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Bei der EM 1996 war Berti Vogts Bundestrainer. Er hatte Stars wie Jürgen Klinsmann und Matthias Sammer im Team. Für Vogts galt aber von Beginn an: "Der Star ist die Mannschaft".

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Deutschlands EM-Triumph 1996: Der Star war die Mannschaft

Bei der EM 1996 war Berti Vogts Bundestrainer. Er hatte Stars wie Jürgen Klinsmann und Matthias Sammer im Team. Für Vogts galt aber von Beginn an: "Der Star ist die Mannschaft".

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Wenn die deutsche Fußballnationalmannschaft zu einem großen Turnier fährt, erwartet die Öffentlichkeit eigentlich immer einen großartigen Erfolg. Vor 25 Jahren war das etwas anders. Der Bundestrainer war nicht mehr "Kaiser" Franz Beckenbauer, der 1990 den Weltmeistertitel geholt hatte, sondern der "Bundes-Berti" Berti Vogts. Fast immer stand er, der als Spieler nur der "Terrier" genannt wurde, in der Kritik. Zu farblos, zu spröde, zu wenig Charisma. Aber er hatte sich mit seiner Mannschaft für das EM-Turnier in England, dem Mutterland des Fußballs, qualifiziert. "Football is coming home" und die Deutschen waren dabei.

Zum dem Song der EM veralberte die Band The Lightning Seeds in ihrem Video deutsche Fans, alle mit Schnauzbart und dem Trikot von Kuntz auf dem Rücken. Kuntz, Synonym für biedere Deutsche. England hatte dagegen einen Paul Gascoigne zu bieten. Vogts hatte auch Stars, Klinsmann oder Sammer beispielsweise, aber für ihn galt von Beginn an: "der Star ist die Mannschaft".

Überraschungen von der Trainerbank

Den Superstar aber, den Querulanten Lothar Matthäus, hatte Vogts schon vorher aus dem Team geworfen. Einer der wichtigsten Spieler dagegen war Dieter Eilts vom SV Werder Bremen, Ostfriese und entsprechend wenig glamourös. Im Finale schlugen die Minuten des Oliver Bierhoff. Die Frau des Bundestrainers Berti Vogts hatte ihren Mann erst kurz vor dem Turnier ermutigt, Bierhoff als Spieler mitzunehmen. Noch im Finale dachte Co-Trainer Rainer Bonhof, er habe sich verhört, als Vogts sagte, er wolle ihn einwechseln. Was folgte, waren zwei Treffer für die Ewigkeit. Es waren viele unterschätzte Spieler, die den EM-Titel nach unglaublichem Verletzungspech des Teams geholt haben. Die Stimmung der Mannschaft soll niemals besser gewesen sein als bei diesem Turnier.

Bierhoff sichert den Titel

Schon von dem ersten Spiel gegen Tschechien an, hatte die deutsche Nationalelf große Ausfälle zu beklagen. Kapitän Kohler verletzte sich und fiel für den Rest der Europameisterschaft aus. Und so ging es weiter bis zum Finale. Im Halbfinale kam es aber zuvor zur denkwürdigen Revanche für Wembley 1966. Die Zeitungen in England sahen es entsprechend martialisch: Gascoigne im Stahlhelm, "Achtung! Surrender! For you Fritz ze Euro 96 is over". 30 Jahre nach dem verlorenen WM-Endspiel schlug diesmal im Wembley-Stadion die deutsche Mannschaft die Engländer im Elfmeterschießen. Im Finale gegen Tschechien sicherte Oliver Bierhoff mit dem ersten Golden Goal der Geschichte den Titel. Die Bilder von Berti Vogts` La Ola vor den deutschen Fans gingen um die Welt. Ein kleiner Mann ganz groß und eine Mannschaft, der zuvor die wenigsten Menschen diesen Titel zugetraut hätten.

Der Film von Michael Maske und Boris Poscharsky taucht mit den großen und kleinen selten erzählten Geschichten noch einmal in die Atmosphäre des Turniers in England ein. Darin wird anhand von Originalaufnahmen und Interviews mit vielen der Beteiligten den Weg eines Teams nachgezeichnet, das gemeinsam mit ihrem Trainer zur verschworenen Gemeinschaft wurde und am Ende über sich hinauswuchs.