BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Der brasilianische Fußball-König Pelé ist 80 | BR24

© picture alliance/dpa

Pelé ist 80

Per Mail sharen

    Der brasilianische Fußball-König Pelé ist 80

    Er ist einer der besten Fußballer der Geschichte: Edson Arantes do Nascimento, besser bekannt als Pelé. Am Freitag feierte der brasilianische Ausnahmekönner seinen 80. Geburtstag.

    Per Mail sharen

    "Kaiser" Franz Beckenbauer gratulierte seinem Freund Pelé bereits vorab per Videobotschaft: "Was ich von dir gesehen habe, war immer ein großes Schauspiel", meinte der fünf Jahre jüngere Beckenbauer. Aber auch er wird Pelé heute nur vor der Webcam zu Gesicht bekommen.

    Denn statt in großer Sause feiert "O Rei", Brasiliens "Fußballkönig", seinen 80. Geburtstag virtuell - und wohlauf. "Ich danke Gott für die Gesundheit, es bis hierhin geschafft zu haben, mit klarem Verstand, nicht sehr intelligent, aber klar im Kopf", verkündete der wohl größte Fußballer der Geschichte in einem der Home-Videos schon unter der Woche, gefilmt in seiner Strandvilla in Guaruja bei Santos.

    Ausnahmespieler und dreimaliger Weltmeister

    Pelé war ein Ausnahmespieler: Drei Mal holte er mit der brasilianischen Nationalmannschaft den Weltmeistertitel (1958, 1962, 1970). Mit 77 Treffern ist er Rekordschütze der Seleção. Vom Weltfußballverband FIFA erhielt er die Auszeichnung "Weltfußballer des 20. Jahrhunderts".

    "Der Bürger Edson Arantes do Nascimento hat alle Höhen und Tiefen des Lebens gemeistert, gelacht, geweint, viele Schmerzen erleiden müssen, viele Triumphe ausgekostet. Er ist sterblich. Pelé ist dagegen unsterblich, wird immer der Traum aller Kinder bleiben, wird immer strahlen, wird nie Schmerzen empfinden müssen." Pelé

    Pelé: Brasilianisches "Nationalheiligtum"

    Zum ersten Mal machte Pelé international bei der WM 1958 auf sich aufmerksam: In vier Spielen schoss er sechs Treffer, wurde mit 17 Jahren jüngster Weltmeister aller Zeiten. Die brasilianischer Regierung erklärte ihn knapp drei Jahre später zum "Nationalheiligtum" - ein Verkauf ins Ausland wurde verboten. So spielte er von 1957 bis 1974 nur für ein einziges Team, nämlich den FC Santos.

    Wie groß die Verehrung der Brasilianer für ihren "König", der aus ärmlichen Verhältnissen stammte, war, wurde besonders deutlich als er sein 1.000 Tor schoss: In weiten Teilen Brasiliens läuteten die Kirchenglocken. Der brasilianische Poet Carlos Drummond de Andrade schrieb einmal: "Das Schwierige ist nicht, tausend Tore zu schießen wie Pelé, sondern ein einziges wie Pelé."

    © picture alliance/dpa

    Pelé wurde mit Brasilien drei Mal Weltmeister

    Gastspiel in den USA

    Nach 18 Jahren und 26 Titeln mit dem FC Santos erklärte Pelé 1974 seinen Rücktritt vom aktiven Profisport. Sein letztes Länderspiel bestritt er bereits 1971: 180.000 Fans im Maracana-Stadion winkten mit weißen und Taschentüchern und schrien: "Fica, fica!" Bleib, bleib!

    Wegen massiver finanzieller Probleme sah sich Pelé aber gezwungen, doch nochmal die Fußballschuhe zu schnüren: Von 1975 bis 1977 spielte er bei New York Cosmos, kurz zusammen mit Beckenbauer, und brachte Glanz in den bisher trostlosen US-Fußball - dann war endgültig Schluss.

    "Es wird nur einen Pelé geben, wie es auch nur einen Frank Sinatra oder nur einen Michelangelo gegeben hat. Ich war der Beste." Pelé

    Ausflug in die Politik

    Abseits des Platzes machte Pelé nicht immer die beste Figur und fiel immer wieder mit eigenwilligen Aussagen auf, etwa gegen die demokratische Protestbewegung vor der WM. Ex-Weltmeister Romário meinte vor einigen Jahren, Pelé sei ein Poet, solange er schweige.

    Auch seine kurze Stippvisite in die Politik war eher weniger erfolgreich, wie er selber einräumt: "Drei Jahre lang war ich Sportminister, und das war lange genug um festzustellen, dass ich nicht in die Politik gehen sollte. Das ist nicht mein Spielfeld."

    © picture alliance/dpa

    Bei der WM 2014 in Brasilien war er Sonderbotschafter

    WM 2014 als letzter großer Auftritt

    Bei der WM 2014 in Brasilien hatte er auch seine letzten größeren öffentlichen Auftritte. Präsidentin Rousseff ernannte ihn zum Sonderbotschafter des Turniers. In dieser Funktion musste er auch die 1:7-Schmach gegen Deutschland miterleben.

    "Nur Gott kann das erklären", so der Sportler: "So ein Desaster ereignet sich nicht alle Tage. Ich habe vier Weltmeisterschaften bestritten, davon glücklicherweise drei gewonnen. Gott sei Dank ist mir so etwas nie passiert."

    In den letzten Jahren zog sich Pelé zurück, musste auch die ein oder andere Operation über sich ergehen lassen. "In den letzten Jahren hatten wir beide mit ein paar gesundheitlichen Wehwehchen zu kämpfen", schrieb Beckenbauer in der "Bild am Sonntag" voller Mitgefühl.

    Die Gehhilfe ist Pelés ständiger Begleiter. Manager Joe Fraga versprach dennoch: "Nach dem Geburtstag werden wir viele Aktionen für seine Stiftung machen." Vorerst aber nur in den sozialen Netzwerken.