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DFB-Präsident Grindel ist zurückgetreten | BR24

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Reinhard Grindel hat das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) darüber informiert, dass er mit sofortiger Wirkung von seinem Amt als DFB-Präsident zurücktritt. Die beiden Vizepräsidenten übernehmen die Verbandsführung kommissarisch.

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DFB-Präsident Grindel ist zurückgetreten

Reinhard Grindel hat das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) darüber informiert, dass er mit sofortiger Wirkung von seinem Amt als DFB-Präsident zurücktritt. Die beiden Vizepräsidenten übernehmen die Verbandsführung kommissarisch.

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Bis zum Bundestag des DFB im kommenden September werden die beiden Vizepräsidenten Rainer Koch und Reinhard Rauball die Führung des Verbandes interimsmäßig übernehmen. Grindel führt seine internationalen Ämter im FIFA-Council und UEFA-Exekutivkomitee, in die er persönlich gewählt wurde, in enger Abstimmung mit dem DFB weiter fort.

"Amateur- und Profivertreter sind nun gemeinsam gefordert, bis zum kommenden DFB-Bundestag die Weichen für die Zukunft zu stellen. Nicht nur sportlich, sondern auch mit Blick auf die Positionierung in der Gesellschaft steht der DFB vor enormen Herausforderungen." DFB-Interimspräsident Reinhard Rauball
"Reinhard Grindel hat sich mit hohem persönlichem Engagement für den DFB eingebracht und nicht nur in der Bewerbung um die EURO 2024 viel für den Verband getan. Wir sind ihm dafür sehr dankbar und haben großen Respekt vor seiner Entscheidung." DFB-Interims-Präsident Rainer Koch
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"Ich habe keine Gegenleistung für die Uhr bekommen", sagte Reinhard Grindel in seinem Statement. Trotzdem ist er von seinem Amt als DFB-Präsident zurück getreten.

Luxusuhr-Geschenk "zu wenig hinterfragt"

Ausschlaggebend für den Rücktritt war nach Grindels persönlicher Ansicht letztlich die Annahme einer geschenkten Luxusuhr. "Ich bin tief erschüttert, dass ich wegen eines solchen Vorgangs meine Funktion als DFB-Präsident aufgeben muss, die ich gerne ausgeübt habe, vor allem um dem Amateurfußball in Deutschland Impulse zu geben", sagte Grindel: "Am Ende frage ich mich: Warum ist das passiert? Ich kann es mir nur so erklären, dass ich zutiefst davon überzeugt war, dass ich nichts Unrechtes tue und im Stress des Amtes einfach zu wenig hinterfragt habe".

"Ich trete vom Amt des DFB-Präsidenten zurück. Ich entschuldige mich dafür, dass ich durch mein wenig vorbildliches Handeln in Zusammenhang mit der Annahme einer Uhr Vorurteile gegenüber haupt- oder ehrenamtlich Tätigen im Fußball bestätigt habe." Stellungsnahme von Reinhard Grindel zu seinem Rücktritt vom Amt des DFB-Präsidenten
© B5 aktuell

Die Stellungnahme von Reinhard Grindel im Wortlaut - hier zum Nachhören.

Kritik wurde immer lauter

Zu den Berichten über Zusatzeinnahmen in Höhe von 78.000 Euro, die der Öffentlichkeit und angeblich auch Teilen des DFB-Präsidiums verschwiegen worden waren, kamen zu Wochenbeginn Schlagzeilen über eine geschenkte Luxusuhr aus fragwürdiger Quelle.

Das Entscheidende: Jemand aus Grindels unmittelbarem Umfeld streut seit Wochen Informationen, um den DFB-Präsidenten in die Ecke zu treiben. Rückhalt spürte der frühere Bundestagsabgeordnete zuletzt kaum noch. Der 57-Jährige selbst äußert sich seit dem Wochenende nicht zu den Anschuldigungen, die dem Familienvater enorm zusetzen. Auch die Abwicklung des WM-Desasters ging am Verbandschef nicht ohne Spuren vorüber.

DFB-Präsident seit 2016

Grindel war am 15. April vom DFB-Schatzmeister zum Nachfolger des im Zuge des Sommermärchen-Skandals zurückgetretenen Wolfgang Niersbach aufgestiegen. Ein Jahr später war er ins Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union (UEFA) sowie als UEFA-Vertreter ins Council des Weltverbands FIFA gewählt worden.