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Fritz Keller (r.) und Rainer Koch

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    DFB-Causa Keller: Treffen am Wochenende - kommt Vertrauensfrage?

    DFB-Präsident Fritz Keller und sein Stellvertreter Rainer Koch treffen sich nach dem schwerwiegenden Nazi-Vergleich an diesem Wochenende zu einem "Friedensgipfel". Einige Landesverbände fordern die Vertrauensfrage.

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    • BR24 Sport

    Die Spitze des Deutschen Fußball-Bundes ist am Freitagabend in Potsdam zum bevorstehenden DFB-Gipfel eingetroffen. Vize-Präsident Rainer Koch kam gegen 21.30 Uhr im Kongresshotel an. Verbandschef Fritz Keller war zu dem Zeitpunkt bereits vor Ort. Ein Gespräch der beiden Funktionäre wurde für den Abend aber nicht mehr erwartet.

    Dabei dürfte es dann darum gehen, ob Koch die Entschuldigung Kellers annimmt. Keller, der seit Monaten im Mittelpunkt des Machtkampfes beim Deutschen Fußball-Bundes (DFB) steht, hatte seinen Vize Koch in einer Sitzung mit dem Nazi-Richter Roland Freisler verglichen. Keller hat dafür mittlerweile mehrfach um Verzeihung gebeten, einen Rücktritt aber ausgeschlossen.

    Bei der Tagung der Landesverbände will Keller nach Informationen des "kicker" und der "Bild" für einen außerordentlichen Bundestag im Sommer werben. Dort sollen die Delegierten den Machtkampf um Keller und Generalsekretär Friedrich Curtius entscheiden. Ob es eine Mehrheit für dieses Vorhaben gibt, ist offen.

    Rufe nach Vertrauensfrage

    Einige Landesverbände unterstützen diesen Vorschlag und wollen zudem, dass der komplette Präsidialausschuss mit Keller, Koch, Curtius, Vize Peter Peters und Schatzmeister Stephan Osnabrügge die Vertrauensfrage stellt. "Es geht jetzt darum, dass die Personen im Präsidialausschuss die Vertrauensfrage stellen müssen", sagte zum Beispiel Uwe Döring, Chef des Schleswig-Holsteiner Fußballverbandes, der "Süddeutschen Zeitung". Der DFB benötige ein komplett erneuertes Führungsgremium, meint Döring.

    Der Vizepräsident des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) Reinhold Baier legte dem DFB-Präsidenten Fritz Keller nach dessen Nazi-Vergleich indirekt einen Rücktritt nahe. Es stehe "außer Frage, dass einzig und alleine Fritz Keller selbst hinsichtlich seiner ungeheuerlichen Entgleisung das Heft des Handelns in Händen hält", sagte Baier und ergänzte: "Völlig unabhängig davon, ob Rainer Koch als Person die Entschuldigung annimmt oder nicht, entwürdigt Fritz Keller mit diesem unsäglichen Vergleich das Amt des DFB-Präsidenten."

    Muss Keller zurücktreten?

    Fanforscher Harald Lange von Uni Würzburg geht davon aus, dass Präsident Keller zurücktreten muss und hält einen Neuanfang in der gesamten Führungsetage beim DFB für wünschenswert. Er sagte BR24 Sport: "Das alles sieht mehr nach einer schlechten Telenovela als nach der Führung eines so wichtigen Verbandes aus", und ergänzte: "Die Fans sind schon lange aufgewacht und protestieren. Inzwischen macht sich der Unmut auch an der Basis der Vereine und Landesverbände fest. Die müssen mutiger werden und Wahlen fordern."