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DFB-Präsident Fritz Keller fordert ein Nachhaltigkeitskonzept | BR24

© BR/Martin Thiel

Der Deutsche Fußball-Bund bereitet sich auf die neue Bundesliga-Saison vor - obwohl noch nicht wirklich abzusehen ist, wie es aufgrund der Corona-Krise weitergehen wird. DFB-Präsident Fritz Keller fordert ein Nachhaltigkeits-Konzept!

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DFB-Präsident Fritz Keller fordert ein Nachhaltigkeitskonzept

Der Deutsche Fußball-Bund und die Klubs bereiten sich auf die neue Saison vor - obwohl noch nicht wirklich abzusehen ist, wie es aufgrund der Corona-Krise weitergehen wird. Präsident Fritz Keller stellt klar fest, dass ein Umdenken notwendig ist.

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Dank der Geisterspiele konnten Insolvenzen und Pleiten im Profi-Fußball erst einmal abgewendet werden. Die Erleichterung beim DFB, bei der DFL und den Klubs war groß. Jetzt gilt es aber die Lehren aus dem zu ziehen, was die Corona-Krise schonungslos offen gelegt hat. DFB-Boss Fritz Keller betont, dass es jetzt gilt, aus den Fehlern zu lernen: "Die Corona-Krise hat gezeigt, wie schwierig es war für einige Vereine, die keine Rücklagen gehabt haben. Deshalb brauchen wir ein Nachhaltigkeitskonzept - ökonomisch, ökologisch und sozial."

Deckelung bei Transfersummen und Honoraren?

Insbesondere hinsichtlich der astronomischen Transfersummen, Beraterhonoraren und Spielergehältern muss ein Umdenken vonstatten gehen. Für Keller darf sich der Fußball durch seine Kommerzialisierung nicht noch weiter von seinen Fans lösen. Er fordert eine solide Haushaltsführung bei den Profi-Klubs: "Es muss abhängig gemacht werden vom Eigenkapital. Wenn Du mehr erwirtschaftest, wenn Du mehr ersparst, kannst Du mehr ausgeben."

Der Präsident weiß, er wird auf Widerstand stoßen - nicht nur national, sondern auch international. Denn sollte der deutsche Fußball alleine eine Deckelung zum Beispiel für Spielergehälter oder Transfers ausrufen, würden die Spieler dem Geld folgen - weg aus Deutschland. Keller will für Reformen im gesamten Fußball kämpfen - nicht nur im Profi-Bereich, auch bei den Amateuren. Eine Mammutaufgabe!

DFB verteidigt Geisterspiele

Auch DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius sieht noch weitreichende und langfristige Auswirkungen durch die Corona-Pandemie auf den Sport zukommen. Der 44-Jährige schätzt, dass die Krise den Fußball und die ganze Gesellschaft sogar noch mindestens weitere drei Jahre stark beeinträchtigen wird. Der gebürtige Bonner verteidigt die teilweise immens kritisierten durchgeführten Geisterspiele im Profi-Fußball ebenso.

"Ich verstehe, dass die Menschen im Moment andere Sorgen haben, als beim Fußball und seiner Inszenierung mitzufiebern. Aber der Fußball wird noch gebraucht, da bin ich ganz sicher." DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius

Erst einmal geht es beim DFB darum, die Fans wieder in die Stadien zu bekommen. Er arbeitet an einem umfangreichen Hygienekonzept mit größtmöglicher Sicherheit.

© picture alliance / Thomas Boecker

DFB-Generalsekretär Dr. Friedrich Curtius

Selbst DFB muss den Gürtel enger schnallen

Wie Keller erwartet auch Curtius finanzielle Einschnitte im Fußball: "Die fehlenden Einnahmen werden dazu führen, dass der Gürtel enger geschnallt werden muss. Das kann man gut oder schlecht finden - es ist Fakt." Auch beim DFB muss gespart werden, viele Ausgaben wurden laut dem Generalsekretär gestoppt.

"Ob es am Ende tatsächlich zu einer neuen Haltung, zu mehr Demut führt, liegt auch in der Verantwortung jedes einzelnen Klubs. Es geht eben nicht immer nur um höher, weiter, schneller - sondern jetzt auch um nachhaltiger." DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius