Alpinchef Wolfgang Maier
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DSV-Alpinchef Maier: FIS handelt "gegen die Verbände"

DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier hat sich am Rande des Weltcupfinals erneut zum Streit mit dem Weltverband FIS und deren Präsidenten Johan Eliasch geäußert. Auch wenn das Tischtuch zerschnitten scheint, sei man gesprächsbereit.

Über dieses Thema berichtet: Blickpunkt Sport am .

Erst vor wenigen Tagen hatten die Verbände aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Kroatien ihre Klage gegen die umstrittene Wiederwahl von Eliasch als FIS-Präsidenten zurückgezogen. Zuvor waren die vier Nationalverbände vor den CAS gezogen.

Fronten zwischen Nationalverbänden und FIS verhärtet

"Die Klage wurde zurückgenommen, damit man eine Gesprächsbasis schaffen kann", erklärte Maier am Samstag (18.03.2023) am Rande des Weltcupfinals der alpinen Skirennfahrer in Soldeu/Andorra. Die Fronten zwischen den Nationalverbänden und dem Weltverband hätten sich "extrem verhärtet", so Maier: "Wir müssen Acht geben, dass wir unseren Sport durch diese Diskussion nicht schädigen."

Im Zentrum der Kritik steht vor allem Eliasch, der die Kommerzialisierung des alpinen Skirennsports vorantreibt, ohne die Athleten und Nationalverbände einzubeziehen. Der Weltcupkalender wird immer voller, viele Rennen mussten in dieser Saison ausfallen, da zu wenig Schnee lag.

Maier: "Es gibt kein Commitment"

"Wir sind die attraktivste Randsportart der Welt", fuhr Maier fort, "aber man muss den Kalender nicht so vollpacken. Es gibt kein Commitment zwischen denen, die den Sport ausführen und denen, die die Wirtschaftlichkeit des Sports planen."

Laut Maier solle es in erster Linie um die Athleten und den Sport gehen und "nicht um Privilegien von irgendwelchen Funktionären oder um das Diktat eines Funktionärs. Man verliert den Fokus. Das wird meiner Ansicht nach komplett verkehrt vom Präsidenten der FIS geleitet."

Neureuther: "So viele Dinge laufen falsch"

Noch am Samstag (18.03.2023) will sich die FIS mit den Nationalverbänden zusammensetzen und die jüngsten Spannungen besprechen. Maier erwartet sich "nicht viel" von diesem runden Tisch: "Es kommt darauf an, ob von Seiten der FIS auch Verständnis für die Verbände da ist. Aber sein (Eliaschs, Anm. d. Red.) Handeln ist total gegen die Verbände".

Sportschau-Experte Felix Neureuther pflichtete Maier bei. "So viele Dinge laufen aktuell falsch", sagte der ehemalige Athlet: "Ich glaube nicht, dass man von der FIS erhört wird." Dabei wäre die Basis mit ehemaligen und aktiven Athleten vorhanden, um gemeinsam über Veränderungen im Weltcupkalender und im alpinen Skirennsport zu diskutieren, meinte Neureuther.