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EM-Quartier Herzogenaurach schafft "Planungssicherheit" | BR24

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Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat sich noch nicht fix für die EM 2020 qualifiziert, aber schon ein Quartier ausgewählt. Die Wahl für Herzogenaurach kommt früh und überraschend, der Deutsche Fußball-Bund erklärt die Entscheidung.

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EM-Quartier Herzogenaurach schafft "Planungssicherheit"

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat sich noch nicht fix für die EM 2020 qualifiziert, aber schon ein Quartier ausgewählt. Die Wahl für Herzogenaurach kommt früh und überraschend, der Deutsche Fußball-Bund erklärt die Entscheidung.

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"Wir wissen, dass wir uns erst noch für das Turnier im nächsten Jahr qualifizieren müssen, diesem Ziel gilt auch unsere volle Konzentration. Wir haben weiterhin großen Respekt vor unseren nächsten Gegnern und den noch vor uns liegenden sportlichen Aufgaben", wird Oliver Bierhoff, Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) in einer Pressemitteilung zitiert: "Gleichzeitig aber brauchen wir und unsere Partner organisatorische und logistische Planungssicherheit. Hinter der Entscheidung für Herzogenaurach liegt ein intensiver Auswahlprozess mit vielen hervorragenden Optionen."

"Einerseits brauchen wir optimale Voraussetzungen, um konzentriert zu arbeiten und zu trainieren. Gleichzeitig aber müssen die Spieler gut regenerieren können, mal abschalten und sich wohlfühlen. Wir sind davon überzeugt, dass die 'World of Sports' hierfür einen sehr guten Rahmen bietet." Oliver Bierhoff in der DFB-Pressemitteilung

Das DFB-Team wird während der Europameisterschaft auf dem "World of Sports" genannten Campus seines Ausrüsters Adidas im mittelfränkischen Herzogenaurach wohnen und trainieren. Seit 1999 arbeitet der Sportartikelhersteller an dem halboffenen Gelände, das Sportanlage und Firmensitz kombiniert.

Firmengelände und Sportareal in einem

Dort arbeiten einerseits rund 5.600 Mitarbeiter, anderseits erhofft sich Bierhoff ein Flair wie bei Olympischen Spielen. Neben einem Fußballstadion für 4.000 Zuschauer - dort könnten öffentliche Trainingseinheiten abgehalten werden - gibt es unter anderem Fitnessstudio, Tennis-, Beachvolleyball-Platz, Basketballfeld und eine Kletteranlage.

Bis zum nächsten Jahr soll die Anlage für die Bedürfnisse des DFB-Teams noch weiter optimiert werden. Dabei sollen DFB und auch die Spieler eingebunden werden.

© BR

Video: Adidas ist einer der größten Sportartikelhersteller der Welt und feiert in diesem Jahr 70. Geburtstag. Pünktlich zum Jubiläum eröffnete das Unternehmen die neue Firmenzentrale in Herzogenaurach, die "World of Sports".

Erinnerungen an die WM-Pleite 2018

Der DFB wählt diesmal einen eher ungewöhnlichen Weg bei der Turnier-Unterkunft. Häufig nächtigte und trainierte die Nationalmannschaft bei WM- und EM-Turnieren in Luxushotels und nutzte nahegelegene Sportanlagen, beim letzten EM-Titelgewinn 1996 in England etwa im ehemaligen Schloss Mottram Hall. In einem sportschulenartigen Komplex bereitete sich das Team - erfolgreich - nur vor der WM 1974 vor: in der Sportschule Malente in Schleswig-Holstein.

Zuletzt, bei der WM 2018, missglückte der DFB-Versuch mit einer eher unkonventionellen Unterkunft. Das WM-Quartier 2018 im russischen 12.000-Einwohner-Ort Watutinki hatten den Flair einer Kaserne. Schnell wurden Stimmen laut, dass die Atmosphäre nicht gerade beflügelnd für Höchstleistungen sei. Das DFB-Team "flüchtete" ungeplant früh vor dem Lagerkoller und verabschiedete sich nach der Vorrunde aus dem Turnier.

Quartiere des DFB-Teams bei WM- und EM-Gewinnen

  • WM 1954 - Schweiz: Strandhotel Belvédère am Thuner See. Auf langen Spaziergängen am See hatte Weltmeister-Coach Sepp Herberger angeblich seine Taktik fürs Finale ausgetüftelt.
  • EM 1972 - Belgien:  Ein Finalturnier mit nur vier Teams und Spielen innerhalb von fünf Tagen genoss das Team von Bundestrainer Helmut Schön im Brüsseler Holiday Inn.
  • WM 1974 - Deutschland: Franz Beckenbauer & Co. waren in der Sportschule Malente im schleswig-holsteinischen Malente einquartiert. Lagerkoller war vorprogrammiert, von nächtlichen Ausflügen ist die Rede. Am Ende stand trotzdem der Titelgewinn
  • EM 1980 - Italien: Eine komplette Etage im Holiday Inn in Rom hatte das DFB-Team für sich reserviert.
  • WM 1990 - Italien: Das Castello di Casiglio, ein herrschaftliches Schloss im lombardischen Erba, war das Domizil der Weltmeister Lothar Matthäus, Rudi Völler & Co.
  • EM 1996 - England: "Unser Quartier Mottram Hall war fantastisch", sagt Europameister-Torwart Andreas Köpke. Rund 30 Minuten südlich von Manchester beherbergte ein ehemaliges Schloss in der Grafschaft Cheshire die deutschen Kicker.
  • WM 2014 - Brasilien: Erstmals eine komplett unkonventionelle Wahl des DFB - das "Campo Bahia" in Santo André. Die Spieler lebten in Wohngemeinschaften zusammen, das Quartier war nur mit einer Fähre über einen Fluss zu erreichen.