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Doping: WADA sperrt Russland für vier Jahre | BR24

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Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA hat im Skandal um manipulierte Daten aus dem Moskauer Kontrolllabor eine Vierjahressperre gegen Russland verhängt. Damit darf Russland als Nation u.a. nicht an den Olympischen Spielen in Tokio und Peking teilnehmen.

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Doping: WADA sperrt Russland für vier Jahre

Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA hat im Skandal um manipulierte Daten aus dem Moskauer Kontrolllabor eine Vierjahressperre gegen Russland verhängt. Damit darf Russland als Nation u.a. nicht an den Olympischen Spielen in Tokio und Peking teilnehmen.

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Russische Sportler dürften somit nur als neutrale Athleten ohne Nationalflagge teilnehmen. Russland hat 21 Tage Zeit, um Einspruch einzulegen. Dann würde der Internationale Sportgerichtshof CAS eine Entscheidung fällen. Das WADA-Exekutivkomitee folgte bei der Entscheidung einer Empfehlung der unabhängigen Prüfkommission CRC.

Fußball-EM 2020 nicht betroffen

"Eine krasse Entscheidung, die Russland ins Herz trifft", nannte ARD-Dopingexperte Hajo Seppelt diese "Höchststrafe für Russland". Betroffen sind Olympische und Paralympische Spiele, Olympische Jugendspiele, Weltmeisterschaften, die von Unterzeichnern des WADA-Codes ausgerichtet werden, sowie Wettbewerbe, die unter der Verantwortung von sogenannten "Major Event Organisations" stattfinden.

Dazu gehören kontinentale Zusammenschlüsse von Nationalen Olympischen Komitees oder Veranstalter von "Multi-Sport-Events". Die Teilnahme Russlands an der Fußball-EM 2020 ist demnach aber nicht gefährdet, weil die EM laut WADA ein "kontinentales Einzelsportereignis" ist und damit nicht unter die sanktionierten Events fällt. Dagegen könnte die Fußball-WM 2022 in Katar von der Entscheidung betroffen sein.

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ARD-Dopingexperte Hajo Seppelt gibt eine erste Einschätzung zur Sperre der WADA gegen Russland. "Eine krasse Entscheidung, die Russland ins Herz trifft", nennt er diese "Höchststrafe für Russland".

Manipulierte Daten

Hintergrund ist der Streit um manipulierte Daten aus dem Moskauer Kontrolllabor. Die Aushändigung an die WADA war im September 2018 eine Voraussetzung für die Wiederaufnahme der RUSADA. Mit dem Datensatz soll das Ausmaß des Dopingskandals belegt und individuelle Verfahren gegen Sportler möglich werden. Nach dem Bericht der Prüfkommission seien Tausende Daten gelöscht oder manipuliert worden. Zuletzt war die Rede davon, dass so mindestens 145 Sportler geschützt werden sollten. Bereits bei den Winterspielen in Pyeongchang 2018 durfte Russland keine eigene Mannschaft stellen. Letztlich gingen 168 Sportler als "Olympic Athletes from Russia" an den Start.

Russland will Einspruch einlegen

Russland will gegen die neuen Strafen der WADA Einspruch einlegen. Russland werde für seine Sportler kämpfen, sagte die Parlamentsabgeordnete Swetlana Schurowa der Agentur Interfax zufolge. Russland werde die Strafen beim Internationalen Sportgerichtshof (Cas) in Lausanne anfechten, sagte der Parlamentsabgeordnete Dmitri Swischtschow vom Sportausschuss der Staatsduma.

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Die WADA verhängt harte Sanktionen wegen Manipulation von Dopingdaten aus dem Moskauer Labor gegen Russland. "Die Sperre gilt nur für Großereignisse", erklärt BR-Dopingexperte Sebastian Krause. Die Fußball-EM 2020 sei davon nicht betroffen.