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Eine Legende ist 75: Gerd Müllers Kampf gegen das Vergessen | BR24

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Gerd Müller war eine Fußballlegende, die bis heute seinesgleichen sucht. Nun wird der "Bomber der Nation" 75.

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Eine Legende ist 75: Gerd Müllers Kampf gegen das Vergessen

Fußballlegende Gerd Müller ist 75. Bei den Fans und seinen Mitspielern ist der "Bomber der Nation" fest im Gedächtnis verankert. Doch Müller feierte einen traurigen Geburtstag: Er ist an Alzheimer erkrankt und lebt seit Jahren im Pflegeheim.

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Von
  • Robert Müller

"Ohne die Tore vom Gerd wären wir noch immer in unserer alten Holzhütte an der Säbener Straße", mit diesen Worten würdigte dessen Mitstreiter Franz Beckenbauer einst die Verdienste des "wichtigsten Spielers in der Geschichte des FC Bayern". Deutschland wäre 1974 ohne Müllers unnachahmliches 2:1-Siegtor wohl auch nicht Weltmeister geworden.

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7. Juli 1974, 16.00 Uhr im Münchner Olympiastadion: Im Finale der Fußball-WM messen sich Deutschland und die Niederlande. Gleich sechs Spieler vom FC Bayern stehen in der deutschen Startelf - zwei von ihnen treffen zum Sieg.

Gerd Müller: "Immerzu aufs Tor" - ohne Nachzudenken

Müllers Spielweise war schlichtweg einmalig. Hintern raus, kurze Drehung, Schuss – und schon war die Kugel drin im Kasten. Dabei war das Geheimnis seiner Tore für ihn selbst eines. "I hau' halt immerzu aufs Tor", hatte er in seiner aktiven Zeit erklärt. Und: "Wenn i drei Sekunden zum Überlegen hätt‘, wär's vorbei."

Leiser Abschied mit tragischer Note

Doch die Jubelbilder sind verblasst. Seit Februar 2015 kämpft der ewige Torjäger im Pflegeheim seinen letzten, aussichtslosen Kampf - gegen Alzheimer, gegen das Vergessen.

Ehefrau Uschi sagte einen Tag vor dem 75. Geburtstag in einem Interview: "Der Gerd schläft seinem Ende entgegen. Er schläft langsam hinüber." Es ist ein leiser Abschied, der bei aller Tragik dennoch irgendwie zu ihm passt.

© Picture alliance/dpa

Gerd Müller mit seiner Frau Ursula - hier vor ihrem Haus in Fort Lauderdale im Jahr 1982.

Zurückhaltend - auch bei astronomischem Gehaltsangebot

Müller war immer der stille, schüchterne und bescheidene Star, der auf all den Trubel um seine Person verständnislos-verdruckst reagierte. Als ihn der FC Barcelona in den 1970er-Jahren mit dem astronomischen Jahresgehalt von 600.000 Mark köderte, lehnte er irritiert ab: "I mog ned, i kann doch ned mehr als a Schnitzel am Tag essen."

Probleme mit dem Leben abseits vom Fußballfeld

Während Beckenbauer oder Hoeneß nach der Karriere über Jahrzehnte im Rampenlicht blieben, scheute Müller die Öffentlichkeit. Der gelernte Weber war kein Charismatiker, hatte Probleme mit dem Leben außerhalb des Fußballs.

In den 1980er-Jahren verfiel er dem Alkohol, geriet finanziell und privat in Not. Seine Spezln, der Franz und der Uli, fingen ihn auf, gaben ihm eine neue Aufgabe als Co-Trainer. "Ohne die Hilfe meiner Freunde hätte ich es wohl nicht geschafft", sagte Müller.

Unterstützung von der Ehefrau und den Vereinskollegen

Auch in den vergangenen Jahren standen die Bayern ihrem "Gerdchen" (so nannte ihn der verstorbene Erfolgscoach Dettmar Cramer) zur Seite. "Wir helfen, wo es nur geht", sagte Hoeneß. Vor allem aber, betonte er, kümmere sich Müllers Frau "aufopferungsvoll" um ihn. "Furchtbar", sei diese Krankheit für den Gerd und die Familie, betonte Hoeneß. Überhaupt war die Anteilnahme für "kleines, dickes Müller" (ein Zitat vom früheren Bayern-Trainer Zlatko "Tschik" Cajkovski) stets groß.

Tradition des "Müllerns" fortgesetzt

Müllers Schicksal berühre ihn sehr, sagte Bundestrainer Joachim Löw schon zum 70. Geburtstag, "er war wohl der allergrößte Stürmer, den wir hatten - ein Stürmer, den wir so nie mehr sehen werden."

HSV-Idol Uwe Seeler ist "einfach nur traurig", wenn er an seinen früheren Mitspieler in der Nationalmannschaft denkt. Und Bayern-Star Thomas Müller, der die Tradition des Tore-"Müllerns" fortsetzt, meinte: "Die Krankheit von Gerd geht mir an die Nieren."

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Thomas und Gerd Müller

Ein Torrekord für die Ewigkeit

Die Anteilnahme hat weniger mit all den Toren und Rekorden als vielmehr mit Müllers Wesen zu tun. Dabei hätte ihm eine gewisse Eitelkeit niemand krumm genommen: Müller erzielte 365 Bundesliga-Tore, allein 40 in der Saison 1971/72 - "ewiger" Bestwert.

In der Nationalmannschaft, aus der er nach dem WM-Finale gegen die Niederlande 1974 viel zu früh zurücktrat, waren es unglaubliche 68 Treffer in 62 Spielen. Seine Taten besang er eher unbeholfen in "Dann macht es bumm". Auch diese Platte ist aus seinem Gedächtnis wohl schon gelöscht.

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