Stock sicherlich einer der Besten der Liga.

Doch auch ein anderer Neuzugang hat das Zeug zum absoluten Publikumsliebling: Wayne Simpson. In der nordamerikanischen AHL schaffte er in den letzten Jahren immer einen 40-Punkteschnitt, ist nicht nur enorm stark in der Offensive, sondern auch - wenn's sein muss - ein Ausputzer in der Verteidigung.

Von den Eisbären Berlin kam Colin Smith, aus Schweden Matt Bailey. Auch einige junge deutsche Spieler sind neu dabei. Neben Mirko Höfflin, der schon in der Nationalmannschaft auftreten durfte, kam unter anderem Hans Detsch. Der Landsberger hat bei den Augsburgern einen enormen Schritt gemacht und ist ein ständiger Unruheherd vor dem gegnerischen Kasten. In der Verteidigung holte man Garret Pruden aus der 2. Liga.

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Der 27-jährige Mirko Höfflin in Ingolstadt reifen. Dass der Nationalspieler als Center wohl auch an Klubikone Thomas Greilinger gemessen werden wird, bereitet ihm keinen Druck.

Der Trainer

Doug Shedden. Geradliniger Kanadier. Einer, der auch mal auf den Tisch haut, wenn's sein muss. Der passionierte Angler stand als Spieler unter anderem als Center für die Pittsburgh Penguins und die Detroit Red Wings auf dem Eis. Seit 2017 ist er Trainer beim ERC Ingolstadt. Ihn schmerzt vor allem der Verlust von Thomas Greilinger.

"Wir können Greilinger nicht ersetzen. Der ist in der Hall of Fame der deutschen Spieler. Er war eine Bereicherung für Ingolstadt. Aber die Spieler, die wir verloren haben konnten wir durch richtig gute ersetzen. Man redet zwar immer von den Top Six. Aber Mannheim ist Mannheim, München ist München - wir wollen ins Rennen um den dritten, vierten oder fünften Platz mitmachen und werden das auch tun." Doug Shedden vor dem Saisonauftakt

Die Erwartungen an die Saison

Das Ziel sind die Playoffs, was Shedden und seinem Team absolut zuzutrauen ist. Der Weggang von Thomas Greilinger lässt sich sicherlich nicht eins zu eins kompensieren. Die Zugänge im Sturm scheinen aber durchaus in der Lage, für Furore sorgen zu können.

In der Verteidigung blieb alles weitgehend beim Alten, und die jungen deutschen Akteure wie Höfflin, Wagner, Wohlgemuth und Detsch sind sicherlich in der Lage, Leben ins Team zu bringen. Schafft es dann auch noch Olympiasilberheld Timo Pielmeier aus seiner Leistungsdelle der vergangenen Spielzeit heraus und kann im Tor die Leistungen der Vergangenheit zeigen, dann dürfte die direkte Play-off-Teilnahme zu machen sein.