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Die "Streif"-Spiele beginnen - wer wird Kitzbühel-Sieger 2020? | BR24

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Kitzbühel: Der Blick ins Zielstadion

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    Die "Streif"-Spiele beginnen - wer wird Kitzbühel-Sieger 2020?

    Der Countdown für die Abfahrt auf der Kitzbüheler "Streif" läuft: Die Alpinherren haben das erste Training hinter sich gebracht. Wer ist bereit, Hahnenkamm-Geschichte zu schreiben und in die Fußstapfen von Franz Klammer & Co. zu treten?

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    Eine Prognose ist nach dem ersten Training fast unmöglich: Die deutsche Hoffnung Thomas Dreßen, der hier vor zwei Jahren sensationell gewonnen hatte, hat es bei seiner Rückkehr auf die Streif ruhig angehen lassen. Der Mittenwalder belegte in Abwesenheit des schwer am Knie verletzten Abfahrt-Weltcupsiegers Dominik Paris im ersten Training Rang 18. Sein Rückstand auf den Tagesbesten, den Norweger Kjetil Jansrud, betrug 1,67 Sekunden.

    "Ich habe einfach geschaut, dass ich es unter Kontrolle und im Griff habe, mehr war das heute nicht. Es hat Spaß gemacht", sagte Dreßen, der nach seiner schweren Knieverletzung im vergangenen Jahr nur als Zuschauer in Kitzbühel dabei war. Beim Comeback auf der Streif habe er sich gleich wieder gut zurechtgefunden, meinte der 26-Jährige. "Da ist links und rechts ein Zaun, da kommst du eh nicht groß raus", sagte er.

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    Thomas Dreßen bei seinem Sieg im Jahr 2018

    Dreßen: "Du weißt, was du da runter zu tun hast"

    Die berühmt-berüchtigte Piste, das bestätigten auch die anderen Fahrer, habe sich bei der ersten Testfahrt ruhiger präsentiert als in den Vorjahren. Nur bei der Hausbergkante hatte der ein oder andere Starter Probleme. Insgesamt sei die Streif diesmal "schön zu fahren", sagte Dreßen. Er selbst habe sich vor dem Training "zurückerinnert, auf was es ankommt, was ich gut gemacht habe, was besser geht. Wenn du es schon mal gewonnen hast, weißt du, was du da runter zu tun hast."

    Die Erben von Karl Schranz, Toni Sailer & Co.

    Wer sich in Kitzbühel in die Abfahrts-Siegerliste einträgt, wird gerne schnell mit Superlativen überschüttet. Wer gleich mehrmals als Schnellster die "Streif" bezwingt, wird gerne mit dem Stempel "Legende" versehen. Die Österreicher Karl Schranz (drei Abfahrtssiege in Kitzbühel), Andreas Molterer, Christian Pravda und Toni Sailer (je zwei) zählten zu den frühen Helden der "Streif". Für die Rekorde sorgten aber andere.

    Der Österreicher Franz Klammer ist einer von zwei Fahrern, die vier Mal auf der "Streif" triumphierten. Drei Mal in Folge gewann der Kärntner in den Jahren 1975 bis 1977 in der vermutlich besten Phase seiner Karriere: 1976 holte er auch den Olympiasieg in der Abfahrt. Ein viertes Mal siegte er 1984 in "Kitz", ein Jahr vor dem Karriereende.

    Didier Cuche vs. Franz Klammer - wer ist Rekordhalter?

    Erst im Jahr 2012 wurde Klammers Rekord in den offiziellen Hahnenkamm-Abfahrten eingestellt - oder sogar gebrochen. Der Schweizer Didier Cuche feierte seinen vierten Sieg im liebsten Wohnzimmer von Österreichs Skination. Zuvor hatte er schon in den Jahren 2008, 2010 und 2011 triumphiert.

    Auf dem Papier ist Didier Cuche - je nach Zählweise - mit fünf Siegen sogar alleiniger Rekordhalter. Immer wieder sprang Kitzbühel auch für ausgefallene Weltcups in anderen Orten ein. 1998 gewann Cuche ein solches "Zusatzrennen", eine Sprint-Abfahrt, und hat somit fünf Abfahrtssiege in Kitzbühel auf dem Konto.

    Offiziell werden gerne alle Abfahrtstriumphe gezählt, egal ob bei den regulären oder den Zusatzrennen. Als Cuche 2012 zum Sieg Nummer fünf auf der "Streif" raste, zollte Klammer, als Besucher im Zielraum, Respekt: "Er ist jetzt der Kaiser von Kitzbühel."

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    Didier Cuche nach dem Sieg 2012

    Kreuzbandriss stoppt Paris auf dem Weg zum nächsten Streif-Helden

    Von den noch aktiven Fahrern hätte nur der Italiener Dominik Paris mit Klammer und Cuche gleichziehen können. Doch sein Kreuzbandriss macht ihm einen dicken Strich durch die Rechnung. Einmal konnten von den noch aktiven Läufern jeweils Kjetil Jansrud, Peter Fill und eben Thomas Dreßen das Hahnenkammrennen gewinnen. Cuches Rekord ist in absehbarer Zeit also nicht in Gefahr.