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DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier

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DSV-Alpindirektor Maier plädiert für späteren Ski-Saisonstart

DSV-Alpindirektor Maier plädiert für späteren Ski-Saisonstart

Vor dem Start der Skifahrerinnen in diesen Weltcup-Winter regt der DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier zum Nachdenken an. Die Kalender-Reformen im Skisport sieht er kritisch und schlägt stattdessen eine andere Vorgehensweise vor.

Am Samstag starten die weltbesten Skifahrerinnen in den Winter beim Slalom in Levi (ab 10 Uhr im BR Fernsehen und im BR24Sport-Livestream). Geplant war das eigentlich anders. Schließlich hätten sie nach dem neuen Kalender des Ski-Weltverbandes bereits Station in Sölden, Lech und Zermatt machen sollen. Doch jedes Mal fielen die Weltcups den Witterungsbedingungen zum Opfer. In Sölden waren es Nebel und Niederschläge, in Lech und Zermatt konnte aufgrund zu wenig Schnees nicht gefahren werden.

Während Sölden traditionell im Oktober stattfindet, war Zermatt als längste Abfahrt des ganzen Jahres und grenzübergreifend von der Schweiz aus nach Italien die Idee des neuen FIS-Präsidenten Johan Eliasch. Der Alpindirektor des Deutschen Skiverbandes (DSV), Wolfgang Maier, sieht diese Neuerungen kritisch: "Man muss dann mit dem Wintersport beginnen, wenn die Jahreszeit reif ist dazu. Und die ist einmal nicht am 20. Oktober reif", sagt er im Interview mit BR24 Sport.

Maier regt Saisons von November bis März an

Seit einigen Jahren bekräftigt er - wie unter anderem auch der BR-Wintersportexperte Felix Neureuther -, dass der Weltcup in einer anderen Spanne stattfinden soll: "Es macht einfach Sinn, wenn wir in der ersten Novemberwoche bis Mitte November beginnen und dann bis Mitte März den Weltcup fahren. Das ist für mich eine vernünftige Spanne, mit der sich auch die Menschen in damit identifizieren können, wo wir auch sehen, dass wir Aufmerksamkeit oder auch die Zuschauer bekommen."

In Levi in Finnland passen die äußeren Bedingungen wie jedes Jahr Mitte November. Im vergangenen Jahr wurde Lena Dürr zweimal Dritte, sie geht als aussichtsreichste Deutsche in die Rennen am Samstag und Sonntag. Ihre Entwicklung in der vergangenen Saison hat Maier imponiert.

Lena Dürr jagt in Levi Rekordsiegerin Petra Vlhova

"Wir hatten viele Jahre, wo wir nicht mehr sicher waren, ob das eigentlich Sinn macht, was man macht und auch, wie die Performance war. Aber das, was sie letztes Jahr geleistet hat, das war schon aller Ehren wert", sagt er. "Sie ist als Persönlichkeit gereift, zeigt auch dieses dieses Leadership, das man letztendlich braucht, und auch das Selbstvertrauen, dass man dann bei den besten fünf oder bei den besten drei der der Welt dabei ist."

Rekordsiegerin in Levi ist Petra Vlhova, sie hat bereits fünfmal gewonnen. Ob sie wieder siegt, wird sich zeigen. Genauso, wie es generell mit dem deutschen Skisport weitergeht: "Ich mache mir nicht direkt Sorgen darum, dass man nicht mehr Skifahren kann. Weil das wird man auch noch weiterhin können", sagt der Alpindirektor. "Sondern das, was mir schon Kopfzerbrechen macht, ist: wie wir den den Sport noch so gestalten können, dass wir auch in Deutschland konkurrenzfähig bleiben." Eine Hilfe dürften dabei schon einmal Erfolge in der Gegenwart sein - am besten gleich am Wochenende in Levi.

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