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Die Löwen brüllen leise: Saisonziel Klassenerhalt beim TSV 1860 | BR24

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1860-München-Trainer Daniel Bierofka

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Die Löwen brüllen leise: Saisonziel Klassenerhalt beim TSV 1860

Später Klassenerhalt in der vergangenen Saison, keine namhaften Neuzugänge in der Sommerpause, mit Ungewissheit in die neue Saison - der TSV 1860 München ist auch in der neuen Spielzeit der 3. Fußball-Liga wieder ein Abstiegskandidat.

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So lief die vergangene Saison

Ja mei, die Löwen halt. Erst am vorletzten Spieltag sicherten sich die Münchner mit einem 3:2-Sieg gegen Fortuna Köln den Klassenerhalt. Bis dahin wechselten sich unnötige Niederlagen wie das 0:1 in Kaiserslautern gleich zum Saisonauftakt, furiose Siege wie das 5:1 gegen Lotte und unnötige Heim- und Auswärtspleiten munter ab.

Träumten die Optimisten nach sieben Spieltagen - da waren die Münchner Vierter - sogar vom Aufstieg, standen die Löwen nach der Hinrunde nur noch drei Punkte vor den Abstiegsplätzen. Dann folgte ein solider Rückrundenauftakt, wieder kletterten die Löwen, diesmal bis auf Platz fünf - und fanden sich nach 36 Spieltagen und fünf Sieglos-Partien in Serie plötzlich doch wieder im Tabellenkeller.

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Fans TSV 1860 München

Wer kommt, wer geht

Den prominentesten Neuzugang gab der TSV 1860 München fünf Tage vor dem Saisonstart mit dem Auftaktspiel gegen Preußen Münster bekannt: Timo Gebhart wird wieder einmal für die Löwen auflaufen. Der 30-jährige Mittelfeldspieler, in Memmingen geboren und beim TSV 1860 München ausgebildet, unterschrieb am Montag (15.07.19) einen Vertrag bis zum Saisonende. Zuletzt kickte Gebhart bei Regionalligist Viktoria Berlin. "Wenn Timo Gebhart körperlich fit bleibt, hat er gewiss noch die Fähigkeiten, einem Drittligaspiel im Kollektiv die entscheidenden Impulse zu geben", sagte Geschäftsführer Günther Gorenzel.

Der Haken: Gebhart ist erst der zweite Neuzugang überhaupt. Zuvor konnten sich die Löwen sonst nur noch mit dem 29-jährigen Dennis Erdmann vom 1. FC Magdeburg einigen, der in den sozialen Medien als "Earthman" aktiv ist. "Zum Fußball gehört nicht nur der Fuß und der schöne Pass zum Mitspieler. Zum Fußball gehören Kopf, Herz, Leidenschaft, Wille, Emotionen", schrieb Erdmann bei seinem Abschied aus Magdeburg. Also zumindest zwei Kämpfer scheint der TSV 1860 München verpflichtet zu haben. Ansonsten vertrauen die Münchner - ob gewollt oder nicht - weitgehend dem Team der vergangenen Saison.

Der Trainer

Coach Daniel Bierofka ist der Realist beim TSV 1860 München. Während in den vergangenen Jahren von Vereins-, aber auch Investorenseite häufig Luftschlösser gebaut wurden, ist Bierofka derjenige, der den Klub regelmäßig auf den Boden der Tatsachen zurückholt.

"Für uns geht's erstmal nur um den Klassenerhalt, ganz klar", sagt Bierofka vor dem Drittligaauftakt. Höhere Ziele oder gar Aufstiegsträume? Bierofka weiß, dass er sich - ohne weitere namhafte Neuzugänge - auf eine Saison einstellen muss, die ähnlich wie die vergangene verlaufen könnte.

Allerdings setzt er auch darauf, dass die Arbeit mit einem eingespielten Team auch Vorteile mit sich bringt. "Was geblieben ist, ist der Geist der Mannschaft ... es ist eine interessante Mischung, die wir haben", sagt Bierofka.

© imago images/Lackovic

Mannschaftsfoto TSV 1860 München

Erwartungen an die Saison

Es hängt wohl ganz vom Blickwinkel des Betrachters ab, wann die Saison eine erfolgreiche wäre. Für Bierofka, siehe oben, wäre der Klassenerhalt schon fein. Gut möglich ist, dass aus dem fernen Jordanien wieder einmal die langfristigen Wunschträume vom Champions-League-Klub TSV 1860 München in die Welt getwittert werden.

Sponsor Hasan Ismaik holt ja gerne mal, gerade wenn es sportlich nicht so läuft, zum Rundumschlag in den sozialen Netzwerken aus und bemitleidet sich selbst, das vermeintlich verschenkte Potential der Löwen - und vergisst dabei, dass die 3. Liga in der neuen Saison alles andere als eine Freifahrt Richtung 2. Bundesliga ist.

BR Sport urteilt dagegen eher nach dem Bierofka-Prinzip: Der Klassenerhalt - das ist es, was die Löwen realistisch packen können. Bleibt's im Umfeld ruhig und die Löwen vermeiden längere Negativserien wie in der Rückrunde der vergangenen Saison, dürfte auch ein sicherer Mittelfeldplatz möglich sein. Aber ja mei, es sind ja immer noch die Löwen.