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Trainer Toni Söderholm mit seinem Team

Bildrechte: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Sergei Grits
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Eishockey-WM: Deutsches Team "kaltschnäuzig" zum Erfolg

Für Eishockey-Bundestrainer Söderholm wird die WM in Finnland ein ganz besonderes Turnier, denn für den Finnen ist es auch eine Rückkehr nach Hause. Mit dem finnischen Team war er als Aktiver bei drei Weltmeisterschaften und gewann einmal Silber.

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Dieses Jahr möchte Toni Söderholm mit der deutschen Mannschaft in seiner Heimat große Erfolge feiern, äußert sich aber noch sehr vorsichtig: "Träumen kannst du jeden Tag, wenn du willst, und sollte man wahrscheinlich auch. Aber lass uns erst den ersten Punkt im ersten Spiel gewinnen und dann schauen wir weiter."

Deutlicher als der Bundestrainer machte es hingegen NHL-Goalie Philipp Grubauer. "Natürlich ist unser Ziel, Gold zu holen. Da kannst du jeden Spieler fragen: Wir wollen gewinnen", sagte der 30-Jährige dem kicker.

Die Favoriten sind andere

Der Weg zum großen Triumph geht für den Trainer nur über sein Heimatland und die Titelverteidiger aus Kanada: "An den Finnen muss man irgendwann vorbei. Ich glaube, Kanada wird eine starke Mannschaft haben. Und es wird interessant zu sehen, was die Tschechen mit Kari Jalonen als neuem Trainer machen."

Diese Teams kann Söderholm nicht beeinflussen, aber für seine eigene Mannschaft hat er einen klaren Matchplan: "Kaltschnäuzig, bodenständig, hart - so müssen wir arbeiten, damit wir uns in eine Position bringen, dass wir erfolgreich sein können. Mehr interessiert mich nicht."

Söderholms Tiefpunkt: Olympia

Die deutsche Mannschaft hat letztes Jahr schon gezeigt wie es gehen kann. Bei der WM in Riga verpasste das Team nur knapp die Bronzemedaille. Es war das erste Mal seit der Heim-WM 2010, dass Deutschland wieder ein WM-Halbfinale erreichte.

Im Februar folgte dann allerdings die Enttäuschung, bei den Olympischen Spielen verpasste Deutschland das Viertelfinale. Für Söderholm der erste große Rückschlag als Bundestrainer. Den hat er aber bereits gut verarbeitet und fokussiert sich nun voll auf den Erfolg bei der WM: "Das ist jetzt Vergangenheit. Da habe ich mir schon einen neuen Spiegel gekauft, jetzt müssen wir weitergehen."

Viele Ausfälle und fehlende Stars

Die Kaderplanung dürfte für Toni Söderholm herausfordernd gewesen sein, denn er muss viele Ausfälle und Absagen hinnehmen. Stürmer Dominik Kahun vom SC Bern fällt kurzfristig verletzungsbedingt aus, Manuel Wiederer von den Eisbären Berlin sowie die Münchner Spieler Patrick Hager und Frederik Tiffels stehen ihm ebenfalls nicht zur Verfügung.

Hinzu kommt, dass die früheren NHL-Profis Tom Kühnhackl und Tobias Rieder nicht mit in Finnland sind und Topstar Leon Draisaitl das Team auch bei einem vorzeiten Play-off-Aus nicht unterstützen wird. Der DEB vermeldete am Mittwoch: Ein Einsatz sei "kein Thema".

Drei NHL-Profis sollen es richten

Mit drei deutschen Spielern aus der NHL bekommt das Team aber prominente Unterstützung. Ottawa-Stürmer Tim Stützle, der Verteidiger Moritz Seider (Detroit) und Top-Torhüter Philipp Grubauer (Seattle) zählen zum WM-Aufgebot.

Grubauer, wahrscheinlich die Nummer eins im deutschen Tor, ist für die Mannschaft sehr wichtig, das betont auch Söderholm: "Philipp hat auch einen sehr guten Charakter. Er bringt sehr viel Selbstvertrauen mit. Er bringt ein Gefühl mit, was das Selbstvertrauen der ganzen Mannschaft stärkt." Aber auch Youngster Moritz Seider spielt für den Trainer eine große Rolle: "Wenn er dann seine Schlittschuhe anzieht und aufs Eis geht, dann ist es volles Business."

Deutlich mehr Spieler als aus der NHL kommen von den bayerischen Eishockey-Vereinen: Dazu zählen Fabio Wagner (ERC Ingolstadt), Mario Zimmermann (Straubing Tigers), Maximilian Kastner (Red Bull München), Daniel Schmölz (Nürnberg Ice Tigers), Samuel Soramies (ERC Ingolstadt) und Yasin Ehliz (Red Bull München).

Letzter WM-Test

Gegen Österreich absolvierte die deutsche Mannschaft ihren letzten WM-Test. Den konnte das Team zwar mit 3:1 für sich entscheiden, aber das Zusammenspiel und die Form von Söderholms Truppe konnten noch nicht überzeugen. Christian Winkler, Manager von Vizemeister EHC München, glaubt dennoch an die Mannschaft und eine erfolgreiche WM: "Ich traue ihnen durchaus zu wieder Richtung Halbfinale marschieren zu können."

Ob die Mannschaft von Söderholm rechtzeitig zusammengefunden hat und die großen Favoriten tatsächlich ärgern kann, wird sich schon am Freitag (13. Mai) zeigen, denn dann trifft das deutsche Team im ersten Spiel auf den Titelverteidiger Kanada.

Der Kader im Überblick:

Torhüter

1 Dustin Strahlmeier (Grizzlys Wolfsburg), 30 Philipp Grubauer (Seattle Kraken/NHL), 35 Mathias Niederberger (Eisbären Berlin)

Verteidiger

3 Dominik Bittner (Grizzlys Wolfsburg), 5 Korbinian Holzer (Adler Mannheim), 6 Kai Wissmann (Eisbären Berlin), 38 Fabio Wagner (ERC Ingolstadt), 41 Jonas Müller (Eisbären Berlin), 53 Moritz Seider (Detroit Red Wings/NHL), 55 Mario Zimmermann (Straubing Tigers), 91 Moritz Müller (Kölner Haie)

Stürmer

7 Maximilian Kastner (Red Bull München), 10 Taro Jentzsch (Iserlohn Roosters), 15 Stefan Loibl (Skelleftea AIK/Schweden), 18 Tim Stützle (Ottawa Senators/NHL), 22 Matthias Plachta (Adler Mannheim), 25 Daniel Schmölz (Nürnberg Ice Tigers), 26 Samuel Soramies (ERC Ingolstadt), 40 Alexander Ehl (Düsseldorfer EG), 42 Yasin Ehliz (Red Bull München), 65 Marc Michaelis (Toronto Marlies/AHL), 77 Daniel Fischbuch (Düsseldorfer EG), 83 Leo Pföderl (Eisbären Berlin), 92 Marcel Noebels (Eisbären Berlin), 94 Alexander Karachun (Schwenninger Wild Wings)

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