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Das Hainer-Beben: Alaba und FC Bayern wohl vor der Trennung | BR24

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"Es gibt kein Angebot mehr": Die Worte von FC-Bayern-Präsident Herbert Hainer in "Blickpunkt Sport" sorgen für eine Paukenschlag in der Fußballwelt. Die Münchner bieten David Alaba keinen neuen Vertrag mehr an.

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Das Hainer-Beben: Alaba und FC Bayern wohl vor der Trennung

"Es gibt kein Angebot mehr." Die Worte von FC-Bayern-Präsident Herbert Hainer in "Blickpunkt Sport" sorgen für eine Paukenschlag in der Fußballwelt. Die Münchner bieten David Alaba keinen neuen Vertrag mehr an. Wurde Alabas Berater überrascht?

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Von
  • Bernd R. Eberwein

Sachlich, unaufgeregt, auf den Punkt: Die Worte, die FC-Bayern-Präsident Herbert Hainer am Sonntagabend in "Blickpunkt Sport" im BR Fernsehen wählte, kamen ganz ruhig daher und sorgen trotzdem für einen Wirbel in der Fußballwelt, wie es ihn lange nicht gab.

Monatelang hatten der FC Bayern München und die Alaba-Seite um dessen Berater Pini Zahavi um die Modalitäten - Geld und Vertragsdauer - für eine Vertragsverlängerung gerungen. Jetzt zog der FC Bayern einen radikalen Schlussstrich.

Alaba-Seite lässt Frist verstreichen

Bis Ende Oktober hatten die Münchner ihr Angebot offen gehalten, eine weitere Nachbesserung kam nicht in Frage. Doch anstatt das Angebot weiter aufrecht zu erhalten, zog der FC Bayern seine Vertragsofferte ("sehr gut, sehr fair, wettbewerbsfähig") an David Alaba nun komplett zurück - nachdem Sportdirektor Hasan Salihamidzic wegen des Fristendes sogar "nochmal aktiv" bei Zahavi nachgebohrt hat.

"Die Antwort war, dass das Angebot noch immer unbefriedigend ist und wir weiter nachdenken sollen. Daraufhin haben wir uns entschlossen, das Angebot komplett vom Tisch zu nehmen - das heißt, es gibt kein Angebot mehr", erklärte Hainer: "Für so eine wichtige Position und Personalie wollen wir auch Planungssicherheit haben."

Alaba-Berater offenbar überrascht

Die Hainer-Aussagen sorgen für Wirbel in der Fußballwelt. In den sozialen Netzwerken wurde die Bayern-Entscheidung mit Kritik - immerhin wurde Alaba im Verein ausgebildet und ist seit zwölf Jahren im Klub -, aber auch mit Verständnis aufgenommen.

Von der Alaba-Seite und Berater Pini Zahavi gibt es noch keine offizielle Reaktion. Nach Medieninformationen soll Zahavi aber vom drastischen Handeln der Bayern-Verantwortlichen und auch den Hainer-Aussagen in "Blickpunkt Sport" überrascht worden sein.

Schon während der Vertragsverhandlungen war es zwischen dem FC Bayern und Zahavi immer wieder öffentlich laut geworden. Ehrenpräsident Uli Hoeneß bezeichnete den einflussreichen Zahavi, der auch Spieler wie Brasiliens Topstar Neymar betreut, als "geldgierigen Piranha", was sogar zu Differenzen mit Alaba-Vater George geführt hatte. Zahavi ist schon länger ein rotes Tuch für die Bayern-Bosse.

Hainer betont Wertschätzung für Alaba

Hainer ließ durchblicken, dass sich der Bayern-Groll vor allem gegen den Berater und nicht gegen den Spieler richtet: "Ich will noch mal dazu sagen, dass wir David unheimlich schätzen, er ist ein liebenswerter Kerl, er ist Publikumsliebling, er ist ein Eigengewächs des FC Bayern München, und deswegen würden wir es auch so bedauern, wenn wir getrennte Wege am Ende der Saison gehen müssen."

Wechselt David Alaba schon im Winter?

Denkbar ist nun, dass David Alaba den Verein bereits im Winter verlässt. Nur so könnte der FC Bayern noch eine Ablösesumme erzielen. Interessenten für Alaba, der weltweit zu den besten Links- und Innenverteidigern zählt, gibt es reichlich.

Real Madrid, der FC Barcelona und der FC Liverpool sollen Kandidaten sein. Speziell Liverpool und sein deutscher Trainer Jürgen Klopp suchen zeitnah einen Ersatz für den niederländischen Abwehrchef Virgil van Dijk, der verletzungsbedingt länger ausfällt.

Lässt der FC Bayern Alaba ablösefrei ziehen?

Allerdings ist komplett offen, ob sich die internationale Konkurrenz durch das aktuelle Geschehen beim Rekordmeister nicht von Alaba - und vor allem dessen Berater - abschrecken lässt. In Corona-Zeiten ist kein Klub bereit, illusorische Transfersummen und Gehälter zu zahlen. Corona hat die immer schneller nach oben drehende Geldspirale im Fußball-Business vorerst gestoppt.

Die Bayern haben durch die Rücknahme des Angebots zudem ein weiteres deutliches Signal gesetzt. Alabas aktueller Marktwert liegt bei rund 65 Millionen Euro. Die Bayern wären bereit, auf eine solche Summe zu verzichten. Das wirft ein schlechtes Licht auf Alabas Berater: Welcher Klub will sich nach dieser Vorgeschichte noch Verhandlungen mit Pini Zahavi antun?

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Die Verhandlungen ziehen sich seit Monaten hin, nun scheint das Tischtuch zwischen dem FC Bayern und David Alaba endgültig zerschnitten. Bei Blickpunkt Sport gab Herbert Hainer bekannt, dass der Rekordmeister sein Angebot zurückziehen möchte.