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DEL-Hängepartie: Topspieler wechseln reihenweise ins Unterhaus | BR24

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"Will einfach nur Eishockey spielen" - auch Felix Schütz wechselt in die DEL2

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    DEL-Hängepartie: Topspieler wechseln reihenweise ins Unterhaus

    Nach der zweiten Verschiebung des Saisonstarts in der DEL gibt es eine Abwanderungswelle von Spielern Richtung Ausland, DEL 2 oder gar Oberliga. Um endlich wieder Eishockey spielen zu können, lassen sich die Eishockeyspieler zeitweise verleihen.

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    Corona macht's möglich: Nun nimmt auch der Eishockey-Olympiazweite Felix Schütz einen zeitweiligen Abstieg in Kauf und hat sich dem EV Landshut aus der DEL 2 angeschlossen. Der 32-Jährige unterschrieb bei den Niederbayern, für die er bereits 2004/05 gespielt hatte, einen Vertrag bis zum Jahresende.

    Schütz hatte zuletzt für die Straubing Tigers in der DEL gespielt, war aber wegen des verschobenen Saisonstarts zur Tatenlosigkeit verurteilt. "Momentan gibt es im gesamten Eishockey viele Fragezeichen. Auch im Ausland ist die Situation nicht so einfach", sagte Schütz, "ich möchte jetzt einfach nur Eishockey spielen".

    Eine etwas andere Saisonvorbereitung

    Schütz reiht sich mit seinem Engagement in Landshut in eine Liste von Spielern ein, die nach der zweiten Verschiebung des DEL-Saisonstarts in Richtung Ausland, DEL 2 oder Oberliga gewechselt sind. Rekord-Torschütze Patrick Reimer schloss sich aus Verbundenheit und Lust am Wettkampf seinem Stammverein ESV Kaufbeuren an. "Ich bin hier sehr verwurzelt, deswegen ist es schön, dass ich hier Eishockey spielen und mich auf die Saison vorbereiten kann", so Reimer. Sein Teamkollege Marcus Weber ließ sich vorerst zum Oberligisten SC Riessersee ausleihen. Und mit jeden Tag kommen mehr Spieler auf die DEL-Klubchefs mit dem Wunsch einer Ausleihe zu.

    Kooperation zwischen Eishockeyklubs

    Ein zweiter Trend der Abwanderungswelle ist der, dass DEL-Klubs in der spielfreien Zeit ihre Kooperationspartner stärken. Meister EHC Red Bull München verlieh seine Top-Talente John Jason Peterka und Justin Schütz an den Konzernbruder aus Salzburg, die Nürnberg Ice Tigers schickten gleich fünf Spieler zu ihrem Kooperationsklub aus der DEL2, den Bayreuth Tigers. Sie sollen, genau wie Reimer und Weber, am 30. November nach Nürnberg zurückkehren. Dann beginnt die heiße Vorbereitung auf den für das dritte Dezember-Wochenende anvisierten DEL-Saisonstart.

    Was passiert bei einer kompletten Absage?

    Grund zur Annahme, dass die zweite Liga bei einer endgültigen Absage der DEL mit Topspielern überschwemmt und zur neuen Eliteliga aufsteigen könnte, gibt es nicht. Zum einen sind die Kaderplanungen der Klubs weit fortgeschritten oder gar abgeschlossen, zum anderen könnten Probleme beim Arbeitszeitgesetz aufkommen. Dennoch hält die DEL 2 - anders als die DEL - an ihrem Saisonstart am 6. November fest. Die Klubs sind hier nicht so stark von den wegbrechenden Zuschauereinnahmen abhängig, außerdem haben sie aufgrund ihrer geringeren Etats weniger Probleme, an das Geld aus dem Konjunkturpaket zu kommen. Zurzeit sind die Leihgeschäfte eine Win-win-win-Situation für den Spieler, den abgebenden und den aufnehmenden Verein.