In Ebermannstadt im Landkreis Forchheim findet der Weltcup im Kunstradfahren statt. (Symbolbild)

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Ebermannstadt statt Hongkong: Weltcup der Kunstradfahrer steigt

Ebermannstadt statt Hongkong: Weltcup der Kunstradfahrer steigt

Die Elite der Kunstrad-Fahrer trifft sich in der Fränkischen Schweiz. Dabei hätte der Weltcup eigentlich in Hongkong stattfinden sollen. Auf der Suche nach einem Ersatzaustragungsort hatte Ebermannstadt Rom ausgestochen - eines Weltmeisters sei Dank.

In Ebermannstadt im Landkreis Forchheim findet an diesem Wochenende der 3. Weltcup im Kunstradfahren statt. Ursprünglich war Hongkong als Austragungsort dafür vorgesehen. Die Veranstalter mussten jedoch aufgrund der Corona-Lage die Ausrichtung absagen. Daraufhin bewarben sich der Ort in der Fränkischen Schweiz und das italienische Rom um den Weltcup. Bereits ab Freitag wird sich die Elite der deutschen Kunstradfahrer in Ebermannstadt auf die Wettkämpfe vorbereiten.

Lukas Kohl: Kunstrad-Weltmeister aus Ebermannstadt

Die Initiative für die Bewerbung von Ebermannstadt geht auf den fünfmaligen Weltmeister Lukas Kohl zurück, der im benachbarten Kirchehrenbach zuhause ist. Auf dem Heimweg von einem Weltcup in der Slowakei sei ihm im April die Idee als Ersatzort für Hongkong einzuspringen gekommen. Unterstützung erhielt er dabei von seiner Mutter, die auch Trainerin des Champions ist. "Das war ein Sprung ins kalte Wasser. Aber wir wollten die Chance nutzen, etwas Cooles zu zaubern", erklärt Lukas Kohl.

Keine leichte Aufgabe, denn ein solcher Wettbewerb für Sportler aus 14 Ländern muss organisiert und vor allem finanziert werden. Ebermannstadt unterstützt ihn dabei, in dem sie Kohl die Stadthalle als Austragungsort kostenlos zur Verfügung stellt. Zudem konnten noch zwei Hauptsponsoren und sechs Wirtschaftspartner für die fünf Disziplinen gefunden werden. "Die Einnahmen über die Tickets von neun Euro kommen dem Nachwuchs zugute", so Lukas Kohl, der als Teilnehmer und Mitveranstalter in der Fränkischen Schweiz antreten wird.

Ebermannstadt statt Hongkong: Kunstradfahrer tragen hier ihren Weltcup aus.

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Deutschland ist Kunstrad-Hochburg

Egal ob nun 1er oder 2er Kunstradsport – Deutschland gilt als Hochburg für diese Disziplinen. Seit Jahrzehnten kommen die Weltmeister hier her, ob nun Michael Niedermeier, David Schnabel, Martin Rominger oder eben Lukas Kohl. Benutzt wird beim Wettkampf ein Spezialrad. Beim Einerrad-Wettkampf, den Lukas Kohl seit Jahren erfolgreich bestreitet, gilt es 30 Übungen in fünf Minuten zu zeigen und zu beherrschen.

Einfache Grundelemente sind dabei Rückwärtsfahren, Stände auf Lenker und Sattel, Sprünge oder Übungen, bei denen auf dem Hinterrad gefahren wird. Die Wettkampffläche in der Halle ist dabei elf mal 14 Meter groß. Kunstradfahren ist keine olympische Sportart, war aber 1989 in Karlsruhe einmal im Programm der World Games vertreten.

Lukas Kohl: amtierender Weltmeister

Ganz entscheidend in der Karriere von Lukas Kohl die Familie. Schon mit neun Jahren begann Kohl mit dem Kunstradfahren. Die Trainerin: Mutter Andrea. Seiner Heimat Ebermannstadt ist er dabei treu geblieben. Der Weltrekordhalter und fünffache Weltmeister im Einer-Kunstradfahren wohnt nach wie vor hier und startet für den RMSV Kirchehrenbach. Seinen Sport muss er selbst finanzieren. Von 2016 bis 2021 holte sich Lukas Kohl jährlich den Titel des Weltmeisters und den will er auch in Ebermannstadt behaupten.

Seit vergangenem Jahr ist der Wirtschaftsingenieur zudem im Präsidium der "Athleten Deutschland", einem Verein, der die Interessen deutscher Kaderathleten vertritt. Auch in diesem Jahr räumte der 26-Jährige bereits viele Titel ab. Jeweils den 1. Platz belegte er im März beim East European Cup in Prag, beim 1. Weltcup im slowakischen Komarno und unter anderem bei der EM-Quali in Langenselbold. Jüngster Titel im Juli: Bayerischer Meister.

Lukas Kohl und seine Mutter Andrea mit einem Veranstaltungsplakat für den Weltcup in Ebermannstadt

Bildrechte: Lukas Kohl

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