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Ein Rodel-Weltmeister erklärt die Kunst des Schlittenfahrens | BR24

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Den letzten Sonntag der Winterferien genießen viele Münchner Familien im Olympiapark

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    Ein Rodel-Weltmeister erklärt die Kunst des Schlittenfahrens

    Schlitten ist der einfachste Wintersport - und doch eine Kunst für sich: Der vierfache Rennrodel-Weltmeister Alexander Resch erklärt die Faszination für's Rodeln und gibt Tipps, wie man seine Schlittenfahrt auf das nächste Level heben kann.

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    Von
    • Johanna Gebhardt

    Schlittenfahren ist eine der beliebtesten Wintersportarten der Deutschen, und gehört fest zum Winter dazu. Fast jeder war wenigstens einmal als Kind auf dem Schlittenberg - die meisten verbinden das mit Spaß, Action und gelegentlichen blauen Flecken.

    Manch einer will gar nicht mehr aufhören, Schlitten zu fahren - so zum Beispiel Alexander Resch. Seit seiner Kindheit ist er begeisterter Rodler, als Erwachsener wurde er dann vierfacher Weltmeister im Rennrodeln und dreifacher deutscher Meister im Doppelsitzer. Heutzutage arbeitet er unter anderem als Vorstandsmitglied des deutschen Bob- und Schlittenverbandes.

    Rodel-Weltmeister: "Schlittenfahren ist der einfachste Wintersport"

    Warum der Schlitten auch heutzutage noch so beliebt ist, kann er sich gut erklären: Schlittenfahren sei die einfachste Form des Wintersports: "Das ist einfach so, eigentlich kann man das schon fast mit dem Fußball vergleichen." Einen Schlitten habe jeder irgendwo herumstehen und irgendwelche verschneiten Hügel, sofern man in der entsprechenden Region wohne, seien meist auch in Reichweite. "Also gibt’s nichts Leichteres, um sich an der frischen Luft zu bewegen, seinen eigenen vier Wänden zu entkommen, und um ein bisschen Spaß zu haben."

    Die Faszination des Schlittenfahrens liegt in seiner Einfachheit. Um auf dem Schlittenberg Spaß zu haben, braucht man ja nicht mal einen richtigen Rodelschlitten. In den ersten Überlieferungen über das Schlittenfahren erzählt der griechische Schriftsteller Plutarch, wie der germanische Stamm der Kimbern splitterfasernackt den Berg hochkraxelt, um am Ende auf Schildern herunterzurodeln.

    Alternativen zum Schlitten: Autoreifen, Backblech, alte Klobrille

    Das Nacktrodeln hat sich zwar in der Gesellschaft nicht durchgesetzt, aber dass Menschen auf improvisierten Schlitten den Berg runter rutschen, das gibt es auch heute noch: Alternativen zum Schlitten gibt es genug. Von Plastiktüten über Autoreifen bis hin zum Backblech oder der alten Klobrille. An Kreativität mangelt es Amateurrodlern jedenfalls nicht.

    Dass es beim Schlittenfahren gar nicht unbedingt darum geht, den besten Schlitten zu haben, kann Alexander Resch bestätigen: Es liege ja immer irgendwas rum, auf dem man rumrutschen könne. "Sei's eine Schneeschaufel, sei’s eine Schneehexe." Mit all diesen Dingen könne man wunderbar rumrutschen. "Begonnen bei diesen Plastikrutschern", alles eigne sich. Wichtig sei nur, dass man eine gute Unterlage habe, dass man Schnee habe, "und dass es entsprechend steil ist, damit man Fahrt aufnehmen kann."

    Richtig fahren will gelernt sein

    Steile Berge mit genug Schnee - je nachdem wo man wohnt, bedeutet das für manche Leute: auf zur Piste! Aber wo sich viele Rodler tummeln, ist natürlich auch Vorsicht geboten. Denn Schlittenfahren kann auch gefährlich werden. Schätzungen zufolge verletzen sich jedes Jahr 1.300 Menschen beim Rodeln, durch Aufprälle gegen Hindernisse, falsches Bremsen oder Kollisionen. Das könne man vermeiden, so Resch: "Ich glaube, das wichtigste ist, wenn wir von Pisten sprechen, dass man auf keinen Fall auf irgendwelchen Pisten unterwegs ist, die von Skifahrern frequentiert sind. Das kann böse Verletzungen nach sich ziehen, davon würde ich abraten."

    Was die Fahrerei auf Sportpisten oder auf klassischen Rodelpisten betreffe, ist laut Resch das Equipment entscheidend. Wichtig sei, vor allem wenn es schneller werde und über das normale Runterrutschen hinausgehe, dass man dann doch einen Helm aufsetze, dass man vernünftige Handschuhe trage und warm angezogen sei. Auch wichtig sei gutes Schuhwerk, "damit man gegebenenfalls auch mal bremsen kann."

    Richtiges Bremsen will gelernt sein

    "Besonders wichtig: Abstand halten! Voraussicht. Das ist eigentlich wie beim Autofahren und dem halben Tacho. Wichtig ist, dass man zu seinem Vordermann so viel Abstand hält, dass man noch bremsen kann." Alexander Resch, vierfacher Weltmeister im Rennrodeln

    Letzte Tipps von Rodel-Weltmeister Resch: Richtig Bremsen will auch beim Schlittenfahren gelernt sein. Wer sich einfach vom Schlitten herunter plumpsen lässt, dem fährt der Schlitten einfach davon. Deswegen am besten beide Füße in den Boden rammen, und dabei die Vorderseite des Schlittens nach oben ziehen. So setzen sich die hinteren Kufen im Boden fest, und der Schlitten kommt schnell zum Halt.

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