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Die neue "Freundschaft" zwischen FC Bayern und DFB | BR24

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Uli Hoeneß in seinem Element: Der FC-Bayern-Präsident packte wieder einmal die "Abteilung Attacke" raus. Die Diskussion um die Nummer eins im Tor der deutschen Nationalmannschaft nervt den Bayern-Granden gewaltig.

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Die neue "Freundschaft" zwischen FC Bayern und DFB

Die Debatte um die Nummer eins im Tor der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zwischen FC Bayern und Deutschem Fußball-Bund eskaliert. Uli Hoeneß redete sich in Rage, DFB-Sportdirektor Oliver Bierhoff konterte - dann legte Hoeneß richtig los.

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"Si tacuisses, philosophus mansisses" (zu Deutsch: "Hättest du geschwiegen, wärst du ein Philosoph geblieben"), mögen sich die Nationaltorhüter Manuel Neuer und Marc-André ter Stegen derzeit wohl denken. Nach den EM-Qualifikationsspielen gegen die Niederlande (2:4) und Nordirland (2:0) - in beiden Spielen stand Neuer im Tor - flogen noch einigermaßen freundliche Giftpfeile zwischen den Keepern hin und her. Aber ob sie ahnen konnten, dass sie damit eine Lawine lostreten würden, die zu einem intensiven verbalen Schlagabtausch zwischen FC Bayern und Deutschem Fußball-Bund (DFB) führen würde?

Der unglückliche ter Stegen hatte gegrummelt, Neuer versuchte zu trösten. Das kam beim Rivalen wiederum gar nicht gut an, die nächste Replik folgte - und gleichzeitig auch der Schlussstrich unter das Verbalduell. Auch Bundestrainer Joachim Löw spielte den vermeintlichen Konflikt zwischen Deutschlands derzeit besten beiden Torhütern herunter. "In der Nationalmannschaft brauchen und wollen wir diesen Konkurrenzkampf", betonte er in einem Interview.

Rummenigge und Hoeneß kontra Löw

Die Löw-Aussagen reichten, um in München vermutlich rote Köpfe bei den Vereinsverantwortlichen Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge zu produzieren, die sich rund um das Champions-League-Spiel gegen Roter Stern Belgrad (3:0) Luft machten. Rummenigge warf Löw mit Blick auf Neuer schon vor dem Anpfiff mangelnde Dankbarkeit vor: "Da wird nie so richtig Klartext gesprochen. In der Öffentlichkeit lässt man das wabern."

Hoeneß schaltete nach der Partie in den "Attacke"-Modus wie lange nicht mehr. "Wir werden uns das in Zukunft nicht mehr gefallen lassen, dass unsere Spieler hier beschädigt werden ohne Grund. Ter Stegen ist ein sehr guter Torwart, aber Manuel Neuer ist doch viel besser und viel erfahrener", sagte Hoeneß in seinem ersten Rundumschlag.

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Hoeneß-Attacke Teil eins: Der FC-Bayern-Präsident nach dem Champions-League-Spiel gegen Belgrad

Bierhoff: "Vorwürfe überraschen mich"

Prompt meldete sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) zu Wort, diesmal in Form von Nationalmannschafts-Sportdirektor Oliver Bierhoff. "Die Vorwürfe überraschen mich, und ich habe dafür auch kein Verständnis. Man muss sich da schon die Fakten anschauen", konterte er die Hoeneß-Angriffe in einem Interview mit dem Sport-Informationsdienst: "Auf höchstem Level geht es in erster Linie um Leistung, da reicht Dankbarkeit allein als ausschlaggebendes Kriterium für eine Berufung in die Nationalmannschaft sicher nicht aus."

Immerhin: Bierhoff unterstrich, dass Neuer als Nummer eins gesetzt sei. "Der Bundestrainer hat schon Ende letzten Jahres gesagt, dass er auf bis zur EM auf Manu baut, wenn nichts Außergewöhnliches passiert. Ich weiß nicht, ob man das ständig wiederholen muss, zumal Manus gerade zuletzt gezeigte Leistungen doch absolut für ihn sprechen."

Hoeneß legt nach: Ter Stegen beschädigt Manuel Neuer

Pech nur, dass am Nachmittag in München ein Medientag bei den FC-Bayern-Basketballern stattfand - und Uli Hoeneß in Redelaune war. Er erwarte von den DFB-Verantwortlichen, "dass man den Herrn ter Stegen schon mal in die Ecke stellt und ihm klar sagt, dass es so nicht geht ... Er beschädigt hier einen völlig untadeligen Sportsmann wie den Manuel Neuer."

Neuer werde als "altes Eisen" dargestellt und es scheine beschlossen, dass "nach der Europameisterschaft aufzuhören hat", so Hoeneß weiter.

"Da werden sich manche noch wundern. Wenn das so weitergeht, spielt der in fünf Jahren noch - und dann hat der ter Stegen wahrscheinlich schon einen grauen Bart." Uli Hoeneß über die Nationalmannschafts-Zukunft von Manuel Neuer

Wenn ter Stegen ein Problem habe, solle er "mit den Verantwortlichen reden - und nicht mit den Medien." Die Bierhoff-Reaktion war bei Hoeneß da offenbar noch nicht angekommen. "Deren Stärke ist es ja immer, in den Wald zu gehen und zu pfeifen", warf er den DFB-Verantwortlichen vor.

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Hoeneß-Attacke Teil zwei: Uli Hoeneß einen Tag nach dem Champions-League-Spiel gegen Belgrad