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DFB beschließt Anpassung der Wechselperiode | BR24

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Heute wäre eigentlich Stichtag! Am 30. Juni laufen viele Verträge von Fußball-Spielern aus, obwohl einige Ligen ihre Saison wegen des Coronavirus erst zu einem späteren Zeitpunkt beenden können.

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DFB beschließt Anpassung der Wechselperiode

Heute laufen die Verträge zahlreicher Fußball-Spieler aus, obwohl einige Ligen ihre Saison noch nicht beendet haben. Der DFB hat nun eine Verlängerung der anstehenden Wechselperiode beschlossen. Die Situation ist allerdings nicht unproblematisch.

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Der Transfersommer wird durch die Corona-Krise anders verlaufen als sonst. Am 30. Juni laufen allein 127 Spieler-Verträge in der Bundesliga aus. Auch in anderen Ligen enden Kontrakte mit dieser Frist.

Der Deutsche Fußballbund (DFB) hat jetzt wegen der Corona-Krise die bevorstehende Wechselperiode angepasst. Das Transferfenster wird sich zunächst am 1. Juli für einen Tag öffnen. Anschließend können statt wie üblich vom 1. Juli – 31. August, jetzt vom 15. Juli bis 5. Oktober Transfers getätigt werden. Der DFB und die Deutsche Fußball Liga (DFL) folgten damit einer Empfehlung der Europäischen Fußball-Union (UEFA).

"Wegen der Corona-Krise und der daraus resultierenden Verschiebungen der Spielzeiten sind national sowie international Anpassungen der Wechselperioden erforderlich, sodass der bisherige Zeitraum aktualisiert werden musste", sagte Peter Frymuth, DFB-Vizepräsident für Spielbetrieb und Fußballentwicklung.

Wechseln wird schwerer als vor der Krise

Trotz der neuen Anpassung der Wechselperiode wird das Wechseln für Spieler wahrscheinlich schwieriger sein als sonst. Fußball-Profis, die mit heute auslaufenden Verträgen ablösefrei sind, sind normalerweise im Vorteil. Doch durch die Krisenzeit sind weniger Vereine erpicht darauf, Spieler zu verpflichten.

Die Corona-Krise werde Auswirkungen auf die Höhe der Ablösesummen, signing fees, Beraterhonorare, womöglich auch Gehälter neu zu verhandelnder Verträge haben, sagte Ralf Rangnick, Fußballchef der Red Bull GmbH: “Ob in jedem einzelnen Fall ist noch mal ein anderes Thema, aber das wird sicherlich insgesamt ein anderer Transfermarkt in Zukunft sein, als es vor der Corona-Krise der Fall war“.

Auch für Leihspieler wird es interessant

Auch bei Leihgeschäften oder bereits getätigten Transfers kann es problematisch werden. "Da wird es sicherlich einige Situationen geben, wo sich zum Beispiel die beiden Klubs und der Spieler, die in einer Leihe gerade sind, sich nicht einigen können, unter welchen Umständen das weitergehen kann. Und dann wird das leider wahrscheinlich dazu führen, dass Spieler ihre Mannschaften verlassen werden", sagte Jonas Baer Hoffmann. Er ist Generalsekretär bei der FIFpro, der weltweit tätigen Vertretung von Profifußballern. So endet beim FC Bayern beispielsweise die Ausleihe der Offenspieler Coutinho (FC Barcelona) und Ivan Perisic (Inter Mailand) sowie von Außenverteidiger Odriozola (Real Madrid). Hier müssen die Bayern mit den betroffenen Vereinen und den Spielern entsprechende Lösungen finden.

Bei Leipzigs Timo Werner wird die außergewöhnliche Lage besonders sichtbar. Durch die Aktivierung der Ausstiegsklausel endetet Werners Vertrag beim RB Leipzig nämlich mit dem heutigen Tag. Statt mit Leipzig noch die Champions-League im August zu spielen, will sich Werner mit seinem zukünftigen Verein, dem FC Chelsea, auf die Premier-League vorbereiten.

Verpflichtete Spieler sind allerdings trotz verlängerter Spielzeit 2019/20 erst für Spiele der kommenden Saison 2020/21 spielberechtigt.

© dpa-Bildfunk/Jan Woitas

Erst in der Saison 2020/21 für den FC Chelsea spielberechtigt: Timo Werner