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© BR/Thomas Klinger
Bildrechte: picture-alliance/dpa

Die Fußballfrauen des FC Bayern haben zum vierten Mal den deutschen Meistertitel gewonnen und sorgen beim Münchner Klub wieder einmal fürs "Double" - denn auch die Männer haben in der abgelaufenen Saison den Titel geholt.

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Endlich Meister - FC-Bayern-Frauen erreichen "Minimalziel"

Die Frauenmannschaft des FC Bayern hat das Minimalziel erreicht und den VfL Wolfsburg als deutschen Fußballmeister abgelöst. Die Münchnerinnen haben die Schale, doch in Champions League und Pokal gab's auch Enttäuschungen. Ein Saison-Rückblick.

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Von
  • Margot Lamparter

Die Ziele der Münchnerinnen für die Saison 2020/21 waren mit dem "Triple" aus Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League hoch gesteckt. Vor allem sollte es endlich eine Wachablösung an der Spitze der Bundesligatabelle geben.

"Wir haben vor zwei Jahren eine Strategie erarbeitet, wollen auf Dauer die Nummer eins in Deutschland werden. Das ist das primäre Ziel", sagte Bayern-Sportchefin Bianca Rech.

Saisonverlauf mit starker Siegesserie

Die Saison begann vielversprechend mit einem 6:0 gegen den SC Sand. Am 9. Spieltag servierte man den Dauerrivalen Wolfsburg mit 4:1 ab. Die Bayernfrauen ritten auf einer Welle des Erfolgs und ließen auf einen Titelregen hoffen.

Mit dem 26. Pflichtspielsieg in Serie stürmten die Münchnerinnen gegen den FC Rosengard auch souverän ins Halbfinale der Champions League. Bis dahin war der Traum von einer perfekten Saison am Leben.

Ausgerechnet Wolfsburg stoppt die Bayernfrauen

Doch dann endete die Erfolgskurve ausgerechnet Im DFB-Pokalhalbfinale gegen Titelverteidiger VfL Wolfsburg. Mit einem 0:2 musste man sich dem Primus, der den Pokal seit 2015 sechs Mal in Folge gewinnen konnte, geschlagen geben.

Auch in der Bundesliga eilten die Münchnerinnen nicht mehr von Sieg zu Sieg, der sicher geglaubte Vorsprung auf Serienmeister Wolfsburg schmolz mit der Niederlage gegen die TSG Hoffenheim am 17. Spieltag von fünf auf knappe zwei Punkte.

Enttäuschung nach Champions-League-Aus

Anfang Mai kam dann auch der Euphorie-Dämpfer auf internationaler Ebene: Durch eine klare 1:4-Niederlage gegen den FC Chelsea war für die Bayernfrauen trotz eines 2:1-Hinspielerfolges im Halbfinale der Champions League vorzeitig Schluss. "Die Enttäuschung ist natürlich riesig", sagte Trainer Jens Scheuer.

Rummenigge: "Anspruch Nummer eins"

Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge unterstrich danach dennoch die ehrgeizigen Ambitionen des Vereins: "Es ist unser Anspruch, auch mit unseren Fußballerinnen internationale Spitze und in Deutschland die Nummer eins zu sein. Diesem Ziel nähern wir uns mit großen Schritten."

Vorentscheidung: Wolfsburg kann nicht vorbeiziehen

Immerhin gelang es den FC-Bayern-Frauen, den Titel im Ligaendspurt über die Ziellinie zu bringen. Drei Spieltage vor Schluss trafen München und Wolfsburg im Spitzenspiel aufeinander und trennten sich mit einem 1:1-Unentschieden.

Mit einem souveränen 4:0 gegen Bayer Leverkusen und einem weiterhin knappen Zwei-Punkte-Vorsprung auf den VfL hielten die Münchnerinnen ihre Titelambitionen aber bis ins Saisonfinale am 6. Juni gegen Eintracht Frankfurt offen. "Eine grandiose Saison krönen", war das finale Ziel von Scheuer.

Nach 22 Spieltagen war der vierte nationale Titelgewinn mit einen souveränen 4:0 gegen Eintracht Frankfurt am letzten Saisonspieltag dann in trockenen Tüchern.

Positiver Trend im Frauenfußball

Der FC Bayern ist also auch mit dem Frauenteam auf dem richtigen Weg, und auch insgesamt wird der Frauenfußball professioneller aufgezogen. Lina Magull sieht einen positiven Trend, weil "die großen Vereine merken, auf den Frauenfußball können und müssen wir setzen." Allerding besteht noch Handlungsbedarf: "Wir brauchen nicht nur vier, fünf, sechs starke Vereine in Europa, sondern da müssen auch noch einige nachziehen."