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Der neue Mann in Augsburg: Martin Schmidt | BR24

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Der Schweizer Martin Schmidt soll den FC Augsburg im Kampf um den Klassenerhalt wiederbeleben. Zum Einstand zeigt er sich so wie man ihn kennt: Leidenschaftlich und engagiert. So soll jetzt auch die Mannschaft agieren.

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Der neue Mann in Augsburg: Martin Schmidt

Lange Haare, Schweizer, erfolgreiche Zeit in Mainz: Die meisten Bundesliga-Fans verbinden diese drei Dinge mit Trainer Martin Schmidt. Dabei hat er abseits des Fußballs noch ganz andere verrückte Sachen gemacht. Das könnte in Augsburg passen.

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Skifahren oder Fußball - das war die Frage für den jungen Martin Schmidt. Er entschied sich für den Ball, nutzt aber jede freie Minute, um in die Berge auf die Bretter zu gehen. Der 51-Jährige checkt täglich den Wetter- und Schneebericht in seiner Heimat Schweiz, wäre fast Skifahrer geworden und hat auch mal Unterrichtsstunden gegeben. "Die Berge sind mein Anker, mein Kraftort", verriet er vor einigen Jahren in einem Zeitungsinterview. So gesehen ist Augsburg, unweit der Alpen, ein guter Standort.

Heimatverbundener Schweizer

Fußballerisch war Martin Schmidt lange gar nicht, dann nur in der Schweiz bekannt. Als Kind kümmerte er sich auf der Alp seines Großvaters um dessen Vieh, melkte Kühe und erntete Heu. Nach der Schule führte er vorübergehend eine Mechaniker-Werkstatt und war kurzzeitig Hilfskraft in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft. Dann reüssierte er mit dem runden Leder. Mit seinem Heimatverein FC Naters, für die er von 1976 bis 1998 spielte, stieg er dabei von der siebtklassigen 3. Liga bis in die Nationalliga B auf. Danach lief er bis 2001 für den Zweitligisten FC Raron auf, den er anschließend auch als Co-Trainer und dann als Trainer betreute. Über die zweite Mannschaft des FC Thun kam Schmidt nach Deutschland zum FSV Mainz 05. Dort schaffte er mit der B-Auswahl den Aufstieg in die 3. Liga und kam nach der Entlassung von Kasper Hjulmand als Cheftrainer zu den Profis.

In der Bundesliga bei Mainz und Wolfsburg

Dort erlebte Schmidt seine erfolgreichste Zeit: In der Saison 2015/16 führte er Mainz auf den sechsten Tabellenplatz und qualifizierte sich damit erstmals in der Vereinsgeschichte für die Gruppenphase der Europa League. In der kommenden Spielzeit spielte seine Mannschaft gegen den Abstieg und Schmidt wurde entlassen. Darauf folgte ein kurzes Intermezzo beim VfL Wolfsburg, wo Schmidt bereits nach fünf Monaten im Amt zurücktrat, weil er "die Mannschaft nicht mehr zu 100 Prozent erreiche".

"Athletisch, leidenschaftlich"

Seit einem Jahr war der Trainer ohne Aufgabe, besuchte aber mehrere andere Vereine, wie zum Beispiel Borussia Dortmund in der Winterpause. FCA-Manager Stefan Reuter ist überzeugt, dass Schmidt nach der Entlassung von Trainer Manuel Baum mit seinem "athletisch, leidenschaftlichen" Fußball perfekt nach Augsburg passt. Auch von der positiven, emotionalen und gleichzeitig entspannten Art des Schweizers erhoffen sie sich in der Fuggerstadt jetzt die Trendwende. Bei vier Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz steckt der FC Augsburg nach wie vor mitten im Abstiegskampf. Schmidt soll den Neuanfang meistern und langfristig Erfolg zurückbringen. Er erhält einen Vertrag bis 2021.

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Rundschau

Von
  • Julian Ignatowitsch
  • Thomas Klinger
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