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Das war das Sportjahr 2018 | BR24

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Olympische Winterspiele in Pyeonchang / Dopingskandal Russland / Streif-Sieger Thomas Dreßen / Hindernisläuferin Gesa Krause / Unfall Bahnrad-Olympiasiegerin Kristina Vogel / Ironman auf Hawaii, Patrick Lange / Wimbledon-Sieg Angelique Kerber / usw.

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Das war das Sportjahr 2018

2018 war nicht nur das Jahr der Olympischen Winterspiele und der Fußball-WM. Die deutschen Sportfans wurden aufgewühlt von herausragenden Athleten und fragwürdigen Funktionären. Der sportliche Rückblick mit Heike Otto. Studiogast Willi Lemke.

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Glücksmomente der Olympiahelden, schwarze Stunden für Joachim Löw und die begehrteste Silberschale in den Händen von Tennis-Queen Angelique Kerber: Das Jahr 2018, gespickt mit Großevents, war für die deutschen Sportfans gleichermaßen begeisternd, frustrierend, aufwühlend und inspirierend.

Schwere Stunden für König Fußball

König Fußball hatte dabei angesichts der Misserfolge der Nationalmannschaft schwere Stunden zu überstehen. "Wir wollen natürlich besser sein, dieses Jahr waren wir bei allen Wettbewerben nur Statisten", sagte Bundestrainer Löw am Ende des schwärzesten Jahres seiner Amtszeit. Bei der Weltmeisterschaft in Russland war Löw mit seinen hochgehandelten Stars sensationell in der Vorrunde gescheitert, der anschließende Abstieg in der Euro Nations League offenbarte, dass der Absturz kein einmaliger Ausrutscher war.

Eine Meisterschaft und zwei Aufsteiger

Für die bayerischen Fußball-Fans gab es neben der Meisterschaft mit dem FC Bayern immerhin zwei Aufstiege zu feiern. Der TSV 1860 München kehrte aus der Amateurklasse wieder in den Profifußball zurück. Und der 1. FC Nürnberg kann sich jetzt Rekordaufsteiger nennen. Nach vier Jahren in der 2. Bundesliga schafften die Franken bereits zum achten Mal den Sprung in die Erstklassigkeit. Beim FC Bayern übernahm Niko Kovac das Traineramt von Jupp Heynckes. Die Pressekonferenz des Jahres lieferten FC Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Präsident Uli Hoeneß am 19. Oktober ab. Vor allem Hoeneß sorgte bundesweit für Verwunderung und Entsetzen.

Doping und Football Leaks

Neben der weiter stark grassierenden Doping-Problematik - aktuell stehen die Biathleten im Fokus - sorgte der Fußball für einen Teil des Schattens, der den Rückblick auf die vergangenen zwölf Monate verdunkelt. Die Enthüllungen der Football Leaks zeigten auf, wie verdorben Teile des Geschäfts mittlerweile sind. Die Gier greift um sich und stellt vieles infrage. Auch der Weltverband FIFA mit Präsident Gianni Infantino gibt ein zweifelhaftes Bild ab.

© dpa-Bildfunk/Michael Kappeler

Laura Dahlmeier aus Deutschland jubelt zwischen Anastasiya Kuzmina (r, Slowakei) und Anais Bescond (l, Frankreich) über die zweite Goldmedaille.

Die Winterstars

Die Freude an sportlichen Ausnahmeleistungen ist dem deutschen Publikum aber noch nicht verloren gegangen. Der Sensationssieg von Skirennfahrer Thomas Dreßen am 20. Januar auf der berüchtigten Streif in Kitzbühel war eines der ersten Highlights. Bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang, bei denen deutsche Sportler mit 14 Gold, 10 Silber und 7 Bronze Platz zwei hinter Norwegen (14-14-11) belegte, begeisterten Biathletin Laura Dahlmeier und Kombinierer Eric Frenzel jeweils mit Doppelgold. Zu den herausragenden deutschen Athleten in Südkorea zählten auch Aljona Savchenko und Bruno Massot, die im Eiskunstlauf die Kür ihres Lebens liefen, sowie die Eishockey-Cracks mit dem Gewinn der Silbermedaille. Im Endspiel gegen die Großmacht Russland fehlten ganze 55 Sekunden zum Gold.

Ironman Lange mit Streckenrekord

Auch im weiteren Verlauf des Jahres rannten, kämpften und glänzten deutsche Sportler. Gesa Felicitas Kraus brachte das Berliner Olympiastadion im August mit ihrem furiosen Auftritt beim 3.000-Meter-Hindernislauf genauso zum Kochen wie Zehnkämpfer Arthur Abele. Im Oktober verteidigte Triathlet Patrick Lange seinen Titel bei der Ironman-WM auf Hawaii mit einem Streckenrekord und wurde dafür jüngst zum Sportler des Jahres gewählt. Keine 14 Tage später sicherte sich Frank Stäbler eine historische Goldmedaille bei der Ringer-WM in Budapest.

Eine der beeindruckendsten und bewegendsten Leistungen 2018

Für Tennisstar Angelique Kerber war das Jahr 2018 da längst golden angehaucht. Es war der 14. Juli, als die 30-Jährige ihre großartige Karriere noch einmal toppte. Auf dem heiligen Rasen des All England Lawn Tennis Club von Wimbledon schlug Kerber Serena Williams im Finale des wichtigsten Turniers der Welt 6:3 und 6:3 und reihte sich 22 Jahre nach Steffi Graf in die Liste der deutschen Sieger ein. Dass Kerber ein echter Champion ist, bewies sie erneut am Sonntag, als sie nach der Auszeichnung zur Sportlerin des Jahres berührende Worte an Bahnrad-Olympiasiegerin Kristina Vogel richtete. "Ich ziehe alle meine Hüte. Du bist eine Inspiration für uns alle", sagte Kerber zu Vogel, die im Juni im Training schwer verunglückt war und seitdem im Rollstuhl sitzt. Vogels positiver Umgang mit ihrem Schicksal war sicher eine der beeindruckendsten und bewegendsten Leistungen 2018. Eine, die auch ins Sportjahr 2019 ausstrahlen wird.

© dpa-Bildfunk/Patrick Seeger

Kristina Vogel