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Doping-Vertuschung: Neuer Verdacht gegen Russland | BR24

© Sebastian Krause/BR Sport

Die Sportnation Russland steht erneut unter Verdacht, Dopingfälle zu vertuschen. Diesmal geht es um die Aufarbeitung des russischen Dopingsystems, das unter anderem bei den Winterspielen 2014 in Sotschi betrieben worden sein soll.

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Doping-Vertuschung: Neuer Verdacht gegen Russland

Die Sportnation Russland steht erneut unter Verdacht, Dopingfälle zu vertuschen. Diesmal geht es um die Aufarbeitung des russischen Dopingsystems, das unter anderem bei den Winterspielen 2014 in Sotschi betrieben worden sein soll.

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Russland droht eine erneute Bestrafung durch die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA. Nachdem klar wurde, dass in Russland zwischen 2012 und 2015 ein systematisches Dopingsystem betrieben worden war, hatte die WADA Russland gesperrt. Im September des vergangenen Jahres wurde Russland dann nur unter Vorbehalt wieder zugelassen. Russland sollte bei der Aufarbeitung des eigenen Dopingsystems mithelfen und die Daten aus dem Moskauer Dopingkontrolllabor zur Verfügung stellen, so die Bedingung.

Doping-Daten manipuliert?

Russland hatte nach langem Zögern tatsächlich mitgeholfen und die Daten geliefert. Daraus sollte hervorgehen, welche russischen Sportler Teil des Systems waren. Die WADA zweifelt allerdings an der Echtheit der Daten aus dem Moskauer Labor. Wie sich jetzt offenbar herausgestellt hat, gibt es bei den Daten Unregelmäßigkeiten. Sie könnten manipuliert worden sein, um die weitere Aufklärung zu behindern.

WADA leitet Verfahren ein

"Experten haben sich die Daten angesehen, die wir von Whistleblowern bekommen haben, und die Daten, die wir von Russland erhalten haben. Es gibt Fragen, die gestellt werden müssen", sagte WADA-Generaldirektor Olivier Niggli nach einer Sitzung der WADA-Exekutive in Tokio. Die WADA hat jetzt ein offizielles Verfahren gegen die Sport-Großmacht eingeleitet, da Daten aus dem Moskauer Dopinglabor manipuliert sein könnten. Dem Riesenreich drohen harte Sanktionen. Und die WADA hat der russischen Seite jetzt drei Wochen Zeit gegeben, sich dazu zu erklären.

Leichtathletik-WM ohne Russland

Unterdessen blieb der Leichtathletik-Weltverband IAAF bei seiner harten Haltung und verlängerte die Suspendierung Russlands zum insgesamt zwölften Mal. Bei der am Freitag beginnenden WM darf erneut kein russisches Team starten. Viel schmerzhafter dürften allerdings die Konsequenzen sein, wenn sich die Vorwürfe bestätigen, Russland habe an den Daten des Moskauer Kontrolllabors herumgetrickst. Dann könnten am Ende alle russischen Sportler betroffen sein - so wie bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang, als sie nur unter neutraler Flagge an den Start gehen durften.