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Der 9. Spieltag der Fußball-Bundesliga in der Saison 2021/22: Das Spiel 1. FSV Mainz 05 gegen den FC Augsburg in der Zusammenfassung.

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Entsetzen in Augsburg: Gikiewicz redet sich in Rage

Die 1:4-Niederlage in Mainz sorgt für Entsetzen beim FC Augsburg: Der FCA wirft mit seinem blamablen Auftritt große Zweifel an seiner Bundesligatauglichkeit auf - Feuer hatte nur Torwart Rafal Gikiewicz mit seiner schonungslosen Kritik.

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Wie Rafal Gikiewicz in seiner knallgrünen Kluft so schimpfte und polterte, hätte er in Hollywood einen exzellenten Hulk abgegeben. Der Torhüter des FC Augsburg redete sich vollkommen in Rage und ließ seiner Wut nach dem blamablen Auftritt seines Teams freien Lauf. "Mit so einer mentalen Vorbereitung kannst du nicht in der Bundesliga spielen", zeterte der Pole, "nicht einmal in der Kreisliga".

Tatsächlich warf das selbst in dieser Höhe noch glückliche 1:4 (0:3) beim FSV Mainz 05 ernsthafte Zweifel an der Augsburger Bundesligatauglichkeit auf - was auch der erboste Gikiewicz schonungslos ansprach. "Wenn wir so weitermachen, dann spielen wir im Sommer in der 2. Liga. Das muss jeder wissen", sagte er nach der Partie.

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Rafal Gikiewicz vom FC Augsburg

Blutleer, desaströs

Diese Leidenschaft ihres bemitleidenswerten Torhüters hatten die Mitspieler auf dem Platz vollkommen vermissen lassen. Nach einer desaströsen und blutleeren Vorstellung in der ersten Halbzeit ließ sich auch nach der Pause, in der laut Gikiewicz "ein paar Flaschen" kaputtgegangen seien, nur eine leichte Steigerung erkennen. Am Ende war der FCA mit den Gegentoren durch Karim Onisiwo (10.), Stefan Bell (15.) und den bärenstarken Jonathan Burkardt (26./71.) noch gut bedient.

"Keine Eier mit Ball, keine Eier gegen den Ball"

"Aus meiner Perspektive haben wir hier so viel Qualität drin", tobte Gikiewicz weiter: "Aber wir kommen zum Spiel, der Schiri pfeift, und alles ist weg. Wir haben keine Eier mit Ball, keine Eier gegen den Ball." Er habe "das Gefühl, wir sind zu satt und haben keine Lust, Fußball zu spielen" - und dem 33-Jährigen schwante schon noch Übleres: "Wenn du so nach der Länderspielpause gegen Bayern München spielst, dann steht es 0:10."

In Mainz reichte es nur zum Ehrentreffer von Andi Zeqiri (69.), damit sind die Augsburger seit vier Spielen ohne Sieg und stecken im Tabellenkeller fest - nach nur sechs Punkten aus neun Spielen bahnt sich erneut ein zäher Abstiegskampf an. Auch Kapitän Jeffrey Gouweleeuw war angefressen. "Fakt ist", sagte der Niederländer, "wenn wir so spielen, holen wir keine Punkte."

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Verschnupft: FCA-Trainer Markus Weinzierl

Hofmanns Kritik wirkt nach - Weinzierl: "Nicht akzeptabel"

Erst am Dienstag auf der Jahreshauptversammlung hatte Präsident Klaus Hofmann heftige Kritik an der biederen Spielweise der vergangenen Jahre geübt. Den aktuellen Trainer Markus Weinzierl, seit Ende April wieder im Amt, hatte er bei seiner Abrechnung ausdrücklich ausgenommen - nach dem grausigen Auftritt am Freitagabend könnte er dies nochmal überdenken.

Auch Weinzierl zeigte sich fassungslos ob des Auftritts seiner Spieler. "Das war als Mannschaft nicht akzeptabel, und auch nicht das, was wir besprochen haben", kritisierte der 46-Jährige, der in den zwölf Ligaspielen seiner zweiten Amtszeit nur zwei Siege vorzuweisen hat: "So kann man kein Bundesligaspiel bestreiten."

Immerhin etwas Positives hatte sein wütender Torwart aber dann doch noch mitzuteilen. "Zum Glück", sagte Gikiewicz, stehe schon am Mittwoch das Zweitrundenspiel im DFB-Pokal beim VfL Bochum an: "Sonst müsste meine Frau mit mir daheim bis kommenden Sonntag leben. Das wäre schon schwierig."

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