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Bildrechte: picture alliance/dpa/Marton Monus

In einem spannenden und mitreißenden Finale gegen Portugal krönt sich Deutschlands U21 zum dritten Mal zum Europameister.

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Dritter EM-Titel für deutsche U21-Auswahl

Die deutsche U21-Nationalmannschaft hat ihre märchenhafte EM dank Torschützenkönig Lukas Nmecha mit dem Titel gekrönt. Das Team von Trainer Stefan Kuntz gewann das Finale gegen Portugal im slowenischen Ljubljana verdient mit 1:0.

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Von
  • Sonja Weinfurtner

Der Traum ist wahr geworden: Die deutsche U21-Nationalmannschaft gewann das Europameisterschafts-Finale gegen Portugal verdient mit 1:0 und sorgte nach 2009 und 2017 für den dritten und wohl überraschendsten EM-Triumph. Das Tor des Tages erzielte Lukas Nmecha vor rund 4.000 Zuschauern im Stadion SRC Stozice.

Drittes U21-EM-Endspiel in Serie

Stefan Kuntz hatte schon vor der Begegnung Historisches geschafft und als erster deutscher U21-Trainer drei Mal in Folge das EM-Endspiel erreicht: Vor vier Jahren holte er mit seinem Team den Titel, 2019 gewann der spanische Nachwuchs. Nun ging es gegen die Portugiesen, die eine dritte Finalauflage der Paarung Deutschland gegen Spanien verhindern konnten: Das Team von Rui Jorge setzte sich im Halbfinale im Duell der Iberer aufgrund eines späten Eigentors (80. Minute) mit 1:0 durch.

Keine Wechsel in der Startelf

Kuntz setzte auf dieselben Jungs, die bereits beim 2:1-Sieg im Halbfinale gegen die Niederlande überzeugt haben. Ridle Baku, auf der rechten Seite flexibel einsetzbar, hat sich auf der Außenverteidiger-Position festgespielt. Der bis ins Viertelfinale noch regelmäßig dort eingesetzte Josha Vagnoman saß auf der Bank.

Die DFB-Auswahl ging mit großem Selbstvertrauen ins Spiel, trat in der ersten Hälfte mutig auf und zeigte ansprechenden Kombinationsfußball gegen die technisch starke portugiesische Mannschaft, die mit vielen herausragenden Einzelspielern besetzt war. Bereits in der 15. Minute hätte die Kuntz-Elf in Führung gehen können, als Florian Wirtz vor dem Sechzehner mit links abzog und sein abgefälschter Ball an die Latte prallte. Eine Viertelstunde später scheiterte Kapitän Arne Maier mit einem Fernschuss aus rund 22 Metern am hervorragend parierenden Keeper Diogo Costa. Kurz vor dem Seitenwechsel hatten die Portugiesen die dicke Chance zum 1:0, die sie aber ungeschickt vertändelten.

Blitzstart der DFB-Auswahl in der zweiten Hälfte

Vier Minuten nach Wiederanpfiff erzielte Lukas Nmecha das 1:0 für Deutschland: Der 22-jährige Stürmer vom RSC Anderlecht wurde mit einem perfekten Pass vom über die rechte Seite kommenden Wolfsburger Baku bedient, umkurvte den portugiesischen Schlussmann mit dem Ball und schob ihn abgezockt aus spitzem Winkel ein.

Portugal drängte auf den Ausgleich, aber die deutsche Defensive stand gut, hielt mit allen Mitteln dagegen. In der Schlussphase war mehrfach Keeper Finn Dahmen gefordert. Bei Kontern fehlte es seinen Vorderleuten an Präzision. Karim Adeyemi verpasste das entscheidende 2:0 (72./81.).

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Bildrechte: picture alliance / SvenSimon

Torjubel um Lukas Nmecha.

Temporeiches Spiel bis zum Schluss

So blieb es bis zur letzten Minute spannend. Deutschland zeigte wie schon in den vorhergegangenen Spielen eine geschlossene Mannschaftsleistung und aufopfernden Kampfgeist. Mit Glück und Leidenschaft verteidigte die Kuntz-Elf die knappe Führung und wurde mit dem Titel belohnt.

"Wenn man ihnen Vertrauen gibt, dann zeigen diese Spieler, dass sie Talent haben und zu sehr Großem fähig sind." Stefan Kuntz

Nmecha ist Torschützenkönig

Lukas Nmecha ist dank seines Treffers im Finale gegen Portugal als dritter deutscher Fußballer Torschützenkönig einer U21-Europameisterschaft geworden. Der 22-Jährige erzielte als einziger EM-Teilnehmer vier Tore und wurde damit Nachfolger von Luca Waldschmidt. Der damalige Freiburger hatte vor zwei Jahren in nur fünf Spielen sieben Tore erzielt.

"Nicht viele Leute haben an uns geglaubt, aber wir haben an uns geglaubt!" Lukas Nmecha

Sechs bayerische Europameister

Für die drei Spieler von der SpVgg Greuther Fürth war der Sieg der Schlusspunkt einer herausragenden Saison: David Raum, Paul Jaeckel und Anton Stach feierten nach dem Aufstieg in die Bundesliga auch den EM-Titel. Auch für die gebürtigen Bayern Karim Adeyemi (München) und Mërgim Berisha (Berchtesgaden) ist es die Fortsetzung einer Erfolgsserie: Sie holten vor der EM mit RB Salzburg die österreichische Meisterschaft. Der gebürtige Lichtenfelser Niklas Dorsch, der in Gent spielt, sorgte im Vorfeld des Endspiels mit einem Gruß-Video seiner Oma auf seinem Instagram-Account für Schmunzler. Jetzt darf er sich auf einen Sauerbraten und eine Haxe freuen.

"Das ist so geil, das glaubt man gar nicht. Was wir hier abgerissen haben, ist unglaublich." Niklas Dorsch

Deutschland - Portugal | 1:0 (0:0)

Deutschland: Dahmen (FSV Mainz 05) - R. Baku (VfL Wolfsburg), Pieper (Arminia Bielefeld), N. Schlotterbeck (1. FC Union Berlin), Raum (SpVgg Greuther Fürth) - Maier (Arminia Bielefeld), Dorsch (KAA Gent - 85. Janelt (FC Brentford)), S. Özcan (1. FC Köln - 90.+2 Stach (SpVgg Greuther Fürth)) - Wirtz (Bayer Leverkusen - 68. Adeyemi (RB Salzburg)), Nmecha (RSC Anderlecht - 85. Jakobs (1. FC Köln)), Berisha (RB Salzburg - 67. Burkardt (FSV Mainz 05))

Portugal: Costa - Dalot, Queirós, Leite, Conte (86. Ramos) - Florentino (83. Fernandes) - Vitinha (59. Jota), Vieira, Bragança - Tomás (59. Conceição), Mota (46. Leao)

Schiedsrichter: Giorgi Kruashvili (Georgien)

Zuschauer: 4.883

Tore: 1:0 Nmecha (49.)

Gelbe Karten: Wirtz (1), Nmecha (2), Raum (2), S. Özcan (1) / Bragança (1), Jota (1)

Beste Spieler: R. Baku, Dorsch, Nmecha / Dalot, Bragança