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DFL-Boss Seifert: Situation für Ligen "nicht zu akzeptieren" | BR24

© dpa-Bildfunk/Frank Rumpenhorst

DFL-Chef Christian Seifert

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    DFL-Boss Seifert: Situation für Ligen "nicht zu akzeptieren"

    Die Fußball-Bundesligisten fürchten nach den Länderspielen neue Coronafälle. Für DFL-Boss Christian Seifert ist die Situation inakzeptabel.

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    DFL-Geschäftsführer Christian Seifert hat die durch Länderspiel-Reisen von Bundesliga-Profis aufgetretenen Missstände deutlich angeprangert. "Die derzeitige Situation ist aus Sicht der nationalen Ligen und ihrer Klubs nicht zu akzeptieren". Seifert bezog sich auf die insgesamt acht Länderspiel-Termine in diesem Herbst, bei denen sich mehrere Spieler von Bundesliga-Clubs mit dem Coronavirus infiziert haben und anschließend für ihre Vereine ausfielen.

    Wie relevant sind Länderspiele wirklich?

    Als Problemursache nannte Seifert "unterschiedliche Gefährdungslagen, differenzierende behördliche Verordnungen" sowie Hygienekonzepte, "die manchmal vielleicht auch weniger streng umgesetzt werden". Der Funktionär mahnte zu mehr Rücksichtnahme auf die Belange der Klubs als Arbeitgeber der Spieler. Es solle "Einigkeit darüber herrschen, dass Länderspiel-Reisen nicht den Spielbetrieb im gesamten Profifußball gefährden dürfen". Auch die Nations League griff Seifert indirekt an. Trotz seines Verständnisses für "wirtschaftliche Verpflichtungen und organisatorische Zwänge" sei "dringend abzuwägen", wie man mit Länderspielen verfahre, die "weniger Relevanz als beispielsweise die europäischen Klub-Wettbewerbe und erst recht eine EM" haben, betonte der DFL-Boss.

    Kritik erst nach der Länderspielpause

    Alexander Rosen, Sportchef der von Corona-Ausfällen besonders geplagten TSG 1899 Hoffenheim, begrüßt die Initiative von Christian Seifert "Inhaltlich ist es nichts anderes als das, was ich gesagt habe", äußerte Rosen: "Ich hätte mir aber gewünscht, dass das Statement früher kommt".

    Dass der DFL-Chef erst jetzt die Sorgen der Klubs aufgreift und die Verbände angreift, kommt wohl nicht von ungefähr. Einerseits sind so die Vereine zufriedengestellt, andererseits wird die Schelte den Verbänden zum jetzigen Zeitpunkt nicht sonderlich wehtun. Schließlich dauert es bis zur nächsten Abstellungsperiode noch vier Monate. Es wäre etwas anderes gewesen, wenn Seifert seinen Unmut vor der Länderspielpause artikuliert hätte, das hätte rund um die Partien wohl für mächtig Wirbel gesorgt.

    Hoffenheims Verschiebungs-Antrag abgelehnt

    Der TSG Hoffenheim, bei der derzeit sieben Profis auf der COVID-Liste stehen, hilft der Vorstoß aktuell wenig. Die Kraichgauer hatten versucht das baden-württembergische Derby gegen den VfB Stuttgart wegen der zahlreichen Coronafälle in der Mannschaft von Samstag (21.11) auf Sonntag verschieben. "Wir haben den Kulanz-Antrag gestellt, weil wir dann vielleicht den ein oder anderen Spieler mehr zur Verfügung gehabt hätten, der aus der Quarantäne gekommen wäre", sagte Rosen am Donnerstag. Der Antrag wurde nach Angaben von Rosen aber von der Deutschen Fußball Liga (DFL) abgelehnt. Die Regularien sehen vor, dass eine Mannschaft antreten muss, wenn 15 gesunde Spieler inklusive Torwart zur Verfügung stehen. Bei der TSG stehen derzeit sieben Profis auf der COVID-Liste.