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DFL-Chef Seifert: Bundesliga muss sich neu aufstellen | BR24

© picture-alliance/dpa

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert in Offenbach

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    DFL-Chef Seifert: Bundesliga muss sich neu aufstellen

    Sorgenfalten bei Christian Seifert: Der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL) sieht in Deutschland Nachholbedarf, und das nicht nur bei der Nachwuchsausbildung. Die Vergabe der nationalen Medienrechte nennt er "richtungsweisend".

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    DFL-Boss Christian Seifert hat den deutschen Fußball in die Pflicht genommen, um international nicht den Anschluss zu verlieren. "Betrachten wir die Entwicklung der letzten Jahre, speziell im Nachwuchsbereich, dann wird deutlich, dass wir uns hier gemeinsam mit dem DFB neu und so ganzheitlich wie noch nie zuvor aufstellen müssen", sagte der Geschäftsführer und Präsidiumssprecher der Deutschen Fußball Liga beim Neujahrsempfang der Dachorganisation in Offenbach. Man müsse ohne Wenn und Aber feststellen: "Wir haben massiven Nachholbedarf mit Blick auf die Ausbildung unserer sportlichen Toptalente."

    Auch DFB in der Pflicht

    Seifert nahm dabei vor allem den Deutschen Fußball-Bund (DFB) in die Pflicht, dessen neuer Präsident Fritz Keller unter den Ehrengästen weilte und in dessen Präsidium er als DFL-Vertreter selbst sitzt. Eineinhalb Jahre nach dem blamablen frühen Aus bei der Weltmeisterschaft in Russland warnte der 50-Jährige: "Zurück zur Weltspitze zu gelangen, ist für beide Organisationen nicht nur ein sportliches Ziel, sondern auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit."

    DFL soll als Sprachrohr der Profiklubs klar Stellung beziehen

    Der Profifußball dürfe in dieser Zukunftsfrage nicht den Fehler machen, "den wir zur Zeit in Deutschland machen bei sehr vielen so genannten großen Themen: Dass wir vieles angeblich besser wissen, aber ganz objektiv nur noch wenig wirklich besser machen".

    Seifert kündigte an, dass die DFL als Dachorganisation der 36 Profiklubs künftig noch klarer Stellung beziehen werde zu Themen aus unterschiedlichsten Lagern - zum Beispiel gegen politischen Extremismus. "Bundesliga und 2. Bundesliga sind Wettbewerbe für Menschen für alle sozialen Schichten aller Hautfarben, aller Religionen, jedes Alters, jedes Geschlechts, jeder sexuellen Orientierung", betonte er.

    Vergabe der Medienrechte "richtungsweisend"

    Was die Vergabe der nationalen Medienrechte angeht, bezeichnete Seifert das Jahr 2020 als "richtungweisend" für den Profifußball. Hier würden "die Weichen für die Zukunft gestellt". Die Vergabe der Medienrechte an der Bundesliga und der 2. Liga für die Spielzeiten von 2021/22 bis 2024/25 soll nach dem Wunsch der Vereine neue Rekordeinnahmen generieren. Die Vergabe findet unter der Aufsicht des Bundeskartellamtes statt. Der Ausschreibungsstart ist für Februar anvisiert, bis zum Saisonende sollen die Verträge unter Dach und Fach sein.

    Seifert hatte zuletzt angekündigt, dass er den Fans nicht mehr als zwei Abos zumuten möchte und dass Spiele der deutschen Topligen vermehrt auch wieder im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen sein sollen.

    Schlüssel für Verteilung der Gelder auf dem Prüfstand

    Derzeit kassiert der Profifußball rund 1,2 Milliarden Euro pro Saison aus den nationalen Rechten, dazu kommen ein paar hundert Millionen aus der ganzen Welt. Das Geld wird mittels eines komplizierten Konstrukts verteilt, welches auf sieben Säulen beruht. Das Hauptkriterium ist der Erfolg, die Fünfjahreswertung macht 70 Prozent aus.

    Daran könnte gerüttelt werden. Schließlich wird das DFL-Präsidium seit August 2019 von Vertretern der mittelgroßen und kleinen Vereine dominiert. Der "Mittelstand" könnte im Gegensatz zu seinem gescheiterten Versuch im Jahr 2016 nun dafür sorgen, dass "weiche" Faktoren wie Zuschauerzahlen im Stadion und beim TV berücksichtigt werden.

    "Die Verteilung der Gelder in der zweiten Jahreshälfte wird eine besondere Herausforderung", äußerte Seifert: "Das ist eine sehr, sehr wichtige Entscheidung. Dabei sollten wir mit Anstand diskutieren und überlegt entscheiden."