BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

DEL fehlen Millionen - Saisonstart "nicht seriös darstellbar" | BR24

© picture alliance

Spielszene Augsburger Panther vs. Kölner Haie

Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

DEL fehlen Millionen - Saisonstart "nicht seriös darstellbar"

Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) hat sich angesichts ihrer großen wirtschaftlichen Not noch nicht auf eine erneute Verschiebung des Saisonstarts durchringen können. Die Entscheidung darüber soll erst Ende kommender Woche getroffen werden.

Per Mail sharen

Bis dahin fordert die Liga verbindliche Zusagen der Politik für einen Spielbetrieb mit mehr Zuschauern. "Alle Clubs wollen unbedingt spielen, aber unter den derzeitigen Rahmenbedingungen ist dies wirtschaftlich nicht seriös darstellbar", sagte DEL-Aufsichtsratschef Jürgen Arnold nach stundenlangen Beratungen der 14 Clubs am Montag. "Uns fehlen für einen verantwortungsvollen Saisonstart rund 60 Millionen Euro, die wir ohne die Hilfe Dritter alleine nicht aufbringen können."

Saisonstart auf Mitte November verschoben

Eigentlich hätte die DEL bereits am vergangenen Freitag in die Saison starten sollen. Wegen der Coronavirus-Pandemie und dem bisherigen Ausschluss von Zuschauern bei Sport-Großveranstaltungen war der Beginn der Spielzeit bereits auf Mitte November verschoben worden - in der Hoffnung, dann vor Zuschauern spielen zu können.

Dieser Wunsch blieb zum Teil jedoch unerfüllt. Die 20 Prozent der eigentlichen Zuschauer-Kapazitäten, die aktuell zugelassen sind, sind für einen wirtschaftlichen Spielbetrieb zu wenig für die meisten DEL-Clubs. Nach vorherigen Signalen aus der Politik hatte man auf erheblich mehr Zuschauer gehofft. "Wir können und wollen kein Harakiri begehen. Vielmehr sind wir in der Pflicht, wirtschaftlich verantwortungsbewusst mit dieser schwierigen Situation umzugehen", sagte Arnold.

Augsburger Panther können sich nicht für Spielbetrieb entscheiden

Auch bei den Augsburger Panthern sieht man unter den aktuellen Bedingungen derzeit keine Chance auf einen Saisonstart. "Unter diesen Voraussetzungen und ohne zusätzliche Hilfen", sagt der Prokurist und ehemalige Eishockeytorwart Leonard Conti, "können wir uns einfach nicht für einen Spielbetrieb entscheiden." Bei den Schwaben hofft man, dass doch noch mehr Fans zugelassen werden. "Wenn wir so die ganze Saison durchspielen, unter diesen Voraussetzungen, dann werden die Clubs Millionenverluste machen und der ein oder andere wird es nicht überleben."

© BR24 Sport

Leere Ränge beim Profieishockey. Unter diesen Voraussetzungen könne man sich nicht für einen Spielbetrieb entscheiden, sagt Leonard Conti, Prokurist und Hygienebrauftragter beim Augsburger Eislaufverein.

Verbindliche Zusagen abwarten

Sollte es bis Ende der kommenden Woche keine hoffnungsvollere Perspektive aus Sicht der Liga geben, scheint eine weitere Verschiebung des Saisonstarts oder eine Verkürzung der Spielzeit unausweichlich. "Nur wenn uns bis zum 2. Oktober verbindliche Zusagen vorliegen, werden wir am 13. November in die Saison starten", meinte Arnold. Die vergangene Saison hatte die Liga wegen der Corona-Krise im März vor dem Start der Playoffs abgebrochen - ohne einen Meister zu küren. Seitdem äußerten DEL-Vertreter und Clubs mehrfach erhebliche Existenzängste.