Deutschlands Torwart Marc-André ter Stegen (l) steht mit Matthias Ginter (l) und Nico Schlotterbeck zusammen.
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Deutschlands Torwart Marc-André ter Stegen (l) steht mit Matthias Ginter (l) und Nico Schlotterbeck zusammen.

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DFB-Elf vor Belgien: Jetzt steht die Defensive im Fokus

Belgiens neuer Trainer Domenico Tedesco reist mit jeder Menge Offensiv-Power zum Testspiel nach Köln. Nach Peru wartet nun eine Mannschaft mit Weltklassespielern auf die DFB-Elf. Gerade für die Verteidigung wird das eine schwere Aufgabe.

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

Der erste Schritt zur Rehabilitation der Deutschen Nationalmannschaft ist getan. Zwar hat man das enttäuschende Vorrunden-Aus bei der WM in Katar nicht vergessen gemacht, aber der 2:0-Sieg gegen Peru lässt zumindest etwas optimistischer auf die Europameisterschaft in anderthalb Jahren blicken. Besonders die Offensive um Niclas Füllkrug heimste nach dem Testspiel jede Menge verhaltenes Lob ein.

Bundestrainer Hansi Flick wollte im Interview nach dem Spiel zwar auch den Fokus darauf legen, dass man "zu null gespielt hat", doch ein wahrer Prüfstein war das am Samstag noch nicht. Der peruanische Sturm aus Raúl Ruidíaz (Seattle Sounder FC), André Carrillo (Alhila SFC) und Christofer Gonzales (Al-Adalah FC) gehört nicht unbedingt zur internationalen Spitzenklasse.

Beligen: Offensive Spitzenklasse im Kontermodus

Ganz anders wird das am kommenden Dienstag. In Köln trifft die DFB-Elf auf Belgien. Ein Team, das seinerseits ebenfalls ein enttäuschendes Turnier vergessen machen lassen will - und über eine exzellente Offensive verfügt. Allen voran Mittelstürmer Romelu Lukaku zeigte beim 3:0-Sieg über Schweden in der EM-Qualifikation, dass sein schwacher Auftritt beim Turnier vor allen Dingen an seiner nicht ausgeheilten Verletzung gelegen haben dürfte. Mit einem Hattrick meldete er sich zurück und schoss sein Team zum Sieg.

"Sie haben einen neuen Trainer, einen neuen Spirit. Sie haben herausragende Spieler in den Reihen. Fußballerisch ist es eines der besten Teams, die es gibt. Ein guter Gegner, an denen wir uns messen lassen können." Bundestrainer Hansi Flick bei der Pressekonferenz am Montag über Belgien

Mit Yannick Carrasco (Atlético Madrid), Leandro Trossard (FC Arsenal), Kapitän Kevin De Bruyne (Manchester City) und dem Herthaner Dodi Lukébakio, der gegen Schweden zwei Tore vorbereitete, hat Lukaku jede Menge Unterstützung. Und der neue Nationaltrainer Domenico Tedesco das Spielermaterial, um seine liebste Waffe, die schnellen Konterangriffe, umzusetzen.

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Kaum ein Halten: Kommt Belgiens Stürmer Romelu Lukaku in Fahrt, ist er nur schwer zu stoppen.

Ohne Süle und Rüdiger: Was kann die DFB-Defensive?

Am Dienstag liegt es also nun an der Defensive, ihre Wettkampfhärte unter Beweis zu stellen. Also die Abteilung, die sich bei der WM immer wieder als eklatante Schwachstelle entpuppt hatte. Die hinterste Reihe wird gegen Belgien allerdings fast vollkommen anders ausschauen als die Stamm-Verteidigung während des Turniers in Katar.

Mit Niklas Süle (Borussia Dortmund) und Antonio Rüdiger (Real Madrid) hat Flick die beiden erfahrensten und vielleicht besten deutschen Verteidiger nicht berufen. Mit David Raum und Niklas Schlotterbeck waren gegen Peru allerdings zwei Defensiv-Kräfte dabei, die bei der WM ebenfalls immer wieder mit Fehlern aufgefallen waren.

Matthias Ginter (SC Freiburg) komplettierte die Innenverteidigung und muss sich gegen Belgien auf einen neuen Partner einstellen: Schlotterbeck wurde am Samstag angeschlagen ausgewechselt und reiste anschließend ab - für ihn rückt Thilo Kehrer in die Zentrale. Dieses Duo bekommt es nun mit Lukaku zu tun, der mit seinen 1,91-Metern und 100 Kilogramm Kampfgewicht nur schwer zu stoppen ist, sobald er einmal in Fahrt kommt. "Er ist ein Spieler, der seine Qualitäten in der Physis hat", sagte Kehrer über seinen kommenden Gegenspieler: "Man muss es schlau machen. Gegen einen Spieler seiner Qualität muss man intelligent spielen."

Ein Test auf Herz und Nieren

Marius Wolf gab bei dem Testspiel sein Debüt als Rechtsverteidiger - und konnte zeigen, dass er auch Talent für das Spiel nach vorne besitzt: Das 2:0 leitete er mit einer zielgenauen Flanke ein. Doch der wahre Test, der Aufschluss über die EM-Tauglichkeit des Verteidigers geben soll, folgt nun: "Er hat einen guten Start gehabt, aber als Nationalspieler muss man die Leistung immer bestätigen", sagte Flick, nachdem er Wolf gelobt hatte.

"Bei uns ist ganz klar der Fokus, dass wir dieses Spiel erfolgreich gestalten wollen. Wir wollen eine Stabilität in unser Spiel bekommen. Eine Überzeugung in der Defensive." Bundestrainer Hansi Flick

Jede Menge Antworten für Hansi Flick

Am Dienstag muss Wolf nun beweisen, dass er auch in der Nationalmannschaft neben seinen offensiven Aufgaben die Verteidigung nicht vernachlässigt. Mit Carrasco hat er einen spielstarken Gegenspieler, der es versteht, jede Schwäche auszunutzen. Doch nicht nur die hinterste Reihe ist gegen Belgien gefragt. Die Bewachung von Mittelfeldregisseur De Bruyne wird vor allen Dingen an Joshua Kimmich und seinem Partner im defensiven Mittelfeld hängen.

Und auf dem Weg nach vorne darf sich DFB-Elf kaum Fehler erlauben, da sie sonst in die typischen Konter des Tedesco-Teams läuft. Der Test gegen Belgien wird also die erste Standortbestimmung auf dem Weg zur Heim-EM sein und jede Menge Antworten auf die Frage geben, wo die Mannschaft von Hansi Flick tatsächlich steht.

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