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DFB-Präsident Keller: Stadionbesuche mithilfe von Massentests | BR24

© dpa-Bildfunk/Uli Deck

DFB-Präsident Fritz Keller will wieder Zuschauer im Fußball-Stadion

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    DFB-Präsident Keller: Stadionbesuche mithilfe von Massentests

    DFB-Präsident Fritz Keller sucht nach einer Lösung für die Rückkehr der Zuschauer in die Fußball-Stadien. Mithilfe von Massen-Präventivtests soll dies möglich werden. Beim Länderspiel gegen Spanien Anfang September hofft er auf eine Teilöffnung.

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    DFB-Präsident Keller sehnt die Rückkehr der Fans in die Stadien herbei: "Es muss einen Weg geben, über Tests wieder eine gewisse Normalität zu erlangen", sagte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) der "Badischen Zeitung". Dabei schwebt Keller allerdings eine riskante Idee vor: Mithilfe von Massen-Präventivtests soll schon beim Länderspiel gegen Spanien am 3. September in Stuttgart "eine bestimmte Anzahl an Zuschauern" im Stadion wieder möglich sein.

    In Kellers Überlegungen gestaltet sich der Plan hervorragend, ganz uneigennützig sieht der DFB-Boss den Fußball dabei sogar als Heilsbringer für die gesamte Gesellschaft in der Coronakrise. "Die Präventivtests kommen nicht dem Fußball zugute, sondern allen", erklärte der 63-Jährige. Ein "Höchstmaß an Sicherheit" wolle Keller durch die Tests vor Spielen gewährleisten, dabei beruft er sich auf Wissenschaftler, die "davon ausgehen, dass man bis zu 48 Stunden nach einem Test mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit niemand anderen anstecken kann".

    Pharmakologe Sörgel stellt die 24-Stunden-Theorie infrage

    Pharmakologe Fritz Sörgel hatte dagegen erst am Samstag in der Badischen Zeitung gewarnt, dass Tests im direkten Vorfeld einer Partie "keine absolute Sicherheit" geben. Vielmehr könnten sich Stadien zu Hotspots für Infektionen entwickeln.

    Selbst bei einem negativen Test binnen 24 Stunden vor einer Partie könne es sein, dass die Zuschauer "bis zum Spiel positiv werden, also eine Menge an Virus im Körper haben, die den Test überhaupt erst positiv macht - und dann kann ich ansteckend sein", wie Sörgel erklärte: "Hinzu kommt die Fehlerquote bei der Gewinnung eines Abstrichs, gerade wenn alles ganz schnell gehen muss. Sie haben also immer das Risiko, dass Superspreader das Spiel besuchen."

    Signalwirkung auch für andere Großveranstaltungen

    Die Bemühungen des Fußballs einen Weg zurück zu ein wenig Normalität werden in der Politik wohlwollend aufgenommen. "Die Frage, wie Fußballspiele stattfinden mit Zuschauern, ist ein wichtiges Signal auch für alle anderen Großveranstaltungen. Da müssen die Regeln passen", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bei einer Wahlkampfveranstaltung in Köln. Das Konzept der Deutschen Fußball-Liga (DFL) sei für sich genommen überzeugend, befand Spahn.

    Eigenständiges Hygienekonzept der Klubs muss vorliegen

    Die Bundesliga und die 2. Bundesliga starten am 18. September in die Spielzeit 2020/21. Eine Woche zuvor findet die erste Runde im DFB-Pokal statt. DFB und DFL hatten zuletzt einen Leitfaden für die Rückkehr von Zuschauern vorgelegt. Dieser soll nicht nur bei der Erarbeitung standort-individueller Konzepte helfen, sondern auch das Vorgehen in der 3. Liga, im DFB-Pokal, bei der Nationalmannschaft und in der Frauen-Bundesliga regeln.

    Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hatte sich bereits am Wochenende in der "Bild am Sonntag" dafür offen gezeigt: "Wenn ein gutes Hygienekonzept vorliegt und Abstand zwischen den Besuchern gewährleistet ist, können Veranstaltungen stattfinden - auch mit einer größeren Zahl an Zuschauern."

    Lokale Hygienekonzepte gefordert

    Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums sagte am Montag, grundsätzlich müssten die einzelnen Fußballklubs eigenständige Hygienekonzepte vorlegen, die von den örtlichen Gesundheitsämtern abgenommen werden müssten.

    "Aber entscheidend ist nicht auf dem Papier, entscheidend ist auf dem Platz, oder in diesem Falle im Stadion. Deswegen ist es wichtig, dass die jeweiligen Vereine mit ihren Gesundheitsämtern vor Ort die Konzepte so anpassen, dass das auch umgesetzt wird. Und mir ist wichtig, dass das auch genau eingehalten wird", betonte Spahn.

    Dabei gehe es auch um die Nachvollziehbarkeit, wer hat wo gesessen. "Wobei ich sehr dafür werbe, den Mindestabstand von 1,50 Metern im Stadion auch einzuhalten", betonte der Minister.