Eishockey-Nachwuchs

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Energiekrise im Eishockeysport: Sparen, wo immer es geht

Energiekrise im Eishockeysport: Sparen, wo immer es geht

Eishockeyhallen sind besonders von der Energiekrise betroffen. Über vielen Eisflächen hängt nun das Damoklesschwert der Schließung. Deshalb wird jetzt gespart, wo immer es geht. Am schlimmsten könnte es den Nachwuchs treffen.

Die Nürnberger DEL-Halle ist dunkler als sonst. Aus Energiespargründen wurde das Licht heruntergedimmt. Außerdem hat die DEL beschlossen, die Dicke der Eisfläche zu reduzieren. Alles, was nicht benötigt wird, wird ausgesteckt.

Kalte Dusche für die Spieler im Gespräch

Das reicht aber noch nicht. Der Geschäftsführer des ERC Ingolstadt Claus Liedy erklärt: "Natürlich muss man in allen Bereichen Energie sparen. Auch in der Verwaltung, obwohl es dabei nur um Kleinigkeiten geht. Auch die geben in der Summe einen erklecklichen Betrag." Überlegt wird sogar, die Spieler kalt duschen zu lassen. Das ist auch für den DEB-Generalsekretär Claus Gröbner eine Option.

Umrüstung auf LED-Leuchten, Verkleinerung des Spielfeldes

Die effektivste Maßnahme wäre die Umrüstung auf LED-Leuchten. Dazu könnten die Eisflächen auf amerikanische Maße umgebaut werden, die sind nämlich fünf Meter schmaler. Das würde bis zu einem Drittel Strom sparen. Aber erstens ist der aktuell in den Stadien liegende Eisring nicht kürzbar. Außerdem haben viele Hallen einen Sanierungsstau.

Nachwuchs und Breitensport besonders hart betroffen

An den DEL-Standorten wird das Thema wegen der langen Mietverträge zwar nicht ganz so brenzlig. Trotzdem macht sich Nürnbergs Stürmer Markus Weber Sorgen. Und zwar vor allem um die Kinder an den zahlreichen kleineren Eishockey-Standorten: "Wenn da die Hallen zumachen müssen, gibt’s auf jeden Fall eine Delle." In allen anderen Sportarten könne man "irgendwie ein Ausweichprogramm starten", aber im Eishockey sei das "schon wirklich schwierig ohne Eishalle".

Niklas Treutle erklärt: "Ich bin im Sommer in Kanada. Da ist jedes Kind fünf bis sieben Mal in der Woche auf dem Eis. Und wenn du dann als Kind auf einmal von März bis September kein Eis zur Verfügung hast, ist das eine absolute Katastrophe. Wenn das jetzt schon im Winter abnimmt, dann ist das ganz schlimm für den Sport. "

Der Icetigers-Torhüter Marcus Weber von den Nürnberg Ice Tigers geht einen Schritt weiter: "Im Winter muss zum Beispiel auch ein Fußballplatz oder eine Handballhalle geheizt werden. Darum sind wir doch alle im gleichen Boot."

Wenn beim Eishockey dann noch die Spielfelder unüberdacht stehen, werden diese für den Fall eines warmen Winters für die Kommunen kaum zu bezahlen sein. Die Gefahr, dass das Nachwuchs-Eishockey und der Breitensport Schaden nehmen, ist also konkret. Die Folgen wären unabsehbar.

Eishockeyhalle des ERC Ingolstadt

Bildrechte: picture alliance / Eibner-Pressefoto / Heike Feiner

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