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Drei Jahre Stadionverbot nach Rassismus-Vorfall gegen Kwadwo | BR24

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Drei Jahre Stadionverbot hat der Fußball-Drittligist Preußen Münster nun gegen den Mann verhängt, der bei einem Spiel gegen die Würzburger Kickers den Spieler Leroy Kwadwo rassistisch beleidigt hatte. Zudem wird ihn wohl eine Geldstrafe erwarten.

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Drei Jahre Stadionverbot nach Rassismus-Vorfall gegen Kwadwo

Drei Jahre Stadionverbot hat der Fußball-Drittligist Preußen Münster nun gegen den Mann verhängt, der bei einem Spiel gegen die Würzburger Kickers den Spieler Leroy Kwadwo rassistisch beleidigt hatte. Zudem wird ihn wohl eine Geldstrafe erwarten.

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Drei Jahre bundesweites Stadionverbot - laut Regularien das höchstmöglichste Strafmaß - erwarten den Mann, der Kickers-Profi Leroy Kwadwo letzten Freitag bei einem Spiel rassistisch beleidigt hatte.

Diese Strafe verhängte der Fußball-Ligist Preußen Münster - und will zudem die vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) zu erwartende Geldstrafe auf den 29-Jährigen umlegen. "Das Mindeste, das wir nun tun können, ist, dass diese Person nicht mehr in unser Stadion kommt", sagte Vereinspräsident Christoph Strässer.

Verein will gegen Rassismus deutlich Stellung beziehen

Münster bekräftigte am Montag seine Haltung. "Wir haben klare Botschaften, in denen wir uns gegen Rassismus stellen. Wir werden diese Botschaften noch stärker in den Verein hinein, aber auch nach außen transportieren", so Strässer weiter. Indessen leitet der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Ermittlungen ein.

In der Schlussphase des Spiels hatte am Freitag auf der Haupttribüne ein Zuschauer nach Angaben der Preußen Affenlaute von sich gegeben und damit den 23 Jahre alten Kwadwo beleidigt. Der Täter wurde durch Fans für die Ordnungskräfte erkennbar gemacht, gestellt und festgenommen.

Fans reagierten mit "Nazi-raus"-Rufen

Die Fußballfans reagierten bei dem Spiel mit Zivilcourage auf die Rassismus-Attacke. Auf die Affenlaute und Beleidigungen reagierten sie mit "Nazi raus"-Rufen. Außerdem halfen sie den Ordnungskräften, den Mann ausfindig zu machen. Laut Polizei soll eine Anzeige wegen Volksverhetzung gestellt werden.

Kwadwo bedankt sich für die Solidarität

Durch die solidarische Aktion empfand Kwadwo nach eigener Aussage bei aller Wut "auch schon fast eine Genugtuung". "Das hat mir geholfen, da noch ruhiger zu bleiben", sagte er im "Aktuellen Sportstudio" des ZDF am Tag nach dem Vorfall. "Die Fans haben da schon einiges an Arbeit geleistet, dafür bin ich dankbar. Wenn sowas passiert, dass man dann im Verbund sowas im Keim erstickt und solchen Leuten keine Chance lässt."