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Einigung auf Testbetrieb: Fans im Stadion zum Bundesliga-Start | BR24

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Die Chefs der Staatskanzleien haben sich am Dienstag getroffen, um ein bundesweit einheitliches Vorgehen zu erreichen und das ist geglückt - Bilder von komplett leeren Stadien werden ab sofort der Vergangenheit angehören.

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Einigung auf Testbetrieb: Fans im Stadion zum Bundesliga-Start

Die Politik hat sich rechtzeitig zum Start der Fußball-Bundesliga am kommenden Wochenende auf einheitliche Regeln zur Fanrückkehr geeinigt, und das nicht nur im Fußball. In einem sechswöchigen Testbetrieb sind eine bestimmte Anzahl Fans zugelassen.

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Die Zeit der Geisterspiele in der Fußball-Bundesliga und den anderen großen Profiligen ist vorerst vorüber. Die Bundesländer verständigten auf einen sechswöchigen Testbetrieb mit Zuschauern unter Corona-Bedingungen. Die Grenze liegt bei 20 Prozent der jeweiligen Stadion-Kapazität - 1.000 Zuschauer dürfen auf jeden Fall ins Stadion oder in die Halle. Denn die Regeln gelten nicht nur für Fußball, sondern etwa auch für Handball-, Basketball- oder Eishockeyspiele.

Nach diesen Informationen soll es wegen der anhaltenden Corona-Pandemie wichtige Einschränkungen geben. So sollen unter anderem keine Tickets für Fans der jeweiligen Gastmannschaften ausgegeben werden. Die Tickets werden nur personalisiert verkauft, damit eine Nachverfolgung von Infektionsketten gewährleistet wird. Vorzugsweise soll es darum vollständig digitale Lösungen im Rahmen des Ticketings geben.

Ende Oktober Entscheidung über Dauerbetrieb

Entsprechend den jeweils geltenden Landesregeln muss ein Abstandsgebot von 1,5 Metern eingehalten werden. Dies werde "insbesondere durch eine Reduktion der maximalen Zuschauerauslastung, eine Entzerrung der Besucherströme durch eine Segmentierung bei Ein- und Auslass, ein Verbot des Ausschanks und Konsums von alkoholhaltigen Getränken sowie ein Zutrittsverbot für erkennbar alkoholisierte Personen" erreicht, heißt es in dem der Deutschen Presse Agentur vorliegenden Beschluss.

Die jeweils zuständigen Sportverbände sollen den Testbetrieb wissenschaftlich begleiten. Dabei solle besonders auf die Problematiken der Aerosole, Verkehrslenkung, des Ticketing, Einlass und Verlassen des Stadions und die Unterschiede zwischen Hallen- und Freiluftsport eingegangen werden.

Spätestens Ende Oktober soll nach dem Beschluss über die Erkenntnisse aus dem Probebetrieb und über die Überführung in einen Dauerbetrieb entschieden werden.

Watzke: "Große Verpflichtung"

Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer von Borussia Dortmund, begrüßte die Entscheidung der Politik für eine Rückkehr von Fans: "Ich möchte mich bei allen aus der Politik bedanken, die in den vergangenen Wochen an der heutigen Entscheidung mitgewirkt haben", sagte Watzke. Gleichzeitig betonte er auch "die große Verpflichtung, dass wir als Klubs gemeinsam mit mit den beteiligten Fans mit dieser Probezeit in den kommenden Wochen äußerst verantwortungsvoll umgehen".

Die genehmigte Teilwiederzulassung von Zuschauern sei jedenfalls "ein ganz wichtiger Schritt für alle Fußballfans in Deutschland".

Freude bei Basketballern und Handballern

Auch die großen Hallensportarten Eishockey, Basketball und Handball haben nach der Einigung in Berlin endlich Gewissheit. Stefan Holz, Geschäftsführer der Basketball-Bundesliga (BBL), begrüßte die Entscheidung für einen Testbetrieb mit Zuschauern: "Eine bundeseinheitliche Lösung ist eine wichtige Botschaft und ein Vertrauensvorschuss. Das ist ein erster positiver Schritt zur Rückkehr der Fans. Ich freue mich, dass diese Entscheidung so rasch gefallen ist und nicht wie zunächst angekündigt erst Ende Oktober. Das war unser Wunsch."

Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball-Bundesliga (HBL) sagte: "Für uns ist es ein großer Schritt nach vorne. Zwar hätten wir uns etwas mehr als die 20 Prozent gewünscht, aber wir wollen da nicht kleinkrämerisch sein. In Gesprächen ist uns klar geworden, dass einige Personen, wie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, bereits jetzt über ihren Schatten gesprungen sind. Wir hoffen nun darauf, dass wir die Auslastung ab Ende Oktober noch weiter steigern können. 20 Prozent reichen für uns auf Dauer nicht aus, um profitabel zu wirtschaften."

Etwas zurückhaltender reagierte Gernot Tripcke, Geschäftsführer der Deutschen Eishockey Liga: "Wir müssen diese Entscheidung der Politik erstmal sacken lassen und abwarten, wie die praktische Handhabung erfolgt. Die 20 Prozentgrenze ist als Empfehlung formuliert und die Abstandsregelungen verweisen auf das jeweilige Landesrecht. Die Konsequenzen für die neue Saison werden wir am kommenden Montag gemeinsam mit den Klubs besprechen."