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Druck auf das IOC wächst, auch Jan Frodeno spricht Klartext | BR24

© Picture alliance/dpa

Jan Frodeno

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    Druck auf das IOC wächst, auch Jan Frodeno spricht Klartext

    Auf IOC-Präsident Thomas Bach wächst der Druck. Neben vielen Kritikern spricht der Triathlet Jan Frodeno Klartext: Das Festhalten an den Olympischen Spielen in Tokio sei "untragbar". In Japan wird inzwischen über eine Verschiebung nachgedacht.

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    Innerhalb der nächsten vier Wochen soll eine Entscheidung über die Ausrichtung der Olympischen Spiele fallen, hatte das IOC am Sonntag mitgeteilt. Genau dieses Festhalten kritisiert Frodeno aufs Schärfste: "Meiner Meinung nach ist es absolut untragbar, so eine Veranstaltung noch länger aufrecht zu erhalten", sagte er in der Sendung Blickpunkt Sport. Von Experten habe Frodeno gehört, es wäre "absolut unmöglich, dass im Juli eine Großveranstaltung stattfinden soll".

    Bis auf "Schlafzimmerrunden" kein Training möglich

    Dementsprechend findet der Triathlet "es schade, dass den Sportlern dieser Stress auferlegt wird", sich irgendwie fit halten zu müssen. Bei ihm sei es derzeit nämlich ausschließlich möglich "Schlafzimmerrunden zu drehen". Ähnlich gehe es zahlreichen Sportler in anderen Ländern, erklärte Frodeno. An ein nur halbwegs geregeltes Training ist nicht zu denken.

    "Erst einmal gesund bleiben", Verhalten des IOC "dermaßen peinlich"

    Jetzt versucht der derzeit mit seiner Familie im spanischen Girona lebende 38-Jährige, "erst einmal gesund zu bleiben, besonders mit zwei Kindern zu Hause". Schließlich habe sich "dieses Virus noch nicht annähernd auf der Welt ausgebreitet", erklärt der Triathlet. Auch deshalb lautet sein finales Urteil über das IOC: "Ich finde das Verhalten von oberster Seite, vom IOC, dermaßen peinlich. Es ist sowas von nicht zu tragen".

    Coe: "Austragung der Spiele weder machbar noch wünschenswert"

    Ähnlich sieht das auch Sebastian Coe, der Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes. In einem Brief an den IOC-Chef schrieb er, dass die geplante Durchführung der Spiele (24. Juli bis 9. August) in diesem Sommer aufgrund der Coronakrise "weder machbar noch wünschenswert" sei. Und dieser Kritik schließen sich immer mehr Athleten an.

    Gastgeberland denkt über Verschiebung nach

    Inzwischen geht man auch im Gastgeberland, davon aus, dass die Olympischen Spiele in Tokio aufgrund der Corona-Pandemie nicht im geplanten Zeitraum (24. Juli bis 9. August) stattfinden können. "Wir sind nicht so blöd, die Olympischen Spiele wie geplant auszutragen", sagte Yoshiro Mori, der Präsident des Organisationskomitees. Es sei schwierig, Spiele unter diesen Umständen abzuhalten, betonte auch Japans Premierminister Shinzo Abe: "Wir müssen über eine Verschiebung entscheiden."