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DFB feiert Akademie-Grundsteinlegung - Vorwürfe gegen Vize Koch | BR24

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Vor riesigen Sandbergen hat der DFB die Grundsteinlegung seiner Akademie begangen. In gut zwei Jahren will der Verband die neue Zentrale beziehen. Für Angela Merkel ist das Millionenprojekt zukunftsweisend.

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DFB feiert Akademie-Grundsteinlegung - Vorwürfe gegen Vize Koch

Vor riesigen Sandbergen hat der DFB die Grundsteinlegung seiner Akademie mit Bundeskanzlerin Angela Merkel begangen. Gleichzeitig werden vor der Wahl des neuen DFB-Präsidenten Fritz Keller Vorwürfe gegen den DFB-Vizepräsidenten Rainer Koch laut.

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Mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundestrainer Joachim Löw als Festredner hat der Deutsche Fußball-Bund die Grundsteinlegung für seine neue Akademie gefeiert. Auf der Großbaustelle in Frankfurt am Main nahmen an der Zeremonie auch der designierte DFB-Präsident Fritz Keller, der am Freitag gewählt wird, und die Interimsspitze des Verbandes teil. "Es ist ein Gebäude, das dem DFB gut ansteht und die verschiedenen Komponenten des Fußballs vereint", sagte Merkel. "Es ist eine gute und in die Zukunft weisende Idee." Löw bezeichnete die Akademie als "Ideenbörse", von der alle profitieren werden.

Gigantisches Projekt 2021 bezugsfertig

Fünfeinhalb Jahre nach dem Baubeschluss des DFB-Präsidiums geht das rund 150 Millionen teure Zukunftsprojekt in die finale Phase. Ende 2021 soll die neue Heimat des weltgrößten Sportverbandes bezugsfertig sein. Auf dem Areal der früheren Frankfurter Galopprennbahn sollen auf einer Fläche von neun Hektar Administration und Sport unter einem Dach vereint werden und zudem die Nationalteams eine zentrale Stätte in der Vorbereitung auf Länderspiele finden. Neben 3,5 Naturrasenplätzen sind verschiedene Technik-Parcours und ein Beachsoccer-Feld geplant. In der Akademie wird es zudem 33 Zimmer für die Sportler und Trainer geben, dazu 428 neue Arbeitsplätze für die Mitarbeiter des Verbandes.

Vorwürfe gegen DFB-Vize Koch

Gleichzeitig zu den positiven Nachrichten tauchte am Donnerstag bei Spiegel Online aber ein Bericht mit Vorwürfen gegen DFB-Vizepräsident Rainer Koch auf. Koch soll bei der Ethik-Kommission des Verbands angezeigt worden sein. Christian Pothe, seit 2013 Vorsitzender des DFB-Jugendausschusses, hat dazu bei der Ethik-Kommission des Deutschen Fußball-Bunds ein Schreiben mit Vorwürfen gegen Koch eingereicht, berichtet Spiegel Online. Demnach wirft der Rechtsanwalt und ehemalige Vize-Präsident des FC St. Pauli Koch vor, "gegen die in der Satzung und im Ethik-Kodex festgeschriebenen Grundsätze 'Ethischen Verhaltens' verstoßen" zu haben. Eine Untersuchung durch die Kommission oder den Kontrollausschuss beziehungsweise das DFB-Sportgericht sei deshalb zwingend geboten.

Image des DFB angeschlagen

Pothes Vorstoß kommt einen Tag vor der Wahl des neuen DFB-Präsidenten Fritz Keller natürlich zur Unzeit. Seit der Sommermärchen-Affäre 2015 ist der Verband sowieso immer wieder ins Zwielicht geraten - ob Lustreisen und Trinkgelagen für Spitzenfunktionäre oder Geschenke für den im April zurückgetretenen Präsidenten Reinhard Grindel. Das Image des DFB ist äußerst angeschlagen.

Funktionäre bedrängt?

Im Brief, den Pothe an die Ethik-Kommission geschrieben hat, geht es um die Wahl von Mitgliedern des Jugendausschusses auf dem Bundesjugendtag des DFB 2016. Demnach wollte Koch einen Mann seines Süddeutschen Fußball-Verbands als angeblich unabhängigen Bewerber in das Gremium schicken und habe dazu Pothe und anderen Funktionären, die als Zeugen aussagen könnten, zu einer Entscheidung in seinem Sinne gedrängt, ihnen sogar gedroht: "Als Rainer Koch merkte, dass er an dieser Stelle nicht weiter kommen würde, drohte er mir, dass unter diesen Umständen dann auch ich seine Unterstützung verlieren würde und nicht mehr Vorsitzender des Jugendausschusses sein könne" - heißt es in dem Schreiben.

Koch dementiert

Der Fall könnte sich zum nächsten Problemfall des DFB entwickeln. Warum Pothe allerdings drei Jahre verstreichen ließ, ehe er den Fall an die Ethik-Kommission gab, ist unklar. Koch ließ durch den DFB-Mediendirektor Ralf Köttker ausrichten: Der vorgetragene Sachverhalt "sei" nicht korrekt wiedergegeben".