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Im slowenischen Planica beginnt die coronabedingt verschobene Skiflug-WM 2020. Markus Eisenbichler geht nach seiner bisher starken Saison als einer der Mitfavoriten in den Wettbewerb, er fühlt sich "wie Aladin auf seinem fliegenden Teppich".

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Eisenbichler: Skifliegen wie Aladin auf dem fliegenden Teppich

Bei der Skiflug-WM in Planica wollen die DSV-Hoffnungsträger Karl Geiger und Markus Eisenbichler weit über 200 Meter durch die Luft segeln. Ein besonderes Gefühl, sagt der Siegsdorfer: "Wie Aladin, der auf seinem fliegenden Teppich vorbeifliegt."

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Von
  • Margot Lamparter
  • BR24 Sport

Skifliegen übt eine riesen Faszination aus, auch für den derzeit besten DSV-Skiadler Markus Eisenbichler. Hier segeln die Athleten weit über 200 Meter durch die Luft und genießen das besondere Gefühl. "Es fühlt sich im Endeffekt an, wie der Aladin, der auf seinem fliegenden Teppich vorbeifliegt, nur es hört irgendwann auf", beschreibt es der 29-Jährige. Eisenbichler war nach 2017 auch 2019 auf der Schanze in Planica schon 248 Meter weit geflogen. Den Schanzenrekord setzte 2019 aber Ryoyu Kobayashi mit 252 Metern.

Doch in dieser Saison ist bislang nicht Kobayashi, sondern der Siegsdorfer ein Maßstab, wenn es um die Podestplätze geht. Sein Plan: "Mein Fluggefühl ausspielen und dann haben es die anderen schon schwer", sagt Eisenbichler selbstbewusst. Im Gegensatz zum März, wo es mehr Aufwind gibt, kann sich der Oberbayer gut vorstellen, dass ihm der jetzt zu erwartende Rückenwind sogar zugutekommt.

Horngacher empfiehlt Absprung "mit Dampf"

"Planica ist schon eine eigene Schanze," weiß auch Bundestrainer Stefan Horngacher. Es sei eine Herausforderung zwischen Skispringen und Skifliegen. "Man muss gut vom Tisch wegkommen." Gefordert ist ein Absprung "mit Dampf“. In die Rolle der Favoriten haben sich die Norweger in Nischni Tagil gesprungen. Doch "prinzipiell ist jeder zu schlagen", sagt Horngacher. "Mit den Norwegern ist definitiv zu rechnen." Er konzentriere sich aber auf das eigene Team.

Drei Ski-Adler fix nominiert

Neben Eisenbichler sind Karl Geiger und Pius Paschke schon fix für die Wettbewerbe gesetzt. Der vierte Starter und ein Ersatzspringer werden am Donnerstag im Training unter Severin Freund, Martin Hamann und Constantin Schmid ermittelt, sagt Horngacher.

Geiger meldet sich zurück. Der Oberstdorfer war aus Nischni Tagil abgereist, weil das erste Kind unterwegs ist. Das ist aber noch nicht da, deshalb tritt der 27-Jährige in Planica an. "Karl darf man beim Skifliegen nicht unterschätzen“, glaubt Horngacher.

Paschke eine neue DSV-Größe

Deutlich im Aufwind ist aktuell auch Pius Paschke. Der 30-Jährige hat nie aufgegeben und gelernt, geduldig zu sein, auch wenn es nicht immer klappt: "Hab immer Spaß gehabt und versucht besser zu werden." Mit Platz fünf in Nischni Tagil holte er am vergangenen Wochenende sein bislang bestes Weltcupergebnis. Und ist für den WM-Kader gesetzt. "Mein erstes Großereignis", freut sich Paschke. Denn "Skifliegen ist schon eine feine Sache". Das "war schon mein großer Traum.“ Auf die Bedingungen ist er gespannt, "ob es vom Wind ein bisschen anders ist“, jetzt im Dezember statt als sonst im März.

Wellinger nicht im WM-Kader

Olympiasieger Andreas Wellinger (Ruhpolding) konnte bei seinem Weltcup-Comeback nicht überzeugen und wird deshalb nicht dabei sein. Das verkündete der 25-Jährige via Soziale Medien. "Manchmal ist es nicht einfach, Skispringen zu beschreiben, schrieb Wellinger und wünschte seinen Teamkollegen alles Gute für das erste Großereignis der Saison.

Wellinger war nach anderthalb Jahren Pause aufgrund eines Kreuzbandrisses zu Saisonbeginn in den Weltcup zurückgekehrt, konnte in den bislang fünf Einzelspringen aber keine Weltcup-Punkte sammeln. Richard Freitag und David Siegel waren bislang im Weltcup noch gar nicht zum Einsatz.

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Bundestrainer Stefan Horngacher: "Prinzipiell ist jeder zu schlagen"