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Torjubel bei der deutschen Nationalmannschaft.

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    DFB-Team: 7:1-Torfestival bei EM-Generalprobe

    Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft sprühte in ihrem letzten Testspiel vor der Europameisterschaft vor Spielwitz und zeigte herrliche Kombinationen. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw besiegte Lettland temporeich und locker-lässig mit 7:1.

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    Von
    • Sonja Weinfurtner

    Mit schönen Tricks, viel Tempo und tollen Toren auf zur Titeljagd: Die deutsche Nationalmannschaft hat sich mit Spaßfußball und einem Kantersieg auf den Kracher-Start bei der Europameisterschaft gegen Frankreich eingestimmt. Acht Tage vor der Feuerprobe gegen den Weltmeister in München bezwang die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw Außenseiter Lettland mit 7:1. Der schwache Fußball-Zwerg war aber nicht annähernd ein Prüfstein.

    1.000 Zuschauer durften das Testspiel in Düsseldorf verfolgen. Sie jubelten Kapitän Manuel Neuer zu, der durch ein Spalier auf den Rasen lief. Der Bayern-Profi stand bereits zum 100. Mal im Tor der Nationalmannschaft. Für den 35-Jährigen war es ein ruhiger Jubiläums-Abend - trotzdem musste er einmal hinter sich greifen.

    "Es ist natürlich unglaublich für mich, dass ich jetzt dreistellig bin!" Manuel Neuer
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    Spalier für Manuel Neuer vor seinem 100. Länderspiel.

    Vier Bayern-Profis in der Startelf

    Löw veränderte seine Startelf nach dem 1:1-Unentschieden gegen Dänemark auf vier Positionen: Für Niklas Süle, Florian Neuhaus, Leroy Sané (alle drei Bank) und Lukas Klostermann (Probleme mit dem Kniegelenk) begannen die drei Champions-League-Finalisten Antonio Rüdiger, Ilkay Gündogan und Kai Havertz sowie Mittelfeldstratege Toni Kroos. Vom FC Bayern setzte der Bundestrainer neben Neuer wieder Joshua Kimmich, Serge Gnabry und Rückkehrer Thomas Müller ein.

    Die DFB-Auswahl legte wie vom Bundestrainer gefordert aggressiv los: Nach nicht mal einer Minute hatte Müller die erste große Chance, scheiterte aber aus kurzer Distanz an Roberts Ozols im Kasten Lettlands. Auch anschließend überzeugte die deutsche Mannschaft mit Ballbesitz und guten Kombinationen gegen die Nummer 138 der Weltrangliste.

    Müller erzielt sein 39. Länderspieltor

    Trotzdem dauerte es knapp 20 Minuten bis zur 1:0-Führung durch Roben Gosens, der aus knapp zehn Metern sein erstes Länderspieltor erzielte. Dann ging es Schlag auf Schlag: Gündogan markierte nur 86 Sekunden später das 2:0, indem er mit links abzog und die Kugel ins linke Eck hämmerte. Müller durfte in der 27. Spielminute über sein erstes Länderspieltor nach seinem Comeback jubeln.

    Havertz demonstrierte in der 39. Minute seine Abschlussqualitäten mit dem 4:0, nachdem er zuvor durch den gegnerischen Strafraum stürmte. Ohne große Gegenwehr der Letten erhöhte Gnabry nach einem Traumpass von Hummels aus vollem Lauf zum 5:0 (45.). Das war bereits der 16. Treffer des 25-Jährigen im 22. Länderspiel.

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    Bildrechte: picture alliance / GES / Edith Geuppert

    Thomas Müller freut sich über sein Tor zum 3:0 gegen Lettland.

    6:0 nach 50 Minuten

    Nach dem Seitenwechsel bekamen Sané und Timo Werner ihre Chance. Letzterer nutzte gleich seine erste Tormöglichkeit in der 50. Minute zum 6:0. Die Letten konnten einem leid tun. Sie waren völlig überfordert in den Zweikämpfen mit den gut aufgelegten DFB-Kickern. Eine Stunde war gespielt, dann bekamen Gündogan, Gosens und Rüdiger eine Pause. Löw brachte Emre Can, Christian Günter und Süle.

    Das Tempo war ein bisschen raus aus der Partie - und prompt erzielte Aleksejs Saveljevs den Ehrentreffer (75.) für die Letten. Bei dem Schuss des 22-Jährigen gab es nichts zu halten für Neuer. Wie am Schnürchen gezogen schlug das Leder mit voller Wucht im linken Eck ein.

    Musiala löst Müller ab

    Im Gegenzug stellte Sané nach einem schönen Zuspiel von seinem Vereinskollegen Müller den alten Torabstand wieder her. Danach machte Müller den Platz frei für Bayern-Talent Jamal Musiala, den mit gerade mal 18 Jahren Jüngsten im Aufgebot. Das Löw-Team drängte weiter auf den achten Treffer, der aber nicht mehr fallen wollte.

    Dieser klare und teilweise wirklich super herausgespielte Sieg wird dem Team sicher gut tun. Aber eines ist natürlich auch klar: Ein Gradmesser für's erste Spiel bei der EM ist es nicht. Da kommt mit Frankreich im ersten Spiel ein ganz anderes Kaliber.

    Löw und Spieler zufrieden mit der Generalprobe

    Jogi Löw war sehr zufrieden mit der Effektivität seiner Mannschaft vorm Tor: "Im Ausnutzen der Chancen waren wir heute konsequenter als in den letzten Monaten." Einziger Wermutstropfen war das Gegentor nach einem Einwurf. Auch hier gelte es, die Konzentration hochzuhalten, so der Bundestrainer. Das sei noch zu verbessern, denn "Momente entscheiden Spiele".

    Auch Thomas Müller freute sich über die demonstrierte Leistung und hofft, das gewonnene Selbstbewusstsein mit in die folgenden EM-Spiele mitnehmen zu können. Er und seine Teamkollegen haben Großes vor: "Wir haben uns bis Mitte Juli den Kalender freigehalten!"

    "Das Ergebnis war nicht das Wichtigste heute, sondern die Art und Weise, wie wir gespielt haben. Es hat sich gut angefühlt auf dem Platz. Natürlich wissen wir, dass Frankreich eine andere Hausnummer ist als Lettland. Thomas Müller

    Kapitän Neuer blickt nach dieser Partie mit einem "guten Gefühl" in Richtung EM: "Da war hinsichtlich Selbstvertrauen und Richtung Positionierung schon einiges dabei." Besonders heraus hob er die gute Stimmung im Team: "Wir vertrauen einander."

    DFB-Team bezieht Basis-Quartier in Herzogenaurach

    Anders als bei den Turnieren zuvor müssen die Spieler nach der Partie auf ein paar Tage zu Hause verzichten. Wegen der internen Corona-Bestimmungen bleibt die Mannschaft zusammen und fliegt am Dienstagnachmittag von Düsseldorf nach Nürnberg. Von dort geht es dann weiter nach Herzogenaurach ins Basis-Quartier für das Turnier, in das Deutschland erst vier Tage nach dem Eröffnungsspiel startet.

    Deutschland - Lettland | 7:1 (5:0)

    Deutschland: Neuer/Bayern München (35 Jahre/100 Länderspiele) - Ginter/Borussia Mönchengladbach (27/40), Hummels/Borussia Dortmund (32/72), Rüdiger/FC Chelsea (28/41) ab 61. Süle/Bayern München (25/31) - Kimmich/Bayern München (26/55), Kroos/Real Madrid (31/102), Gündogan/Manchester City (30/46) ab 61. Can/Borussia Dortmund (27/34), Gosens/Atalanta Bergamo (26/7) ab 61. Günter/SC Freiburg (28/3)- Havertz/FC Chelsea (21/14) ab 46. Werner/FC Chelsea (25/39), Müller/Bayern München (31/102) ab 76. Musiala/Bayern München (18/3), Gnabry/Bayern München (25/22) ab 46. Sane/Bayern München (25/30) - Trainer: Löw

    Lettland: Ozols/FC Riga (25 Jahre/7 Länderspiele) - Fjodorovs/FC Riga (24/12), Cernomordijs/FC Riga (24/13), Oss/FC Lugano (29/19) ab 46. Tarasovs/Ethnikos Achnas (32/38), Jurkovskis/FC Dundalk (24/18) - Karklins/FK Liepaja (25/11) ab 61. Krollis/FC Valmiera (19/9), Emsis/FC Noah (25/9) - Davis Ikaunieks/FK Liepaja (27/31) ab 46. Maksimenko/Olimpija Ljubljana (30/53), Zjuzins/Rigas Futbola Skola (29/46) ab 68. Saveljevs/Mantova Calcio (22/5), Ciganiks/Sorja Luhansk (24/21) ab 68. Jaunzems/FC Valmiera (21/10) - Uldrikis/FC Sion (23/24) ab 80. Varslavans/Rigas Futbola Skola (19/1). - Trainer: Kazakevics

    Schiedsrichter: Nikola Dabanovic (Montenegro)

    Tore: 1:0 Gosens (20.), 2:0 Gündogan (21.), 3:0 Müller (27.), 4:0 Ozols (39., Eigentor), 5:0 Gnabry (45.), 6:0 Werner (50.), 6:1 Saveljevs (75.), 7:1 Sane (76.)

    Zuschauer: 1.000