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Deutscher Fußball-Bund schmettert Türkgücü-Umzugspläne ab | BR24

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Anzeigetafel im Grünwalder Stadion

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    Deutscher Fußball-Bund schmettert Türkgücü-Umzugspläne ab

    Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat mit Verwunderung auf Pläne von Türkgücü München reagiert, im Aufstiegsfall Heimspiele nicht in München austragen zu wollen. Ein Umzug, etwa nach Nordrhein-Westfalen, "ist nicht möglich", teilte der DFB mit.

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    Hasan Kivran, Präsident des Regionalligisten, der mit derzeit acht Punkten Vorsprung die Tabelle anführt, hatte in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" erklärt, dass sich der Klub im Falle des Drittligaaufstiegs vorstellen könnte, seine Heimspiele befristet im Westen Deutschlands auszutragen.

    Hintergrund ist, dass im Aufstiegsfall mit dem TSV 1860 München, dem FC Bayern München II und eben Türkgücü gleich drei Teams aus der bayerischen Landeshauptstadt in der 3. Liga spielen würden. "Du hast in der dritten Liga 19 Spiele, also erst einmal 57 Liga-Heimspiele. Dann hast du den DFB-Pokal, den Toto-Pokal. Und wenn zwei Teams an einem Wochenende zu Hause spielen, kann das auch nicht an aufeinanderfolgenden Tagen stattfinden", wurde Kivran zitiert.

    Zudem spielen alle drei Vereine derzeit im Städtischen Stadion an der Grünwalder Straße, das möglicherweise ab 2021 umgebaut wird. Alle drei Klubs suchen deshalb nach Alternativen. "Der Gedanke ist: Für eine Engpassphase in der Stadt würden wir ausweichen. Dieser Engpass ist gegeben, wenn drei Mannschaften in der 3. Liga spielen oder wenn das Grünwalder Stadion saniert wird", so Kivran weiter.

    DFB: "Ein solcher Umzug ist nicht möglich"

    "Ein solcher Umzug von Türkgücü München zum Beispiel nach Nordrhein-Westfalen ist nicht möglich", sagte nun Heike Ullrich, zuständige Direktorin Vereine, Verbände und Ligen beim DFB in einer Verbandsmitteilung: "Die Regularien beinhalten zwar, dass Ausnahmen vom Ausschuss 3. Liga genehmigt werden können. Hier muss aber eine räumliche Nähe zum Sitz des Klubs gewährleistet sein."

    Die Idee von Türkgücü München finde daher weder beim DFB noch beim Bayerischen Fußball-Verband (BFV) Unterstützung. Laut DFB habe BFV-Präsident Rainer Koch diese Auffassung den Türkgücü-Verantwortlichen bereits im vergangenen Jahr mitgeteilt.

    Was ist "räumliche Nähe"?

    Als Präzedenzfall führt der DFB den KFC Uerdingen an, der in der Saison 2017/18 eine alternative Spielstätte suchen musste: Das Grotenburg-Stadion in Krefeld erfüllt bis heute nicht die Anforderungen an die 3. Liga. Die erste Saison absolvierte Uerdingen in Duisburg, derzeit spielen die Krefelder in Düsseldorf.

    "Im Fall von Türkgücü München ist Nordrhein-Westfalen sicher nicht in räumlicher Nähe", sagt Heike Ullrich. Allerdings: Im Falle eines eingehenden Antrags des Münchner Vereins würde die Entscheidung formell beim Ausschuss 3. Liga liegen, einem Zusammenschluss aus Liga-Verantwortlichen und Vereinsvertretern.

    Gespräche der Klubs mit der Stadt bisher ohne Ergebnis

    Dem DFB ist jedoch die besondere Situation in München klar: "Mehr als zwei Drittligisten in einem Stadion sind kaum realisierbar, es macht auch für die betreffenden Vereine keinen Sinn", wird Direktorin Ullrich in der Pressemitteilung zitiert. Am Montag (17.02.2020) gab es nach BR-Informationen am Rande des Drittligaspiels zwischen dem FC Bayern II und dem Halleschen FC (6:1) Gespräche zwischen den Vertretern der drei Klubs und der Stadt München. Eine Lösung ist aktuell noch nicht in Sicht.