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Dicke Luft beim Deutschen Leichtathletik-Verband | BR24

© picture-alliance/dpa

Florian Orth

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    Dicke Luft beim Deutschen Leichtathletik-Verband

    Mittel- und Langstreckenläufer Florian Orth von der LG Telis Finanz Regensburg verschafft seinem Ärger über den Deutschen Leichtathletik-Verband mit einem Rundumschlag Luft. Er fühlt sich schlecht behandelt und bemängelt die Spitzensportreform.

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    "Ich muss ganz ehrlich feststellen, dass ich für einen Verband, der mir als Athlet weder vertraut noch meine Leistung respektiert, und ein Land, das mich nach meinem besten Jahr 2016 dank Spitzensportreform sowohl für Trainingslager, Sporthilfe als auch Verdienstausfall in meiner dualen Karriere nicht mehr für förderungswürdig hält, vorerst nicht mehr an den Start gehen möchte", schrieb der mehrmalige deutsche Meister aus Regensburg in einem offenen Brief bei Facebook - und sagte seinen Start bei der am Freitag beginnenden Hallen-EM in Belgrad ab.

    Unverständliche Nominierungspraxis

    So nannte der 27-jährige Olympiateilnehmer die Hallen-DM in Leipzig als konkreten Anlass für seine Aufregung: Dort musste er aus seiner Sicht mehr Starts absolvieren, als ursprünglich geplant. Trotz eines zweiten Platzes in internationaler Norm über 3.000 Meter habe er am folgenden Tag noch einen Leistungsnachweis über 1.500 Meter erbringen müssen. Seitdem leide er durch die hohe Belastung unter muskulären Problemen.

    Orth fordert Umdenken

    "Hier muss endlich ein Umdenken im DLV erfolgen", schrieb Orth und sprach von "verstörenden Signalen". Zudem sei auch weiterhin unklar, wer seinen Verdienstausfall für die Abwesenheit vom Arbeitsplatz übernehme.

    "Ich weiß nicht, woher ein Verband hier die Arroganz nimmt, härtere Normen und engere Qualifikationszeiträume zu verlangen, wenn er die betreffenden Athleten kaum noch fördert." Florian Orth

    DLV nimmt Stellung

    "Wir bedauern die von Florian Orth durch muskuläre Probleme begründete Absage und wünschen ihm baldige Besserung", sagte DLV-Cheftrainer Idriss Gonschinska, der auch zu den Vorwürfen am Nominierungsverfahren Stellung nahm. So habe Orth im Gegensatz zu anderen Athleten bei den Deutschen Meisterschaften seinen ersten Saisonwettkampf absolviert. Da eine Teilnahme an einer internationalen Meisterschaft ohne Wettkampfleistungen der laufenden Hallensaison nicht zu begründen gewesen wäre, sei ein Leistungsnachweis über 1.500 Meter alternativ zu einer aktuellen Normleistung über 3.000 Meter festgelegt worden.

    "Als erfahrener Athlet kennt er die Doppelbelastung über 1.500 und 3.000 Meter bei der Hallen-DM, die er in den Jahren 2015 und 2016 erfolgreich realisierte und scheinbar gut verkraftet hatte", sagte Gonschinska. Zudem habe sich Orth in diesem Jahr für eine andere Vorbereitung entschieden.