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München wollte ein Zeichen setzen, für Toleranz, Vielfalt, gegen Homophobie. Beim Spiel gegen Ungarn sollte deshalb die Arena in München bunt leuchten. Doch die UEFA spielt nicht mit. Die Reaktionen: ein Proteststurm.

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DFB-Team steht für "Weltoffenheit" - auch ohne Regenbogen-Arena

Eine Arena in Regenbogenfarben hätte für Mats Hummels "Strahlkraft gehabt". Auch andere Vertreter aus der Sportwelt reagieren mit Unmut über das Verbot der UEFA und treten offensiv für Werte wie Weltoffenheit und Toleranz ein.

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"Wir werden auf jeden Fall diese Weltoffenheit auch als Mannschaft auf dem Platz verkörpern", sagt Hummels. Ob die deutsche Nationalmannschaft noch eine weitere Aktion plant, lässt er offen. Fest steht aber: Kapitän Manuel Neuer wird im Spiel gegen Ungarn die Regenbogen-Kapitänsbinde tragen. Der Regenbogen steht für die Solidarität mit der LGBT-Gemeinschaft, zudem ist der Juni für sie der "Pride Month".

Eintreten für grundsätzliche Werte

Hummels versichert: "Ich glaube, dass wir glaubhaft für die Werte stehen, die wir vermitteln wollen". Das findet auch der Präsident des FC Bayern München. Herbert Hainer schrieb auf Twitter: "Weltoffenheit und Toleranz sind grundsätzliche Werte, für die unsere Gesellschaft steht und für die der FC Bayern steht."

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Eine Arena in Regenbogenfarben hätte für Mats Hummels "Strahlkraft gehabt". Auch andere Vertreter aus der Sportwelt reagieren mit Unmut über das Verbot der UEFA. Und sie treten weiterhin offensiv für Werte wie Weltoffenheit und Toleranz ein.

Bundestrainer Löw: "Diese Dinge müssen auch gelebt werden"

"Ich hätte mich sehr gefreut, wenn diese Lichter angegangen wären", sagte Bundestrainer Joachim Löw. Trotz "aller Wichtigkeit von Symbolen" verwies er aber auch darauf, dass es wichtig sei, "dass diese Dinge auch gelebt werden" und ergänzte: "Das ist in unserer Mannschaft der Fall. Wir haben in der Vergangenheit Zeichen gesetzt und werden das auch in Zukunft tun."

Fußballprofi Thomas Hitzlsperger fordert mehr Unterstützung

Besonders in die Pflicht genommen hat die UEFA im Zusammenhang mit dem Verbot für eine Beleuchtung der Münchner EM-Arena in Regenbogenfarben der ehemalige Fußballprofi Thomas Hitzlsperger. "Denkt an die, die immer noch diskriminiert werden. Sie brauchen Unterstützung. Eure Unterstützung auch!", schrieb Hitzlsperger bei Twitter. Der 39-Jährige hatte 2014 nach Abschluss seiner Karriere öffentlich gemacht, dass er homosexuell ist.

DFB-Funktionär Koch verteidigt UEFA-Entscheidung

Der Interimspräsident des Deutschen Fußball Bundes (DFB), Rainer Koch, hat Vorwürfe bestritten, die Europäische Fußball Union (UEFA) sei eingeknickt. Die Entscheidung der UEFA, dass das Münchner EM-Stadion morgen Abend beim Spiel der deutschen Mannschaft gegen Ungarn nicht in Regenbogenfarben illuminiert sein darf, sei schlicht den Statuten der UEFA geschuldet, die zur politischen Neutralität verpflichtet sei, sagte Koch in der Rundschau im BR Fernsehen.

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Die Entscheidung der UEFA, dass das Münchner EM-Stadion beim Spiel der deutschen Mannschaft gegen Ungarn nicht in Regenbogenfarben illuminiert sein darf, sei schlicht den Statuten der UEFA geschuldet, erklärte der DFB-Interimspräsident Rainer Koch.

DFB unterstützt Verteilung von 10.000 Regenbogenfahnen am Stadion

In einem Statement des DFB bekräftigte Koch aber auch, dass die deutsche Sicht "anders als die Perspektive der UEFA" sei. Aus deutscher Sicht sei "neben der klaren Haltung gegen jeden Form von Diskriminierung im Rahmen eines europaweiten Turniers auch zu berücksichtigen, dass ein politisches Statement gegen eine Parlamentsentscheidung eines Teilnehmerlandes abgegeben werden soll".

Deshalb sollen deutliche Zeichen gesetzt werden. Dazu sei "beim Spiel gegen Ungarn für alle Zuschauer die erste Gelegenheit". So unterstütze der DFB auch den "CSD Deutschland" bei der Organisation der Verteilung von 10.000 Regenbogenfahnen am Stadion." Der DFB setze sich damit entschieden "für Vielfalt und Diversität ein - symbolisiert auch durch Kapitän Manuel Neuer mit dem Tragen der Regenbogen-Kapitänsbinde".

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Stellungnahme von DFB-Chef Koch zur UEFA-Entscheidung

Protestwelle im Netz und in den Medien

Die UEFA hatte zuvor entschieden, dass das EM-Stadion in München beim Gruppenfinale der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Ungarn an diesem Mittwoch nicht in Regenbogenfarben als Zeichen für Toleranz und Gleichstellung erstrahlen darf. Die UEFA lehnte einen entsprechenden Antrag des Münchner Oberbürgermeisters Dieter Reiter ab. In den Medien und im Internet sorgte das für zahlreichen Diskussionsstoff.

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Das Münchner Stadion wird morgen nicht in Regenbogenfarben leuchten. Die UEFA hat den Antrag von Oberbürgermeister Reiter abgelehnt, die Fußball-Arena für das EM-Spiel morgen als Zeichen für Toleranz in bunte Farben zu tauchen.