BR24 Logo
BR24 Logo
BR24

Dietmar Hamann: "Der FC Bayern hat viel Geld verbrannt" | BR24

© BR

Dietmar Hamann sieht großen Reformbedarf im Fußball - international und in Deutschland. In Blickpunkt Sport analysierte der Ex-Bayern-Profi außerdem das Formtief des Rekordmeisters. Er rechnet sogar mit einem etwas anderen Ausgang der Bundesliga.

7
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Dietmar Hamann: "Der FC Bayern hat viel Geld verbrannt"

Dietmar Hamann sieht großen Reformbedarf im Fußball - international und in Deutschland. In Blickpunkt Sport analysierte der Ex-Bayern-Profi außerdem das Formtief des Rekordmeisters: Er rechnet mit einem Meisterschaftskampf bis zum letzten Spieltag.

7
Per Mail sharen
Von
  • Cristina Krüger

Mit seiner aktuellen Formschwäche bezahlt der FC Bayern nun "den Preis für die hohe Belastung der letzten Monate", erklärte Didi Hamann nach der Niederlage gegen Eintracht Frankfurt. Der zweimalige deutsche Meister hätte sogar schon früher mit einem Einbruch seines ehemaligen Vereins gerechnet.

"Die Bayern haben ihren Willen verloren. Sie sind aktuell nicht in der Lage, 90 Minuten intensiven Fußball auf den Platz zu bringen". Dietmar Hamann.

Es könnte also noch einmal spannend werden in der Fußball-Bundesliga - zumindest spannender als die letzten Jahre. "Wir können uns wohl das erste Mal seit Jahren auf eine Meisterschaft freuen, die erst am letzten Spieltag entschieden wird", prognostizierte Hamann.

Eintracht Frankfurt nannte der ehemalige Nationalspieler die "derzeit beste Mannschaft der Liga", doch auch RB Leipzig überrasche mit "Konstanz und Leistung". Das Duell gegen Leipzig steht dem FC Bayern noch bevor.

Im Hinblick auf das Champions-League-Achtelfinalhinspiel bei Lazio Rom sieht Hamann den FC Bayern zwar trotzdem noch als Favorit, vor allem die Abwehr dürfe den Gastgeber aber auf keinen Fall unterschätzen.

Sommer-Transfers umsonst?

Das Hauptproblem in seinen Augen: Die fehlende Breite im Kader. "Der Trainer versucht mit dreizehn, vierzehn Spielern durchzukommen, das kann nicht funktionieren", analysierte Hamann. Vor allem Spieler wie Marc Roca oder Douglas Costa, die im Sommer zum Rekordmeister gewechselt haben, spielen in der Planung von Hansi Flick derzeit "keine Rolle".

Doch warum hat Cheftrainer Flick kein Vertrauen in sein Personal? Hamann sieht den Grund im fehlenden Vetorecht des Trainers bei Transfers. "Das ist kein Zustand. Hier müssen sich Sportvorstand und Trainer annähern und Kompetenzen und Entscheidungsrechte aufteilen", forderte der Vize-Weltmeister von 2002. Der FC Bayern habe zwar sechs Titel geholt - aber auch "viel Geld verbrannt".

Der Fußball und sein Imageproblem

Die deutsche Fußball-Liga (DFL) gründet derzeit eine Taskforce, bestehend aus diversen Funktionären, aber auch Experten aus der Wissenschaft, um das Image des deutschen Fußballs wieder geradezurücken.

Dieses Vorhaben nahm Hamann sehr positiv zur Kenntnis: "Wir müssen uns dem Fan wieder annähern. Gut, dass die DFL begriffen hat, dass sich was ändern muss". Denn: "Wenn der Fan nicht mehr ins Stadion geht und auch sonst keine Fußballspiele im Fernsehen mehr sehen will, haben wir ein Problem", stellte Hamann klar.

Das betreffe zum einen den zunehmenden Verdruss gegenüber der Nationalmannschaft - aber indirekt auch die Gehälterfrage angesichts der Zahlen, die "explodiert" und "nicht mehr nachvollziehbar" sind.

Der ehemalige Fußball-Profi, der auch lange beim FC Liverpool gespielt hat, stellte allerdings die Durchführbarkeit einer Gehälter-Deckelung infrage. "Man müsste einen gemeinsamen Nenner finden", erklärte er. Sonst hätte man es mit noch mehr Abwanderungen der Spieler in andere Länder zu tun, als es jetzt schon der Fall ist. Dabei sieht Hamann das Problem vor allem bei den Engländern.

Weitere wichtige Stellschrauben sind laut Hamann Diversität und der Kampf gegen Rassismus und Homophobie. Er forderte unter anderem, mehr Frauen in den Vorständen einzusetzen.

"Der Fußball hat die Aufgabe, zu vereinen. Alle müssen sich ihrer Verantwortung bewusst sein". Dietmar Hamann.