BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

DFB-Bundestag: Deutliche Mehrheit für Fortführung der 3. Liga | BR24

© BR24 Sport

Die 3. Liga kann wieder spielen: Bei einem außerordentlichen Bundestags des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) votierten die Delegierten deutlich für eine Fortsetzung. DFB-Präsident Rainer Koch bei der Ergebnisverkündung.

1
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

DFB-Bundestag: Deutliche Mehrheit für Fortführung der 3. Liga

Der Weg für die Fortsetzung der 3. Liga ist frei. Beim virtuellen Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) stimmten 94,9 Prozent der 253 Delegierten für den Neustart. Eine Task Force soll sich mit der Wirtschaftlichkeit der Liga befassen.

1
Per Mail sharen

Mit der großen Mehrheit von 220 von 250 abgegebenen Stimmen votierten die Delegierten für eine Fortsetzung der 3. Liga. Damit wurde über den von Sachsen und Sachsen-Anhalt gestellten Antrag auf Abbruch gar nicht erst abgestimmt. Somit steht fest, dass die Saison wie geplant am 30. Mai fortgesetzt wird und die verbleibenden elf Spieltage bis zum 4. Juli in englischen Wochen durchgezogen werden. "Ich würde mir wünschen, dass wir zu Gemeinsamkeit und Geschlossenheit zurückfinden", sagte DFB-Vizepräsident Rainer Koch.

DFB-Präsident Fritz Keller sagte: "Wir haben Handlungsfähigkeit bewiesen. Ich habe nun die ganz große Hoffnung, dass alle Beteiligten ein demokratisches Votum akzeptieren und den Fußball auf den richtigen Weg bringen."

"Das klare Votum zeigt, dass nicht immer die Lautesten Recht bekommen." Fritz Keller, DFB-Präsident

Keine Mehrheit für zweigleisige 3. Liga

Auch der Antrag aus dem Saarland zur Einführung einer zweigleisigen 3. Liga mit jeweils 18 Mannschaften ab der kommenden Saison wurde abgeschmettert. Der Vorstoß für eine zweigleisige 3. Liga war von mehr als 20 Regionalligisten unterstützt worden.

Ziel war es, die Reisekosten der Vereine mit dem neuen Format zu senken. Außerdem wäre die Zahl der regionalen Duelle erhöht worden, wodurch man sich mehr Zuschauereinnahmen erhofft hatte. Sowohl der DFB als auch die aktuellen Drittligisten hatten sich im Vorfeld gegen eine zweigleisige Liga ausgesprochen.

Task Force gegründet

Zudem stimmten die Delegierten für die Gründung einer Task Force. Diese soll sich mit der wirtschaftlichen Zukunftsfähigkeit der 3. Liga befassen. "Das ist ein klares Signal, dass wir die wirtschaftlichen Probleme erkennen und uns damit befassen", sagte Koch. Zuvor hatte der Vizepräsident eine zweigleisige 3. Liga aktuell als "nicht machbar, nicht umsetzbar" bezeichnet. "Die Thematik ist aktueller denn je, aber es geht nicht über Nacht", betonte Koch.

© BR Sport

BR-Sportreporter Thomas Klinger erwartet nach der Entscheidung des DFB-Bundestags, die Saison in der 3. Liga fortzusetzen, einen Streit der Juristen.

Große Finanzsorgen beim DFB

Düster könnte es für die DFB-Finanzen aussehen, wenn die Coronavirus-Pandemie bis zum Ende des Jahres keine Länderspiele zulässt. "Der DFB befindet sich in der tiefsten wirtschaftlichen Krise seiner Existenz", sagte Schatzmeister Stephan Osnabrügge. Im schlechtesten Fall rechnet der DFB mit einem Verlust von 77 Millionen Euro bis zum Ende des Jahres, womit die Rücklagen um 13,9 Millionen Euro überschritten wären. "Es würde aber nicht zur Insolvenz des DFB führen", sagte Osnabrügge.

Der Funktionär hob die Bedeutung von Länderspielen und des DFB-Pokals hervor. Der Spielbetrieb der Nationalmannschaft generiert allein 59 Millionen Euro, der Pokal zehn Millionen. Durch Sponsoren werden 105 Millionen Euro eingenommen. "Wir hoffen, dass in der zweiten Jahreshälfte wieder Länderspiele stattfinden können. Das wäre für den DFB von existenzieller Bedeutung." Man werde extrem sparsam agieren, um den Verlust so weit wie möglich zu reduzieren.

Saison-Fortsetzung in Frauen-Bundesliga

Auch die Frauen-Bundesliga erhielt offiziell grünes Licht für die Fortsetzung der Saison. Das Votum der Delegierten für die Wiederaufnahme des Spielbetriebes am kommenden Freitag fiel einstimmig aus. Die Mehrheit der Vereine hatte sich bereits im Vorfeld dafür ausgesprochen. Lediglich der Tabellenletzte FF USV Jena kritisierte den Neustart, da in Thüringen aufgrund behördlicher Verordnungen bis zum 5. Juni kein Mannschaftstraining möglich ist.

Abgebrochen wird die Spielzeit 2019/20 in der 2. Frauen-Bundesliga. Die ersten Zwei - Werder Bremen und der SV Meppen - dürfen aufsteigen, sportliche Absteiger gibt es keine. Auch die Spielzeit in der Bundesliga der A- und B-Junioren sowie B-Juniorinnen wird nicht fortgesetzt.