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DSV-Alpinchef Maier: "In jeder Krise liegt eine Chance" | BR24

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Obwohl für die deutschen Skisportler der Schnee derzeit noch außer Reichweite ist, gibt sich Alpinchef Wolfgang Maier zuversichtlich. Die Rennfahrer seien besonders motiviert und zukünftige Rennen notfalls auch ohne Zuschauer attraktiv.

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DSV-Alpinchef Maier: "In jeder Krise liegt eine Chance"

Obwohl für die deutschen Skisportler der Schnee derzeit weit weg ist, ist Wolfgang Maier, Alpinchef des Deutschen Skiverbands (DSV), zuversichtlich. Die Sportler seien besonders motiviert und zukünftige Rennen notfalls auch ohne Zuschauer attraktiv.

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Anfang August, das ist eigentlich die Zeit, in der die alpinen Rennläufer wieder Schnee unter den Skiern haben. Üblicherweise fliegen sie dazu nach Südamerika in die großen Trainingslager, um sich auf den anstehenden Skiwinter vorzubereiten. In diesem Jahr ist alles anders.

Südamerika "mit Schnee ohne Ende" derzeit unerreichbar

"Derzeit ist der Stand der Dinge, dass dieses Thema Südamerika für uns nicht erreichbar ist", sagt Wolfgang Maier, Alpindirektor des Deutschen Skiverbands (DSV), zur Reiseproblematik in Coronazeiten: Das sei "schon ein Verlust für uns." In Südamerika hat es nämlich "im Augenblick Schnee ohne Ende. Es gibt in Chile bis zu sechs und acht Meter Schneeauflage auf den Skigebieten, auf denen wir sonst immer waren. Es sind eigentlich die Voraussetzungen, sind ein Traum", erklärt Maier.

Standortnachteil Deutschland

Besonders bitter sei die Situation, weil die deutschen Athleten nicht die Möglichkeit haben, "im eigenen Land zu trainieren". Und wenn es die gegeben hätte, "dann durften wir es nicht", sagt Maier. Trotzdem will er nicht "von irgendeinem Trainingsrückstand oder Benachteiligung sprechen".

Mit "extrem hoher Motivation" und Flexibilität ans Werk

"In jeder Krise liegt natürlich auch immer eine Chance", sagt Maier trotzdem voller Zuversicht. Zurzeit sei es so, "dass die Sportler eine extrem hohe Motivation zeigen". Sie seien "froh, dass sie ihren Sport überhaupt wieder ausüben können." Die Grundphilosophie, besonders in dieser Zeit, "heißt Flexibilität oder Anpassungsfähigkeit." Das versuche er, den Rennläufern mitzugeben, damit "jeder in seinem Kopf auch das Unerwartete bereithält."

Maier: "Notfalls ohne Zuschauer"

Dementsprechend werden verschiedene Szenarien durchgespielt. Aber man versuche, Ende Oktober auf jeden Fall ein Rennen zu fahren, egal mit welchem Sicherheitskonzept. Auch die Ski-WM hält Maier "für absolut umsetzbar".

Zwar sei es schon "cool, wenn dann 25.000 Leute dastehen und zuschauen." Das sei am Schluss aber "nicht entscheidend". "Wenn wir es schaffen, gute Performance über Bilder zu machen, wenn wir es schaffen, Emotionen über Bilder zu transportieren, dann ist das nicht der entscheidende Faktor, ob wir ein Event stattfinden lassen können oder nicht", sagt der DSV-Alpinchef.