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Mit jungen Talenten und vielen Altstars, die es noch einmal wissen wollen, wollen die Straubing Tigers zurück in die Erfolgsspur.

Das vergangene Jahr war zum Vergessen: Die Play-offs meilenweit verfehlt, Vorletzter, der Dauerkartenvorverkauf ging zurück. Aber die Reaktion der Straubing Tigers darauf ist bemerkenswert.

Das ist neu

Zum einen wurde der Etat erhöht, zum anderen kräftig eingekauft. 15 neue Spieler stecken nun im Tigers-Trikot und die sorgen auch bei Konrad Abeltshauser von Meister EHC München und Timo Pielmeier vom ERC Ingolstadt für Aufsehen. "Sie haben gute Neuzugänge geholt, es ist auf jeden Fall interessant, zu sehen, wie das dann ausschauen wird", sagt Abeltshauser. Pielmeier bemerkt: "Straubing hat viele junge deutsche Talente und gut in der Vorbereitung gespielt."

Deutsche Talente - der eine Baustein der neuen Tigers. Altgediente DEL-Stars mit einer Leistungsdelle in der letzten Saison wie Travis James Mulock oder Dylan Wruck sind der andere.

Sportlicher Leiter Jason Dunham weiß: Die Altstars wollen sich nochmal beweisen, es könnte eine Win-win Situation für beide Seiten werden: "Wir haben sie in einer Situation geholt, wo sie nicht das erreicht haben, was sie erreichen wollten - und wir geben ihnen eine neue Möglichkeit hier in Straubing, meistens für ein Jahr."

Kurze Verträge, bei guter Leistung eventuell Verbleib oder nochmal im Schaufenster stehen für die großen Klubs – das stachelt an. Es gibt aber auch Spieler, die noch nicht in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) aufgetaucht sind.

Der Königstransfer

Jeff Zatkoff. Vor zwei Jahren noch Stanleycupgewinner mit Pittsburgh, nun im Kasten der Straubinger. Und: ein ganz spezieller Spielertyp. "Er schaut aus, als würde er eigentlich nichts tun, weil er immer in der richtigen Position steht. Ein normaler Torhüter springt immer herum - und der Jeff ist das Gegenteil", sagt Dunham.

Starallüren hat Zatkoff auch nicht, im Gegenteil: Er brennt richtig auf die neue Liga. "Ich bin neu hier, aber hey, so viele Derbys, kurze Distanzen, so viel Rivalität – das stachelt dich doch an. Ich erwarte heiße, enge Spiele."

Jeff Zatkoff 2016 mit dem Stanleycup, den er mit den Pittsburgh Penguins gewann. Unter anderem Spielte Zatkoff auch für die Los Angeles Kings.

Jeff Zatkoff 2016 mit dem Stanleycup, den er mit den Pittsburgh Penguins gewann. Unter anderem Spielte Zatkoff auch für die Los Angeles Kings.

Und für die könnte auch ein Neuzugang sorgen, der letzte Saison in Finnlands erster Liga bei Porin Ässät gespielt und dort im Sturm mächtig Wirbel veranstaltet hat: der Kanadier Antoine Laganière. Straubings Nationalspieler Stefan Loibl sagt: "Großer Spieler, technisch unglaublich gut, stark an der Scheibe - an ihm werden wir sehr viel Freude haben."

Die Prognose

Kapitän Sandro Schönberger bringt's auf den Punkt: "Ich denke, dass wir ein Stück weit größer, tougher und unangenehmer zu spielen sind." Das hat die Vorbereitung gezeigt, in der unter anderem gegen Nürnberg und Wolfsburg der Gäubodencup gewonnen wurde. Ein Überraschungsteam also?

Scheint tatsächlich möglich diesmal, aber nur mit harter Arbeit, sagt Trainer Tom Pokel: "Wir dürfen nicht vergessen - im letzten Jahr haben wir die Playoffs nicht geschafft. Unser erstes Ziel ist deshalb: Von Anfang an in der Eingangstür melden, dass wir eine konkurrenzfähige Mannschaft für die Play-offs oder die Pre-Play-offs sind."

Blühen die Altstars wieder auf und zünden die jungen Deutschen, dann sind den Tigers die Pre-Play-offs diesmal auf jeden Fall zuzutrauen.

Der 1. Spieltag der Deutschen Eishockey-Liga im Überblick

Alle Spiele Freitag, 14. September, 19.30 Uhr

Autoren

Achim Hofbauer

Sendung

B5 Sport vom 14.09.2018 - 07:55 Uhr