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Drei Affen gegen Rassismus: Entrüstung über Kampagne in Italien | BR24

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Italien Profifußball wird im Kampf gegen Rassismus derzeit hart kritisiert. Mit einem Bild von drei Affen wollte die Serie A gegen Rassismus vorgehen.

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Drei Affen gegen Rassismus: Entrüstung über Kampagne in Italien

Mit der Darstellung von drei Affen hat die Serie A in Italien dem Rassismus den Kampf angesagt. Statt Zuspruch gibt es aber von vielen Seiten Kritik an der Aktion der Fußball-Liga. Denn gerade der Affen-Bezug ist im italienischen Sport problematisch.

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Mit ihrer Kampagne gegen Rassismus hat die Serie A in Italien für Empörung gesorgt. Kurz nach der Veröffentlichung der Kampagne der ersten Liga wurden die Abbildungen der drei Affen von mehreren Seiten kritisiert. Auch mehrere große Fußballclubs distanzierten sich von dem Werk.

Aktion von Serie A erscheine wie "kranker Scherz"

Nach der Veröffentlichung der Bilder erklärte das internationale Netzwerk gegen Rassismus Fare: "In einem Land, in dem die Behörden Woche für Woche im Kampf gegen Rassismus versagen, hat die Serie A eine Kampagne gestartet, die wie ein kranker Scherz erscheint."

Auch bei den Clubs kam die jetzige Aktion nicht gut an. Die AS Rom erklärte, die Liga wolle gegen Rassismus ankämpfen, "aber wir denken nicht, dass dies der richtige Weg ist". Außerdem äußerte sich auf Twitter der AC Mailand und erklärte, Kunst könne zwar durchaus kraftvoll sein; man selbst stimme aber absolut nicht mit dem Gebrauch von Affen im Kampf gegen Rassismus überein.

Künstler verteidigt Affendarstellung

Das dreiteilige Gemälde des Künstlers Simone Fugazzotto zeigt drei Affenköpfe, die mit verschiedenen Farben umrandet sind und blaue sowie braune Augen haben. In einer Mitteilung der Seria A, erklärte Fugazzotto, das Kunstwerk solle verdeutlichen, dass "wir alle Affen sind". Er wolle "zeigen, dass wir alle dieselbe Rasse sind." Außerdem sei das Motiv des Affen ein gängiges Motiv seiner Arbeiten: "Meine Gemälde zeigen die Werte des Fairplays und der Toleranz. Ich benutze Affen als Metapher für Menschen, weil unsere Hautfarbe nicht wichtig ist."

Rassismus im italienischen Fußball ist ein großes Problem. Immer wieder werden schwarze Spieler mit Affengeräuschen verschmäht. Unter anderem der frühere italienische Nationalspieler Mario Balotelli war oft Zielscheibe von Attacken.

Anti-Rassismuskampagne soll in drei Phasen ablaufen

Am Montag präsentierte Serie-A-Chef Luigi De Siervo die Kampagne. Sie soll in drei Phasen ablaufen. Unter anderem sollen alle 20 Clubs eine Absichtserklärung unterzeichnen und einen Werbebotschafter gegen Rassismus ernennen. Es sei ein "Problem dieses Jahrhunderts, ein Problem, das der Fußball bekämpfen kann, aber nicht allein gewinnen kann", erklärte er bei der Veröffentlichung.

De Siervo selbst stand erst vor kurzem in der Kritik, als die Zeitung "La Repubblica" einen Audio-Mitschnitt veröffentlichte. Auf diesem schlug De Siervo während einer Besprechung vor, die Mikrofone im Stadion abzuschalten, damit die Affenlaute nicht im Fernsehen zu hören wären.

Balotelli und Lukaku mit Affenlauten beleidigt

In den vergangenen Monaten hatte es zahlreiche andere rassistische Vorfälle in Italien gegeben. Im November waren beim Heimspiel von Hellas Verona von den Zuschauerrängen Affenlaute zu hören - sie richteten sich gegen Aktionen von Brescia-Stürmer Mario Balotelli. Im September war Romelu Lukaku von Inter Mailand beim Auswärtsspiels in Cagliari mit Affenlauten und rassistischen Schmährufen beleidigt worden.