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Die HeumödernTrails - ein Paradies für Mountainbiker | BR24

© BR/Katharina Kestler

HeumödernTrails in Treuchtlingen

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    Die HeumödernTrails - ein Paradies für Mountainbiker

    Die HeumödernTrails in Treuchtlingen sind ein Ausflugsziel für fahrradverrückte Familien. Der Ort beweist, dass Mountainbiken nicht immer nur ein schwieriges Diskussionsthema sein muss.

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    Mountainbiker haben vermutlich das schlechteste Image aller Outdoorsportler. Vom Förster über die Waldbesitzer bis zum Naturschützer – keiner mag sie. Die scheinbar endlose Diskussion um die Isartrails in München ist nur ein Beispiel für die komplizierte Situation. Doch es geht auch ganz anders, zum Beispiel bei den HeumödernTrails in Treuchtlingen.

    Bekannt durch die Enduro Series

    Als Mountainbike-Destination landesweit bekannt wurde die Kleinstadt im Altmühltal durch die Enduro Series, die den Mountainbikesport in Deutschland wesentlich voran brachte und die zwischen 2012 und 2017 jährlich auch in Treuchtlingen gastierte. Die Bike-Szene im Altmühltal ist seit jeher lebendig, auch Robert Rieger aus Ellingen bei Weißenburg hat auf den Treuchtlinger Trails trainiert.

    "Der Bürgermeister ist irgendwann auf mich zugekommen: 'Mensch, dahinten ist ein Waldgasthof, schau dich da mal um.' Und dann haben wir gedacht, wenn es Enduro-Fahrer cool finden, hier ein Wochenende Rennen zu fahren, dann muss man doch da ein bisschen was draus machen können." Robert Rieger

    Familienparadies Heumöderntrails

    Heute heißt der Waldgasthof Talstation Heumöderntal, weil sechs Trails dort enden. Die Talstation hat zwar keinen Lift, aber eine Brotzeitstube, vier Doppelzimmer und zwei Einzelzimmer, einen Pumptrack und einen Übungsparcours. Auf der Theke steht ein Spendenglas, in das jeder einwerfen kann, was er für die Benutzung der Trails angemessen findet. Der erste Trail, der in Treuchtlingen in den Wald gebaut wurde, war der flowige Julian Trail, benannt nach Roberts Sohn:

    "Ich bin dabei, das umzusetzen, was ich als Familienvater immer gesucht habe. Schnell mal am Wochenende irgendwohin fahren, wo jeder in meiner Familie seinen Spaß hat. Wo auch ich auf meine Kosten komme und immer wieder zügig zurück bin. Und: Ich kann hier auch mit meinen Kindern fahren." Robert Rieger

    Der familienfreundliche Trailpark findet eine Zielgruppe: Vor allem Vereine und Familien besuchen die HeumödernTrails. Bei der Schwierigkeitsbewertung hat Robert nicht auf die recht abstrakte Singletrail-Skala zurückgegriffen, sondern den Trails Farben zugewiesen: von blau für leicht über rot für mittel bis schwarz für schwer. Einsortiert hat er die Trails, die Zielgruppe im Hinterkopf, lieber ein bisschen schwerer als zu leicht.

    © BR/Katharina Kestler

    Mountainbiker wollen nichts zerstören

    Der Kletter- und Fahrtechniktrainer ist eigentlich ausgebildeter Erzieher – und er hofft mit seinem Projekt dem Mountainbike-Nachwuchs nicht nur Fahrradkönnen, sondern auch Umweltbewusstsein mitzugeben. Dazu passt auch, dass die HeumödernTrails den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg als Partner an Bord haben. Der Bahnhof ist schließlich nur einen guten Kilometer von der Talstation entfernt. Wer fragt bekommt in der Talstation auch GPS Tracks für Trail-Touren im Altmühltal, die außerhalb des Trailparks liegen und per Zug erreichbar sind.

    Zusammenarbeit mit dem Forst

    Als Robert uns einen Teil seiner Trails zeigt, treffen wir Waldarbeiter. Es wird geratscht. Sie sagen, dass sie am Julian Trail erstmal kein Holz rücken. Robert bedankt sich, am Wochenende kämen Kids aus einem Radsportverein, da brauche er den einfachen Flowtrail fürs Techniktraining. Robert erzählt, dass diese Kompormissbereitschaft auf beiden Seiten nicht selbstverständlich sei – und es viel Geduld, Vermittlung und Erklärung notwendig waren. Aber es geht, wenn man nur will.

    "Eine Kasernierung von Mountainbikern ist unmöglich. Wir müssen raus, wir lieben die Natur und wir wollen nichts kaputt machen, wie uns oft nachgesagt wird." Robert Rieger

    Viel Liebe fürs Mountainbiken

    Vermutlich wird es noch ein bisschen so bleiben, dass Mountainbiker sich für ihre Leidenschaft rechtfertigen müssen. Aber gerade Projekte wie die HeumödernTrailrs könnten das langfristig ändern. Sie sorgen für Nachwuchs, der die richtige Einstellung zur Natur mitbringt. Sie machen den Sport familientauglich und zeigen, dass Mountainbiker nicht irgendwelche verrückten Freaks sind.