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Deutschlands Fußball-Chef will Gehaltsobergrenze für Profis | BR24

© picture-alliance/dpa

DFB-Präsident Fritz Keller

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    Deutschlands Fußball-Chef will Gehaltsobergrenze für Profis

    Fritz Keller, Präsident des Deutschen Fußball-Bunds (DFB), will nachhaltige Lehren aus der Coronakrise ziehen, unter anderem soll eine Gehaltsobergrenze kommen. Unterstützung kommt von Karl-Heinz Rummenigge, mit dem Keller kürzlich noch im Zwist lag.

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    "Ich habe am Dienstagmorgen mit ihm gesprochen", sagt Fritz Keller, "und die Sache ist ausgeräumt. Ich freue mich, dass ich mit ihm einer Meinung bin." Durchaus überraschend verkündete Keller, dass seine Meinungsverschiedenheit mit Rummenigge, dem Vorstandschef des FC Bayern München, ausgeräumt sei. Keller hatte "Großkotzigkeit" im Fußball moniert, von Rummenigge war prompt ein Konter gekommen.

    Aber die Harmonie geht noch weiter: Zwei der mächstigsten Männer im deutschen Fußball wollen demnächst gemeinsam den Fußball wieder nachhaltiger gestalten und sich sogar gemeinsam an den europäischen Fußballverband UEFA wenden.

    Fünf Punkte für eine bessere Fußball-Zukunft?

    Am Dienstag (19.05.2020) präsentierte Keller einen Fünf-Punkte-Plan, der für mehr Nachhaltigkeit im Fußball sorgen soll. Der DFB-Präsident will nach der Coronakrise nicht einfach so wie bisher weitermachen.

    Konkret betitelt Keller diese fünf Punkte so:

    1. DFB-Netzwerk für Präventiv-Tests nutzen
    2. Gehaltsobergrenzen und sinnvolle Regulierung des Fußballs
    3. Enkeldenken: Wir brauchen neue Maßstäbe für Erfolg
    4. Fußball zukunftssicher machen - Ehrenamt stärken
    5. Breiter Dialog mit allen Interessensgruppen auf Augenhöhe

    Kellers Katalog ist in vielen Punkten erst einmal eine Wunschliste, die grob einige Ziele umreißt. Aber speziell beim zweiten Punkt, der Gehaltsobergrenze für Fußballer, wird er durchaus konkret.

    "Wir müssen auch den Profifußball wieder näher zu den Menschen bringen. Wir müssen über eine Gehaltsobergrenze nachdenken", steht im Keller-Plan. Der DFB-Chef will das vieldiskutierte Financial Fairplay auf den Prüfstand stellen und reformieren.

    "Es gibt unsinnige Gehälter und Ablösesummen, die nicht mehr glaubhaft sind. Die sind teilweise von einer anderen Welt." DFB-Präsident Fritz Keller

    Dialog mit der UEFA gesucht

    Keller kündigt an, sich auf nationaler und internationaler Ebene abstimmen zu wollen und auch den Kontakt zur UEFA suchen zu suchen. Und da kommt Rummenigge ins Spiel. "Deshalb werden wir einen Brief an den UEFA-Präsidenten Aleksander Ceferin schreiben", erklärte Keller in einer Medienrunde. "Obwohl er keinen Posten mehr hat, hat er internationales Gewicht. Wenn er sich dafür einsetzt, hat das Ganze sehr gute Chancen", sagt Keller über seinen Wunschpartner Rummenigge.

    Keller kritisiert auch Spielerberater-Provisionen

    Nicht nur Spielergehälter will Keller auf den Prüfstand stellen. "Provisionen für Spielerberater und immense Transfersummen irritieren die Gesellschaft zunehmend und entfremden sie von unserem geliebten Sport", steht im Fünf-Punkte-Plan des Präsidenten: "Der gesamte Fußball ist aufgefordert, endlich zufriedenstellende Antworten auf diese Problemstellungen zu geben."