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DFL: Wettbewerbsverzerrung wegen Fans im Stadion kein Thema | BR24

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Die unterschiedlichen Verfügungslagen zur Zulassung von Zuschauern sind laut DFL-Geschäftsführer Christian Seifert für die 36 Profifußball-Vereine keine Wettbewerbsverzerrung. Anders sehen das Ministerpräsident Söder und Fan-Vereinigungen.

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DFL: Wettbewerbsverzerrung wegen Fans im Stadion kein Thema

Die unterschiedlichen Verfügungslagen zur Zulassung von Zuschauern sind laut DFL-Geschäftsführer Christian Seifert für die 36 Profifußball-Vereine keine Wettbewerbsverzerrung. Anders sehen das Ministerpräsident Söder und Fan-Vereinigungen.

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Von
  • Nicole Hornischer

In Frankfurt am Main fand eine außerordentliche Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) statt. Im Vorfeld sorgte das Vorpreschen von RB Leipzig, zu Saisonstart 8.500 Zuscher ins Stadion zu lassen, für Diskussionen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sprach in der "Passauer Neuen Presse" von Wettbewerbsverzerrung. "Ein Verein mit Fans, die anderen ohne – das kann weder im Sinn der Liga noch des Sports sein", sagte der 53-Jährige. Er forderte daher "für die Bundesliga einheitliche Regeln" für die Rückkehr von Fans in die Arenen.

Auch die Fan-Organisation "Unsere Kurve" kritisierte Leipzig bei der Fan-Rückkehr. "Wir denken, dass Eigeninteressen dort ganz klar im Vordergrund stehen", sagte Vorstand Jost Peter. In Fan-Kreisen sei es eigentlich nicht verwunderlich, "dass eine Marketinggesellschaft, die nebenbei Fußball spielt, einen seit Wochen verkündeten Alleingang macht", sagte der Fan-Vertreter.

Das Bündnis habe immer darauf bestanden, dass es einen solidarischen Umgang unter den Vereinen und Fans gebe. "Der Fußball darf seine Bedeutung nicht überschätzen und einen Weg abseits der gesellschaftlichen Debatte beschreiten", sagte Peter. Stand heute werde der RB Leipzig wohl mit 8500 Zuschauern spielen, der FSV Mainz 05 dagegen mit 1.000. "Da kann man schon mal von Wettbewerbsverzerrung sprechen", so Peter.

Seifert: "Scharfes Schwert der Wettbewerbsverzerrung stecken lassen"

Christian Seifert kann diese Kritik nicht nachvollziehen. "Ich würde das scharfe Schwert der Wettbewerbsverzerrung mal stecken lassen, aber das hat heute auch keiner gezogen", sagte der DFL-Geschäftsführer nach der DFL-Mitgliederversammlung. "Das trifft für mich auch nicht den Kern." Selbst mit einigen Zuschauern werde wegen der Corona-Pandemie unter sehr besonderen Voraussetzungen gespielt.

"Ich finde es viel zu hoch geschossen, von Wettbewerbsverzerrung zu sprechen." Christian Seifert

"Schwierigste Spielzeit" für deutschen Fußball

Seifert forderte von den Vereinen der 1. und 2. Bundesliga "Besonnenheit und Mut" bei der Planung der neuen Saison, die am 18. September starten soll. "Die Organisation und Durchführung dieser Spielzeit wird um ein Vielfaches komplizierter als die Beendigung der letzten Spielzeit", sagte der DFL-Geschäftsführer.

"Man muss kein Philosoph und kein Prophet sein, um die Aussage zu treffen, dass dies die anspruchsvollste und schwierigste Spielzeit des professionellen Fußballs in Deutschland wird." Christian Seifert

DFL und DFB begleiten mehrere Corona-Studien

Seifert kündigte auch an, dass der die DFL und der DFB sich im "finanziell signifikanten" Umfang an mehreren Studien zur Coronavirus-Pandemie beteiligen und diese wissenschaftlich begleiten zu wollen. Konkret geplant sind Studien, die Aufschlüsse zur Wiederzulassung von Zuschauern in die Stadien liefern könnten, beispielsweise zu "konkreten Ansteckungsgefahren bei verschiedenen Zuschauerszenarien", sagte Seifert. "Die Studien beginnen so schnell wie möglich. Wir gehen davon aus, dass wir nach dem Start des Spielbetriebs so schnell als möglich die ersten Ergebnisse vorlegen können.»"

Weiterhin sollen Zuschauerbewegungen innerhalb und außerhalb der Stadien erforscht werden. Eine weitere Studie soll sich auf Aerosole in geschlossenen Räumlichkeiten fokussieren, eine andere auf die Erarbeitung von alternativen Testverfahren. Die gewonnen Erkenntnisse sollen "so früh wie möglich" mit allen interessierten Partien geteilt werden, sagte Seifert. Das gelte insbesondere auch für den gesamten Kultur- und Veranstaltungsbereich.